- 12.05.2014, 10:52:30
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Kleinwasserkraft Österreich: Bad Bank für Atomkraftwerke ist ein Anschlag auf die Steuerzahler und die Energiewende
Gewinne wurden privatisiert, die Folgekosten sollen sozialisiert werden
Utl.: Gewinne wurden privatisiert, die Folgekosten sollen
sozialisiert werden =
Wien/Berlin (OTS) - Der Verein Kleinwasserkraft Österreich kritisiert
die Idee deutscher AKW-Betreiber eine Art "Bad Bank" für alte
Atomkraftwerke einzurichten. "Der Steuerzahler soll den Dreck
wegräumen und die Bewachung des Atommülls über mindestens 10.000
Jahre finanzieren", empört sich Kleinwasserkraft Präsident Christoph
Wagner. Gleichzeitig soll die Kleinwasserkraft täglich Ökostrom ins
Netz einspeisen und mit 3,5 Cent/kWh ihr Auslangen finden. "Der
Beitrag der Kleinwasserkraft zum Ausstieg aus der Atomenergie und zur
CO2-Reduktion muss unseren Betreibern auch abgegolten werden",
fordert Wagner einen Mindestpreis für sauberen Strom aus
Kleinwasserkraftwerken. Weitere AKW zu bauen oder bestehende länger
am Netz zu lassen kommt dem Steuerzahler deutlich teurer als
erneuerbare Energien zu unterstützen. Die Wasserkraft ist dabei der
sehr preiswerte Kern der Energiewende.
Mit 1. Juli soll das neue Beihilfenrecht der EU-Kommission für
Energie und Umweltschutz in Kraft treten. Ein Verbot von Subventionen
für die Atomwirtschaft ist darin nicht vorgesehen. Dafür sollen die
Einspeisetarife für erneuerbare Energien deutlich gekürzt werden und
möglichst bald komplett auslaufen. "Das EU-Beihilfenrecht, ein zu
niedriges Ziel der EU-Kommission von 27% für erneuerbare Energien bis
2030, neue und hohe Einspeisetarife für das AKW Hinkley Point C und
jetzt eine "Bad Bank" für alte Atomkraftwerke in Deutschland. Das
alles ist ein großer durchgängiger Plan die Energiewende umzukehren,
fossile und atomare Kraftwerke unnötig lang am Strommarkt zu halten
und den Ausbau von erneuerbaren Energien zu verzögern", analysiert
Erwin Mayer von Kleinwasserkraft Österreich. Statt einer "Bad Bank"
sollte den AKW-Betreibern die Kosten für die Abwrackung und den
Atommüll auf ihre Stromproduktion sofort in voller Höhe angerechnet
werden. Das alleine würde den "Marktpreis" für europäischen Strom um
mehrere Eurocent/kWh erhöhen. Rechnet man dann noch den CO2-Preis mit
ein, der für ein 2GradC Ziel der Klimapolitik notwendig ist, ergibt
sich ein tatsächlicher Marktpreis von deutlich über 3,5 Cent/kWh.
"Damit wäre die Kleinwasserkraft ohne jegliche Ausgleichszahlungen
mehr als konkurrenzfähig", konstatiert Christoph Wagner abschließend.
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