- 04.06.2014, 10:52:44
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ÖÄK-Enquete "40 Jahre Mutter-Kind-Pass - eine Erfolgsgeschichte" - 2
Hausarzt als Motivator - Mutter-Kind-Pass-Kommission: Stillstand beenden - Mediziner wieder einbinden
Utl.: Hausarzt als Motivator - Mutter-Kind-Pass-Kommission:
Stillstand beenden - Mediziner wieder einbinden =
Wien (OTS) - (Forts.) Unter dem Motto "40 Jahre Mutter-Kind-Pass -
eine Erfolgsgeschichte" lud die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK)
heute, Mittwoch, zu einer festlichen Enquete ins Billrothhaus der
Gesellschaft der Ärzte in Wien. Im Beisein von Gesundheitsminister
Alois Stöger betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK), Artur Wechselberger, dass der außergewöhnliche Erfolg dieses
Präventionsprogramms wesentlich auf der Begleitung durch Mediziner
und auf laufenden Anpassungen an den wissenschaftlichen Standard
beruhe.
In der abschließenden Podiumsdiskussion kam auch die
sozialmedizinische Aufgabe der Hausärzte zur Sprache und Vertreter
der Österreichischen Ärztekammer plädierten für die Weiterentwicklung
des Mutter-Kind-Passes unter Einbindung medizinischer Experten.
Mutter-Kind-Pass beim Hausarzt: Einblick in psychosoziales Umfeld
Hausärzte hätten über die medizinische Vorgeschichte hinaus meist
einen guten Einblick in das berufliche, soziale und familiäre Umfeld
ihrer Patienten, sagte der Präsident der Österreichischen
Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Reinhold Glehr. Auf dieser Basis
sei es oft leichter, eine werdende Mutter wenn nötig zu einem
gesunden Lebensstil zu motivieren oder psychische Probleme gezielt
anzusprechen. "Außerdem nehmen gerade Teenager, aber auch ältere
Frauen eine Schwangerschaft und in der Folge die
Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen oft erst nach einem Gespräch mit
ihrem Hausarzt wahr." Auch Glehr halte eine Ausweitung des
Mutter-Kind-Pass-Programms auf Schulkinder für sinnvoll, etwa nach
dem Beispiel des Vorsorgeprogramms "Junior Check" der
Sozialversicherungsanstalt für Gewerbliche Wirtschaft. Dieses sehe
eine jährliche, dem Alter angepasste Untersuchung für Sechs- bis
17-Jährige vor, bei der im Rahmen eines vertrauensvollen Gesprächs
auch das Gesundheitsbewusstsein der jungen Patienten gestärkt werden
solle.
Mutter-Kind-Pass-Kommission: Stillstand beenden - Mediziner wieder
einbinden
Von allem Anfang an sei der Mutter-Kind-Pass
medizinisch-wissenschaftlich begleitet worden, erklärte der Obmann
der Bundesfachgruppe Frauenheilkunde und Gynäkologie in der
Österreichischen Ärztekammer, Thomas Fiedler. Bis 1996 sei die
Beratung über den Obersten Sanitätsrat erfolgt, der vom
Gesundheitsminster bestellt wird. "Danach wurde eine eigene
Unterkommission für den Mutter-Kind-Pass eingerichtet, die sich bis
2010 höchst aktiv für die Weiterentwicklung dieses beispiellos
erfolgreichen Präventionsinstruments eingesetzt hat", so Fiedler.
Danach sei die Kommission nicht mehr nachbesetzt worden, sodass die
Entwicklung des Mutter-Kind-Passes de facto stillstehe. "Das ist aus
ärztlicher Sicht untragbar, der medizinische Fortschritt macht
schließlich nicht Halt." Die Österreichische Ärztekammer habe daher
eine eigene Interdisziplinäre Expertenkommission Mutter-Kind-Pass ins
Leben gerufen. Als deren Vorsitzender plädierte Fiedler eindringlich
dafür, medizinische Experten wieder in gesundheitspolitische
Entscheidungen rund um den Mutter-Kind-Pass einzubinden. (ar) -
(Schluss)
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