- 03.06.2014, 10:30:31
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BELVEDERE: Heidi Harsieber - Einblicke. Künstler und ihre Partner
Wien (OTS) - Seit 2004 porträtiert Heidi Harsieber Künstler und ihre
Partner. Bruno & Christine Gironcoli, Günter & Ana Brus, Hermann &
Rita Nitsch, Peter Weibel & Susanne Widl, Erwin Wurm & Elise Mougin
sowie Franz West & Tamuna Sirbiladze sind nur einige Beispiele aus
der inzwischen zu beachtlichem Umfang angewachsenen Porträtreihe.
Künstler sind es in der Regel gewohnt, sich abbilden zu lassen, nur
selten kommt dabei dem Lebenspartner eine tragende Rolle zu. So ist
es für den einen oder anderen durchaus ungewöhnlich, sich in der
Öffentlichkeit darzustellen. Heidi Harsieber hat sich jedoch mit der
für sie charakteristischen Sensibilität den Porträtierten genähert
und in den Arbeiten ihre Sprache der Sinnlichkeit um die Dimension
der erzählerischen Stille erweitert. Es ist das menschliche
Individuum, dem Harsieber ihre alleinige Aufmerksamkeit schenkt - mit
all seiner Verletzlichkeit, die die Fotografin in ihrem Schaffen, das
einem Panoptikum der Gefühle gleicht, zu veranschaulichen sucht. Vom
4. Juni bis zum 14. September zeigt das Belvedere in seinem neuen
Ausstellungsraum, dem Spitzhof, Heidi Harsiebers beeindruckende
Einblicke in das Leben österreichischer Künstlerpaare.
"Die porträtierten Künstlerpaare von Heidi Harsieber veranschaulichen
auf subtile Weise die Bandbreite von Beziehungen. Sie zeigen, wie
Partner kooperieren, sich gegenseitig inspirieren und beeinflussen
oder wie sie sich vom Einfluss des anderen abschotten. Sie zeigen die
manipulativen Momente ebenso wie die symbiotischen, die Hingabe
ebenso wie die künstlerischen Opfer, die gebracht werden", beschreibt
Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere die Werke der
Fotografin.
Gerade in der zeitgenössischen Kunst machen Künstlerduos ihre
Prozesse und Konflikte vermehrt zum Thema, wie beispielsweise Christo
und Jeanne-Claude oder Marina Abramovic und Uwe Laysiepen. Aber auch
die Kollaborationen zwischen Camille Claudel und Auguste Rodin, Frida
Kahlo und Diego Rivera oder Gabriele Münter und Wassily Kandinsky
haben die Kunstgeschichte geprägt. "Heidi Harsieber regt mit ihren
Künstlerporträts zu einem produktiven Diskurs über die Konstruktion
von Weiblichkeit und Männlichkeit, von Nähe und Distanz, von
künstlerischer und persönlicher Harmonie an. Wie auch immer sich die
Liebesbeziehungen zwischen den einzelnen Künstlern entwickelt hat,
die Bilder zeigen, dass alle Paare ein enormer, kreativer Austausch
eint", erläutert Kurator Alfred Weidinger.
"Die 'Einblicke'-Idee gründet auf Fotos, die ich 2004 von dem Ehepaar
Bruno und Christine Gironcoli machte. Ein hochinteressantes Paar, ein
gemeinsames Leben in jungen Jahren, nach 28 Jahren in Trennung haben
sie wieder geheiratet. Ich fand, dass die Komplexität einer solchen
Beziehung, auch die Probleme, die Alter und Krankheit mit sich
bringen, sowie die auf dem Partner waltende Last in den Fotos sehr
offenherzig zum Ausdruck kamen", beschreibt Heidi Harsieber den
Ausgangspunkt ihres Ausstellungskonzepts.
Harsieber, die sich bereits in ihrer Jugend für Chemie und Physik
interessierte, absolvierte nach einer Fotografenlehre die
Meisterklasse für Fotografie an der Grafischen Lehr- und
Versuchsanstalt in Wien. Diese Ausbildung sowie Lehraufträge zwischen
1977 und 2001 an der Universität für angewandte Kunst Wien sind die
Grundlagen ihres routinierten Umgangs mit der Technik. Als Wegweiser
auf ihrem künstlerischen Lebensweg nennt sie die bekannte
Fotokünstlerin Friedl Kubelka, den Kunstsammler Julius Hummel und den
Musiker und Komponisten Franz Koglmann.
Die Ausstellung "Heidi Harsieber - Einblicke. Künstler und ihre
Partner" ist von 4. Juni bis 14. September 2014 im Unteren Belvedere
im Spitzhof (Rennweg 4, 1030 Wien) zu sehen.
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