Lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung

ÖBVP fordert dringend notwendige Aufstockung der Psychotherapieplätze

Wien (OTS) - Lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung ergeben sich vor allem dadurch, dass die Krankenkassen zu wenig Psychotherapiestunden finanzieren. Dadurch können die VertragstherapeutInnen der Kassen nicht die gesamte Nachfrage abdecken. Den Versicherten bleibt nichts anderes übrig, als lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen oder selbst für die Therapiekosten aufzukommen.

"Fachlich hervorragend qualifizierte PsychotherapeutInnen sind österreichweit vorhanden, doch die Krankenkassen sind weiterhin nicht bereit, die erforderliche Zahl von Psychotherapieplätzen zu finanzieren, obwohl sie nach dem ASVG dazu verpflichtet sind und VertreterInnen des ÖBVP dies seit Jahren einfordern" bedauert Mag.a Maria-Anna Pleischl, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie (ÖBVP).

Der ÖBVP empfiehlt den PatientInnen jedenfalls Flexibilität. Je mobiler jemand in Bezug auf Ort und Zeit ist, desto größer sind die Chancen auf einen baldigen Termin. Es ist meist auch sinnvoll, die Möglichkeit eines Erstgesprächs bei einer bestimmten PsychotherapeutIn zu nutzen, auch wenn noch kein Therapieplatz frei ist, um Notwendigkeit und Umfang der Therapie abzuklären.

Dennoch bestehen vielfach lange Wartezeiten, insbesondere bei Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen. Wer sich damit nicht abfinden kann oder will, hat nur die Möglichkeit, sich mit einer bloß teilweisen Kostenrefundierung der Kasse (21,80 Euro pro Stunde) zu begnügen und den Rest selbst zu finanzieren.

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben genauso wie somatisch kranke Menschen ein Recht auf Therapie. Wartezeiten verstärken die Symptome meist und erhöhen den Leidensdruck. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz ein zusätzlicher Grund für Entwicklungsverzögerung.
"Der ÖBVP erwartet von den Krankenkassen, dass sie endlich die gesundheitspolitische Verantwortung für die psychotherapeutische Versorgung aller psychisch Kranker übernehmen" so Pleischl.

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