Falter veröffentlicht schockierende Fotos aus dem Strafvollzug

Kranke und alte Häftlinge schwer vernachlässigt und misshandelt. Beamte beklagen "Verwesungsgeruch". Justizminister Brandstetter: "Eine Katastrophe".

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter startet eine investigative Serie mit schockierenden Fotos, Videos und Akten aus dem Österreichischen Strafvollzug.

Die internen Dokumente aus den Justizanstalten Stein, Suben, Karlau, Klagenfurt und Wien zeigen, wie Häftlinge schwer vernachlässigt, Insassen von Beamten misshandelt und kriminelle Beamte protegiert werden.

In der morgen erscheinenden Ausgabe wird über einen 74jährigen psychisch kranken Mann berichtet, der in Krems-Stein in seiner Zelle buchstäblich so lange vergessen wurde, bis er "Verwesungsgeruch" verströmte, wie ein interner Akt vermerkt.

Bilder des Insassen zeigen einen völlig verwahrlosten alten Mann mit entzündeten Füßen und zentimeterlangen Zehennägeln, die ein Jahr nicht geschnitten wurden. Justizminister Wolfgang Brandstetter wurde über die schockierenden Fotos von seinen Beamten nicht informiert. Er spricht nach Ansicht der vom Falter zur Verfügung gestellten Bilder von einer "Katastrophe" und verspricht umfassende Reformen.
Der Wiener Gerichtspsychiater und ehemalige medizinische Leiter der Justizanstalt Mittersteig, Patrick Frottier sagt, man dürfe angesichts dieser Missstände "nicht zur Tagesordnung übergehen".

Amnesty Chef Heinz Patzelt spricht von einer "kriminellen Verwahrlosung, die ich noch nie gesehen habe".
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Quälens eines Gefangenen. Der Falter wird einige Bilder in seiner Printausgabe veröffentlichen, die ab 17 Uhr auf www.falter.at auch als E-Paper zur Verfügung steht.

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