- 14.06.2014, 08:00:34
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"profil": Katastrophale Zustände in Stadthallenbad vor Sanierung
Stadthallenbad: bis 2012 Lebensgefahr durch korrodierten Lüftungsturm - Brandschutzvorschriften 40 Jahre lang ignoriert - Lüftungskanäle nie gereinigt
Utl.: Stadthallenbad: bis 2012 Lebensgefahr durch korrodierten
Lüftungsturm - Brandschutzvorschriften 40 Jahre lang ignoriert
- Lüftungskanäle nie gereinigt =
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, herrschten im Wiener Stadthallenbad
bis zu der 2010 angelaufenen Generalsanierung und teils darüber
hinaus katastrophale Zustände, die erst jetzt im Zuge eines
Rechtsstreits zwischen der Wiener Stadthalle und dem als
Generalplaner engagierten Architekten Georg Driendl publik werden.
So wurde ein einsturzgefährdeter, 15 Meter hoher Lüftungsturm auf
dem Dach des Hallenbads erst im Frühjahr 2012 abgetragen. Laut einem
Schriftsatz der Anwälte von Architekt Driendl vom Oktober 2013 sei
der Turm "jahrzehntelang nicht gewartet" worden und hätte "jederzeit
auf den Gehsteig im Bereich des Vogelweidplatzes herunterfallen
können". Es bestand "sicherlich eine Gefahr für Leib und Leben". Die
Geschäftsführerin des Stadthallenbads, Sandra Hofmann, bestätigt
gegenüber "profil" die bedenkliche Situation: "Sobald wir über die
Gefahr informiert wurden, haben wir gehandelt."
Wie ein Prüfbericht des Linzer Instituts für Brandschutztechnik
und Sicherheitsforschung (IBS) vom Dezember 2011 belegt, entsprach
der Bodenbelag der Zuschauertribüne im Stadthallenbad knapp 40 Jahre
lang nicht den brandschutzrechtlichen Vorgaben. Denn bereits ein Jahr
nach der Eröffnung 1974 traten neue Brandschutzregeln in Kraft, die
freilich nie umgesetzt wurden.
Laut dem Bericht eines Ziviltechnikbüros wurden Luftkanäle im
Stadthallenbad seit der Inbetriebnahme 1974 niemals gereinigt. Dies
hätte die Brandlast in den Leitungen erhöht und die Wirksamkeit von
Brandschutzklappen beeinträchtigt.
Die Generalsanierung des von Robert Rainer entworfenen
Stadthallenbads war 2010 begonnen worden. Das Bad soll in den
kommenden Wochen mit dreijähriger Verspätung wieder eröffnet werden.
Ursache und Kosten der Verzögerung stehen im Mittelpunkt des beim
Wiener Handelsgericht anhängigen Rechtsstreits zwischen dem
ehemaligen Generalplaner Georg Driendl und der Wiener Stadthalle.
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