Kapellari: Seligsprechung Durcovicis ist "Zeichen vitaler Kirche"

Grazer Bischof in "Kathpress"-Gespräch: "Habe eine überaus lebendige Ortskirche erlebt"

Bukarest-Graz, 18.05.14 (KAP) Die Seligsprechung des aus Österreich stammenden Märtyrerbischofs Anton Durcovici (1888-1951) am Samstag im rumänischen Iasi ist "Zeichen einer überaus vitalen Kirche vor Ort": Das unterstrich der Grazer Diözesanbischof und Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz bei der Seligsprechung, Bischof Egon Kapellari, am Sonntag im Gespräch mit "Kathpress". Er habe eine "überaus lebendige Ortskirche" erlebt, die zu Zehntausenden im Stadion von Iasi ihren neuen Seligen gefeiert habe. Durcovici sei außerdem der erste Halbösterreicher, der als Opfer des Kommunismus zu den Ehren der Altäre erhoben worden sei, erinnerte Kapellari.

Die Seligsprechung könne zugleich als ein Aufbruchssignal für die Katholiken in Rumänien verstanden werden, ein "uneitles Selbstbewusstsein" zu entwickeln und entschieden für den Glauben in der Öffentlichkeit einzustehen, so Kapellari weiter. Berührt zeigte sich der Grazer Bischof auch vom Lebenszeugnis des 1888 unter dem Namen Anton Durkowitsch im niederösterreichischen Bad Deutsch-Altenburg geborenen Seligen: Die "bestialischen" Umstände seines Todes 1951 in einem Securitate-Gefängnis und der Umstand der heute so lebendigen katholischen Kirche in Rumänien zeigten die Wahrheit des dem Kirchenvater Tertullian zugeschriebenen Zitats, dass das Blut der Märtyrer "der Same der Kirche" sei.

Das Seligsprechungsverfahren wurde 1987 in Wien eingeleitet und konnte erst nach der Wende 1989 in Bukarest weitergeführt werden. Die Anerkennung des Martyriums durch Papst Franziskus erfolgte offiziell voriges Jahr. Durcovici ist bereits der dritte rumänische Märtyrerbischof aus der kommunistischen Zeit, der seliggesprochen wurde. Szilard Bogdanffy (1911-53) wurde 2010 und Janos Scheffler (1887-1952) 2011 seliggesprochen. 2013 wurde der Märtyrer-Priester Vladimir Ghika (1873-1954) zur Ehre der Altäre erhoben. 87 Prozent der rund 21 Millionen Rumänen bekennen sich zur rumänisch-orthodoxen Kirche, 8 Prozent sind römisch-katholisch.

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