EU zieht an einem Strang - Entwicklungszusammenarbeit post 2015

Wien (OTS) - Zum Auslaufen der Millenniums-Entwicklungsziele definieren internationale Geber ihren künftigen Kurs zur Armutsminderung nach dem Jahr 2015 neu. Wohin die EU-Entwicklungspolitik steuert, wird morgen Abend in Wien beim DialogEntwicklung der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, mit Gästen aus Europa und Österreich diskutiert.

In einer sich schnell verändernden Welt müssen Know-how und Gelder für Entwicklungszusammenarbeit noch besser und vor allem international gut auf einander abgestimmt eingesetzt werden. Das bringt die größten Erfolge. Aufgrund der anerkannten österreichischen Expertise im Wassersektor übernahm die ADA zum Beispiel in Uganda und Moldau das Management gemeinsamer europäischer Programme", sagt ADA-Chef Martin Ledolter.

Die Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit sind nach wie vor groß: 1,2 Milliarden Menschen leben in extremer Armut und müssen mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen. "Entsprechend der 'EU-Agenda für den Wandel' müssen wir als Entwicklungspartner besser zusammenarbeiten, wenn wir unsere Welt nachhaltig verbessern wollen. Gelungen ist dies zum Beispiel auf internationaler Ebene im Hinblick auf den raschen Rückgang der Kindersterblichkeit durch die Prävention und die Behandlung von Infektionskrankheiten in den letzten zwei Jahrzehnten", so Richard Manning, Vorsitzender des britischen Institute of Development Studies und ehemaliger Vorsitzender des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation (OECD/DAC).

"Die EU-Mitgliedsstaaten koordinieren künftig ihren Mitteleinsatz und ihre Entwicklungsprogramme noch gezielter, um sicherzustellen, dass nicht nach dem Gießkannenprinzip Hilfe geleistet wird. Ressourcen der Geber- und Empfängerländer sollen gebündelt zum Einsatz kommen und versprechen so eine weitreichendere Wirkung gegen Armut", ergänzt Klaus Rudischhauser, stellvertretender Generaldirektor von EuropeAid. Mit "Joint Programming" - also dem gemeinsamen Programmieren der Entwicklungspolitik - kommen Gelder besser an, sind sich die Experten einig. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Eigenverantwortung der Entwicklungsländer sowie der Transparenz, Planbarkeit und gegenseitigen Rechenschaftspflicht. Dieser neue Ansatz wird bereits in 20 Entwicklungsländern angewandt. In den kommenden fünf bis zehn Jahren sollen es mehr als doppelt so viele werden.

Österreich koordiniert derzeit sieben EU-Projekte

"Österreich hat als kleines Land im internationalen Umfeld beispielsweise im Wassersektor einen hervorragenden Expertenruf. Das ist mit ein Grund dafür, dass die Austrian Development Agency für die EU derzeit Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern mit einem Gesamtvolumen von mehr als 60 Millionen Euro umsetzt und koordiniert", freut sich Ledolter. In Uganda zum Beispiel wird derzeit die Wasser- und Sanitärversorgung für 350.000 Menschen in kleinen Städten im Südwesten und Osten des Landes aufgebaut. In Moldau erhalten - durch das Engagement der EU, der ADA und der Schweiz - 23.000 Menschen eine neue Trinkwasserversorgung. In Serbien wiederum geht es um die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Gemeinden, um die Stärkung des Tourismus entlang der Donau und um den Aufbau von Infrastruktur. "Österreich liegt damit auf Kurs mit der neuen EU-Entwicklungspolitik und steht für moderne und international effektive Entwicklungszusammenarbeit", so Ledolter abschließend.

Veranstaltungstipp:

DialogEntwicklung "Making Change Happen"
am 13. Mai 2013, 18.00 - 19.30 Uhr
Oesterreichische Kontrollbank, Reitersaal, Strauchgasse 3, 1010 Wien

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung. Das Außenministerium plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
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Tel.: +43 (0)1 90399-2400
doris.gebru-zeilermayr@ada.gv.at
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