• 12.05.2014, 10:17:59
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EU zieht an einem Strang - Entwicklungszusammenarbeit post 2015

Wien (OTS) - Zum Auslaufen der Millenniums-Entwicklungsziele
definieren internationale Geber ihren künftigen Kurs zur
Armutsminderung nach dem Jahr 2015 neu. Wohin die
EU-Entwicklungspolitik steuert, wird morgen Abend in Wien beim
DialogEntwicklung der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur
der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, mit Gästen aus
Europa und Österreich diskutiert.

In einer sich schnell verändernden Welt müssen Know-how und Gelder
für Entwicklungszusammenarbeit noch besser und vor allem
international gut auf einander abgestimmt eingesetzt werden. Das
bringt die größten Erfolge. Aufgrund der anerkannten österreichischen
Expertise im Wassersektor übernahm die ADA zum Beispiel in Uganda und
Moldau das Management gemeinsamer europäischer Programme", sagt
ADA-Chef Martin Ledolter.

Die Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit sind nach
wie vor groß: 1,2 Milliarden Menschen leben in extremer Armut und
müssen mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen. "Entsprechend
der 'EU-Agenda für den Wandel' müssen wir als Entwicklungspartner
besser zusammenarbeiten, wenn wir unsere Welt nachhaltig verbessern
wollen. Gelungen ist dies zum Beispiel auf internationaler Ebene im
Hinblick auf den raschen Rückgang der Kindersterblichkeit durch die
Prävention und die Behandlung von Infektionskrankheiten in den
letzten zwei Jahrzehnten", so Richard Manning, Vorsitzender des
britischen Institute of Development Studies und ehemaliger
Vorsitzender des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation (OECD/DAC).

"Die EU-Mitgliedsstaaten koordinieren künftig ihren Mitteleinsatz
und ihre Entwicklungsprogramme noch gezielter, um sicherzustellen,
dass nicht nach dem Gießkannenprinzip Hilfe geleistet wird.
Ressourcen der Geber- und Empfängerländer sollen gebündelt zum
Einsatz kommen und versprechen so eine weitreichendere Wirkung gegen
Armut", ergänzt Klaus Rudischhauser, stellvertretender
Generaldirektor von EuropeAid. Mit "Joint Programming" - also dem
gemeinsamen Programmieren der Entwicklungspolitik - kommen Gelder
besser an, sind sich die Experten einig. Besonderes Augenmerk gilt
dabei der Eigenverantwortung der Entwicklungsländer sowie der
Transparenz, Planbarkeit und gegenseitigen Rechenschaftspflicht.
Dieser neue Ansatz wird bereits in 20 Entwicklungsländern angewandt.
In den kommenden fünf bis zehn Jahren sollen es mehr als doppelt so
viele werden.

Österreich koordiniert derzeit sieben EU-Projekte

"Österreich hat als kleines Land im internationalen Umfeld
beispielsweise im Wassersektor einen hervorragenden Expertenruf. Das
ist mit ein Grund dafür, dass die Austrian Development Agency für die
EU derzeit Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern mit einem
Gesamtvolumen von mehr als 60 Millionen Euro umsetzt und
koordiniert", freut sich Ledolter. In Uganda zum Beispiel wird
derzeit die Wasser- und Sanitärversorgung für 350.000 Menschen in
kleinen Städten im Südwesten und Osten des Landes aufgebaut. In
Moldau erhalten - durch das Engagement der EU, der ADA und der
Schweiz - 23.000 Menschen eine neue Trinkwasserversorgung. In Serbien
wiederum geht es um die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von
Gemeinden, um die Stärkung des Tourismus entlang der Donau und um den
Aufbau von Infrastruktur. "Österreich liegt damit auf Kurs mit der
neuen EU-Entwicklungspolitik und steht für moderne und international
effektive Entwicklungszusammenarbeit", so Ledolter abschließend.

Veranstaltungstipp:

DialogEntwicklung "Making Change Happen"
am 13. Mai 2013, 18.00 - 19.30 Uhr
Oesterreichische Kontrollbank, Reitersaal, Strauchgasse 3, 1010 Wien

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder
in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei
ihrer nachhaltigen Entwicklung. Das Außenministerium plant die
Strategien und Programme, die Austrian Development Agency setzt diese
gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen,
Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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