Absetzung Niko Alms als NEOS-Religionssprecher: vor den Wahlen ist nicht nach den Wahlen?

Wien (OTS) - Als Zeichen "einer Rückgratlosigkeit, die normalerweise nur langdienende etablierte Parteien auszeichnet", bewertet die "Initiative Religion ist Privatsache" die überraschende Absetzung Niko Alms als NEOS-Religionssprecher. Die Absetzung Alms gab Parteichef Matthias Strolz ausgerechnet bei einem Treffen mit Mitgliedern des ÖVP-nahen Cartellverbands bekannt, ohne jedoch Alm konkretes Fehlverhalten vorzuwerfen. Der nun ausgesprochenen Absetzung gingen wiederholte untergriffige Attacken der ÖVP gegen Alm hervor, der bis zu seiner Wahl als NEOS-Abgeordneter sich aktiv für die Trennung von Staat und Religion eingesetzt hat und dabei auch die vom US-Physiker Bobby Henderson ins Leben gerufene Politaktion "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" unterstützt hat. Laut Initiative-Sprecher Eytan Reif scheint die Partei unter Matthias Strolz seit ihrem Einzug im Parlament zunehmend von der Idee "besessen" zu sein, "um jeden Preis die bessere ÖVP darzustellen und dabei vieles zu leugnen, was sie inhaltlich sowie moralisch vor den Nationalratswahlen vertreten hat".

In diesem Zusammenhang wies Reif auch darauf hin, dass Strolz sich selbst, anlässlich einer Umfrage der "Initiative Religion ist Privatsache" unmittelbar vor den Nationalratswahlen, durchaus als Laizist präsentiert hat. So meinte Strolz noch im September 2013, dass "die Trennung von Staat und Religion in Österreich nicht vollständig vollzogen ist" und dass sämtliche Besserstellungen der Kirchen und Religionsgesellschaften in Bundes- und Landesgesetzen überprüft werden sollen, "ob sie sachlich gerechtfertigt und zeitgemäß sind". Strolz sprach sich ferner gegen eine gesetzlich verpflichtende Anbringungspflicht von Symbolen in Schulen und Kindergärten aus sowie für eine Orientierung Österreichs an gesetzliche Sterbehilfe-Lösungen, die in der Schweiz bzw. den Niederlanden gelten. "Auch wenn wir Niko Alms Aktionen nicht immer unterstützt haben, muss festgehalten werden, dass Alms bejahende Einstellung gegenüber Religionsfreiheit und weltanschaulicher Gleichbehandlung in der österreichischen Politik nach wie vor ihresgleichen sucht. Die Absetzung Alms ausschließlich infolge billigster ÖVP-Polemik lässt ernsthafte Zweifel bzgl. der politischen Aufrichtigkeit der NEOS aufkommen. Es bleibt zu hoffen, dass Wahlversprechen der NEOS betreffend Fragen der Religionsfreiheit mit der Absetzung Alms nicht für ungültig erklärt wurden".

Link zur Umfrage vom 23.9.2013:
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