• 16.05.2014, 12:43:09
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Medien.Mittelpunkt Ausseerland: Kontroverse Debatte zur Wandlungsfähigkeit von Politik und Wirtschaft

Über die Wandlungsfähigkeit von Politik und
Wirtschaft diskutierten beim ersten Medien.Mittelpunkt in
Altaussee(v.l.): Eveline Steinberger-Kern, Beate Winkler, Susanne
Glass, Sophie Karmasin und Sabine 'Sassy' Holzinger.

Innsbruck (TP/OTS) - Mit rund 60 hochkarätigen Teilnehmern aus
Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur startete Donnerstagabend der
Medien.Mittelpunkt Ausseerland in Altaussee. Im inhaltlichen Fokus
standen die Sehnsucht nach dem Echten, das gesellschaftliche
Wertesystem, das sich in einem rasanten Klimawandel befindet.

Mit einem literarischen Streifzug durch die Region wurde die neue
Veranstaltungsreihe feierlich eröffnet. Die in Altaussee lebende
Schriftstellerin Barbara Frischmuth begeisterte die Teilnehmer mit
einer Lesung aus Ihrem 2012 erschienenen Roman "Woher wir kommen",
der in Wien, Istanbul und vor allem auch in Altaussee spielt.

Im Anschluss daran brachte Dana Giesecke, Soziologin und Leiterin
der Stiftung FUTURZWEI, mit ihrer kritischen Reflexion zur
ungebrochenen Wachstumsgläubigkeit und Konsumeuphorie unserer
westlichen Welt, die facettenreiche Diskussion ins Rollen. Angesichts
schwindender Rohstoffe sei ein Wandel unumgänglich, so Giesecke.
Tatsächlich fresse die heutige Wirtschaftskultur die Zukunft
kommender Generationen. Eindimensionaler Glaube an permanenten
technologischen Fortschritt und Wachstum sei in weiten Teilen der
Gesellschaft einem fortschreitenden Zukunftspessimismus gewichen.
Dass es den eigenen Kindern einmal besser gehe, daran würde heute in
Deutschland nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung glauben.

Dass auch ein anderes zukunftsfähiges und damit neues ökonomisches
Paradigma möglich sei, müsse sich erst langsam in den Köpfen der
Menschen festsetzen. Deshalb konzentriere sich die Stiftung
FUTURZWEI auch auf das Erzählen von Geschichten des Gelingens über
Wirtschaftsunternehmen mit nachhaltigen Strategien. Giesecke: "Wir
brauchen diese nachvollziehbaren Praxisbeispiele, weil niemand
irgendetwas Abstraktes rettet, sondern immer nur ganz Konkretes!"

Gieseckes Kritik am Hyperkonsum und ihrem Aufruf an geeigneten
Stellen auch Verzicht zu üben, widersprach Eveline Steinberger-Kern,
die jahrelang in Toppositionen großer Konzerne tätig war und
schließlich die international tätige Firma "green minds" gründete.
Derartige Verzichtsdebatten dürften nicht nur aus der Sicht des
wohlhabenden Europas geführt und müssten von einer
Gerechtigkeitsdiskussion begleitet werden, denn der Blickwinkel
beispielsweise in Schwellenländern sei verständlicherweise ein völlig
anderer.

Zur Wandlungsfähigkeit von Politik und Wirtschaft angesichts von
rasanten gesellschaftlichen Umbrüchen entfaltete sich beim
"Medien.Mittelpunkt Ausseerland" eine rege Diskussion. Beate Winkler,
erste weibliche Direktorin einer EU-Agentur und ehemalige Beraterin
europäischer SpitzenpolitikerInnen, bestätigte vor dem Hintergrund
eigener Erfahrungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse: "Zwischen
Erkenntnis, dass ein Thema angegangen werden muss und Aktion vergehen
in der Politik gerne einmal 10 Jahre." Und auch Sabine "Sassy"
Holzinger, Sängerin von Österreichs erfolgreichster Mundartband "DIE
SEER" bestätigte: "Es ist viel Bequemlichkeit im System. Solange es
uns gefühlt recht gut geht, ist und bleibt der Mensch ein
Beharrungswesen."

Diese Einschätzung teilte auch Österreichs Familienministerin
Sophie Karmasin, die mehr Mut und Kreativität einforderte. Mit dem
Aufruf zu Verzicht erreiche man nichts, anziehende Bilder und
Visionen in einer Gesellschaft zu etablieren, die konkrete
Verhaltensänderungen nach sich ziehen, sei ein Gebot der Stunde. Ihre
eigene Motivation für den Wandel von der angesehenen
Wissenschaftlerin zur Politikerin erklärte Karmasin sehr persönlich:
"Ich sah daran die Chance nicht mehr nur besser zu wissen, sondern es
auch besser zu machen." Sich in diesem Sinne für mehr
Familienfreundlichkeit einzusetzen sei enorm wichtig, weil darin auch
zentrale Nachhaltigkeitsaspekte für eine Gesellschaft geweckt werden.
Kinder erweitern den Horizont automatisch über die eigene Generation
hinaus."

Mit hochkarätigen Programmpunkten zwischen Politik und Literatur
wird der "Medien.Mittelpunkt Ausseerland" heute fortgesetzt.
Freitagnachmittag beschäftigen sich die Journalisten und Buchautoren
Gerhard Jelinek und Gregor Mayr mit den Anfängen des ersten
Weltkriegs.

Das inhaltliche Finale des Medien.Mittelpunktes wird mit der
Abendveranstaltung am Freitag über die Bühne gehen. Zum Thema "Wie
zukunftsfähig ist die europäische Politik?" werden sich gut eine
Woche vor der Europawahl Dimitrios Droutsas (Europaabgeordneter,
Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten & Demokraten im
Europäischen Parlament; ehemaliger griechischer Außenminister), Fritz
Grillitsch(Abgeordneter zum Nationalrat, ÖVP), Eva Lichtenberger
(Europaabgeordnete und Fraktionssprecherin der Grünen) und Christian
Kern (Vorstandsvorsitzender ÖBB Holding AG und Vorsitzender des
Europäischen Eisenbahnverbandes CER) den durchaus provokanten
Zukunftsthesen der Journalisten Martina Salomon (Kurier), Matthias
Kamp (WirtschaftsWoche) und Michael Jungwirth (Kleine Zeitung)
stellen.

Über den Medien.Mittelpunkt.Ausserland

Der Medien.Mittelpunkt.Ausserland ist eine Veranstaltung von
Tourismusverband Ausseerland - Salzkammergut, Verband der
Auslandspresse in Wien, Presseclub Concordia, Heidi Glück - spirit &
support sowie pro.media kommunikation.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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