- 04.06.2014, 14:35:57
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Stöger zu Mutter-Kind-Pass: Seit 40 Jahren ein Erfolgsprojekt
Meilenstein der Prävention muss laufend weiterentwickelt werden
Utl.: Meilenstein der Prävention muss laufend weiterentwickelt
werden =
Wien (OTS) - Gesundheitsminister Alois Stöger blickt anlässlich des
40-jährigen Jubiläums des Mutter-Kind-Passes auf die Anfänge zurück:
"Der Mutter-Kind-Pass ist eine zentrale Maßnahme im Rahmen der
Schwangerenbetreuung. Seit der Einführung im Jahr 1974 unter
Ministerin Ingrid Leodolter und Bundeskanzler Bruno Kreisky konnte
die Säuglingssterblichkeit von 23,5 auf 3,2 Promille reduziert
werden." Stöger betont aber auch, dass der Mutter-Kind-Pass davon
lebe, dass er sich ständig weiterentwickle.
Die jüngste Erweiterung erfolgte mit März 2014 mit einer Öffnung in
Richtung nicht-ärztlicher Leistungen: "Jede werdende Mutter kann nun
zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche eine kostenlose
Hebammenberatung in Anspruch nehmen", so der Minister. Bereits in
seiner ersten Amtsperiode erweiterte Stöger mit 1. Jänner 2010 den
Mutter-Kind-Pass um drei wichtige Untersuchungen: eine zusätzliche
Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft, einen HIV-Test
und einen Zuckerbelastungstest. Zudem wurde die Begleitbroschüre neu
gestaltet und um Impfinformationen erweitert. "Besonders in der
Schwangerschaft sind präventive Leistungen, aber auch Information und
Beratung, enorm wichtig. Das Ziel der zahlreichen Untersuchungen im
Mutter-Kind-Pass sind eine Verringerung der Komplikationen in der
Schwangerschaft und während der Geburt sowie die Früherkennung von
kindlichen Erkrankungen", so Stöger.
Anfang der 1970er Jahre war die Säuglingssterblichkeit in Österreich
höher als in anderen europäischen Ländern. 25 von 1.000 Kindern
verstarben bereits im ersten Lebensjahr. Auch die Müttersterblichkeit
lag bei 25-30 Fällen bezogen auf 100.000 Lebendgeborene. Im Jänner
1974 wurde unter Bundesministerin Ingrid Leodolter der
Mutter-Kind-Pass zur österreichweiten Verbesserung der
Schwangerenbetreuung eingeführt. Bereits im Jänner 1975 erfolgte die
Ausweitung des Untersuchungsprogramms auf Kinder bis zum 14.
Lebensmonat. Danach wurde ein schrittweiser Ausbau auf den heutigen
Umfang realisiert. Erstmals bestand für Schwangere und Kinder
unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die Möglichkeit der
Inanspruchnahme von kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Zur
Förderung der Durchführung wurde ein Anreizsystem in Form einer
erhöhten Geburtenbeihilfe geschaffen.
Der Mutter-Kind-Pass dient der Sicherstellung der gesundheitlichen
Vorsorge von Schwangeren und Kleinkindern. Die im Rahmen des
Mutter-Kind-Pass-Programms vorgesehenen Untersuchungen stellen eine
Gelegenheit zur Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung von
Krankheiten sowie zur Kontrolle des Entwicklungsstandes des Kindes
dar. Bereits in den ersten Jahren nach der Einführung zeigte sich,
dass das Angebot von den Schwangeren und Eltern sehr gut angenommen
wurde. Die Säuglingssterblichkeit sank binnen zehn Jahren von 23,5
Prozent (1974) auf 11,2 Prozent (1985) und halbierte sich somit. Im
gleichen Zeitraum konnte die Müttersterblichkeit von 19,5 (1974) um
zwei Drittel auf 6,9 (1985) reduziert werden und lag 2012 bereits nur
mehr bei 1,3 Fällen pro 100.000 Lebendgeborenen.
"Der österreichische Mutter-Kind-Pass ist ein bewährtes und
international beachtetes Vorzeigemodell, das nunmehr seit 40 Jahren
einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit von Mutter und Kind leistet.
Wir dürfen aber nicht aufhören, den Mutter-Kind-Pass laufend
weiterzuentwickeln und an den gesellschaftlichen Gegebenheiten zu
orientieren", schloss Stöger.
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