- 19.05.2014, 15:36:23
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Druckbranche im Wandel: Produktivität steigt

Wien (OTS) - Gedrucktes liegt nach wie vor im Trend. Knapp 1,7
Milliarden Euro betrug 2013 der Wert der abgesetzten Produktion von
Druckwerken in Österreich. Das ist um 0,9 % weniger als im Jahr 2012.
Gleichzeitig stieg die Produktivität in den Betrieben um 3 %.
Vorarlbergs Druckereien schneiden im Branchenvergleich
überdurchschnittlich gut ab. Warum das so ist, welche Erfolgsrezepte
die Vorarlberger Druckereien haben und wie die Druckerei der Zukunft
aussehen kann, darüber diskutierten Experten und drei Vorarlberger
Vorzeigebetriebe am 17. Mai 2014 beim Österreichischen Druckertag in
Lochau/Vorarlberg.
41 Druckereien gibt es in Vorarlberg und damit
überdurchschnittlich viele, gemessen an Einwohnerzahl und Größe des
Landes. Im Ländle kommen auf 100.000 Einwohner etwa 10 Druckereien.
Öster-reichweit sind es nur 7 Druckereien pro 100.000 Einwohner.
Vorarlbergs Druckereien haben zudem durch ihre exponierte Lage und
die Grenznähe zu Schweiz, Deutschland und Liechtenstein ein besonders
stark wettbewerbsorientiertes Umfeld. Trotzdem oder gerade deshalb
haben Vorarlberger Druckereien in den letzten Jahren mit
beeindruckenden Wachstumsraten auf sich aufmerksam gemacht. Der
Druckertag widmete sich daher bei der Podiumsdiskussion dem Thema
"Vorarlberger Erfolgsstorys - drei Druckunternehmen und ihre
Geschichte". Eduard Fischer, Geschäftsführer der Offsetdruckerei
Schwarzach, Christine Schwarz-Fuchs, Geschäftsführerin der
Buchdruckerei Lustenau, und Markus Raith, Geschäftsführer des
Russmedia Verlages, erzählten, was sie und ihre Unternehmen in einem
schwierigen Umfeld wettbewerbsfähig macht. Ebenso wurde diskutiert,
warum sich Nachhaltigkeit und Profit nicht ausschließen.
Export oder Wachsen in der Region?
Der Markt für Vorarlberger Druckereien erstreckt sich traditionell
auf Österreich, Deutschland, Schweiz und Liechtenstein. Sowohl die
Offsetdruckerei Schwarzach als auch die Buchdruckerei Lus-tenau
weisen eine hohe Exportquote auf, die in den letzten Jahren stark
gestiegen ist. 54% alle Druckwerke der Buchdruckerei Lustenau werden
exportiert, bei der Offsetdruckerei Schwarzach sind es sogar 75%.
Einen anderen Weg geht der Russmedia Verlag. Bis in die 1990er Jahre
verfolgte die Familie Russ konsequent das Ziel, in Vorarlberg als
regionalem Markt zu wachsen. Erst nach dem Schritt in die digitale
Welt erfolgte eine Richtungsänderung durch Investitionen in digitale
Nischenprojekte und damit auch ins Ausland, berichtet Markus Raith,
Geschäftsführer des Russmedia Verlages. Doch die Entscheidung für
Export oder Expansion ist nur ein Puzzlestein zum Erfolg. "Gute,
verlässliche Qualität und Top-Mitarbeiter sind unser größtes
Kapital", erklärt Christine Schwarz-Fuchs, deren Buchdruckerei
Lustenau als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet wurde.
Klimaschutz als Verkaufsargument
Für Eduard Fischer, Geschäftsführer der Offsetdruckerei
Schwarzach, ist Klimaschutz nicht nur Teil der gesellschaftlichen
Verantwortung, sondern auch eine wichtige Strategie für die
Marktpositionie-rung: "Das Logo 'klimaneutral gedruckt' auf den
Verpackungen ist für viele unserer Kunden ein Wettbewerbsvorteil. Vor
allem in der Schweiz reagieren die Unternehmen sehr sensibel und
bevorzugen Lieferanten mit entsprechenden Zertifikaten." Wichtig ist
für Fischer, hier in langfristigen Zielen zu denken: "Die
Unabhängigkeit und Unberechenbarkeit von fossilen Brennstoffen
bringen aber für diese Investitionen in der Zukunft wesentliche, auch
betriebswirtschaftliche, Vorteile." Ähnlich sieht das Christine
Schwarz-Fuchs, Geschäftsführerin der Buchdruckerei Lustenau, die seit
dem Jahr 2000 ebenfalls auf Erdwärme als alternative Energiequelle
setzt. Zusätzlich verwendet die Buchdruckerei Lustenau auch die
Abwärme der Druckmaschinen für die Heizung der gesamten
Büroräumlichkeiten und für Warmwasser. "Gerade die Investitionen in
umweltfreundliche Heizsysteme haben rasch für eine spürbare Ersparnis
gesorgt. Schon nach dreieinhalb Jahren hatten wir die
Investitionskosten abgedeckt", berichtet Schwarz-Fuchs.
Das Geheimnis des Erfolges
"Wir haben Wettbewerb nie als Bedrohung, sondern immer als Chance
verstanden", sagt Markus Raith. Dem stimmt auch Eduard Fischer zu:
"Wir haben uns nie auf dem ausgeruht, was wir erreicht haben, sondern
haben das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt." Wichtig ist
auch die persönliche Einstellung, da sind sich alle drei einig.
Christine Schwarz-Fuchs bringt es auf den Punkt: "Wer seinen Beruf
liebt, scheut auch keinen außerordentlichen Einsatz. Und das ist in
der heutigen Zeit sicher sehr wichtig. Ich liebe die Druckbranche,
und ich liebe den Geruch von Druckfarben." Und das ist ansteckend.
Nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Kunden.
Verband als Netzwerk
Den Verbandes Druck & Medientechnik sehen alle drei als wichtiges
Netzwerk für ihre Unternehmen. "Der Verband bietet eine gute
Plattform, um sich mit Branchenkollegen auszutauschen. Darüber hinaus
hat der Verband eine wichtige Servicefunktion und unterstützt bei
branchenspezifischen Fragen", so Markus Raith. Eduard Fischer betont
zudem die Aufgabe des Verbandes als Qualifizierungspartner durch das
breit gestaltete Seminarangebot und durch die enge Kooperation mit
der "Graphischen", der Höheren graphischen Bundeslehr- und
Versuchsanstalt in Wien.
Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die
einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung
für die grafische Branche in Österreich. Präsident: Gerald Watzal,
Geschäftsführer: Mag. Werner Neudorfer.
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