• 09.05.2014, 14:47:48
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Bundesminister Rupprechter: Ländlicher Raum ist Impulsgeber für lebenswertes Europa

Internationale Konferenz zur Zukunft der Regionen und zur Rolle der Agrarpolitik für den Umweltschutz

Landwirtschaftsminister Byurhan Abasov
(Bulgarien)und Nicos Kouyialis (Zypern), Bundesminister Rupprechter,
MEP Elisabeth Köstinger, Landwirtschaftsminister Christian Schmidt
(Deutschland) und Dejan Zidan (Slowenien)vor dem Bergbauernmuseum
Z`Bach

Utl.: Internationale Konferenz zur Zukunft der Regionen und zur
Rolle der Agrarpolitik für den Umweltschutz =

Wildschönau (OTS) - Der ländliche Raum nimmt eine zentrale Rolle für
die Wirtschaftskraft und die Lebensqualität in ganz Europa ein. In
Österreich werden 35 Prozent der Bruttowertschöpfung in ländlichen
Gebieten erwirtschaftet. Die Umweltleistungen werden dabei immer
wichtiger - sowohl bei den Klein- und Mittelbetrieben, also auch in
der Landwirtschaft. "Der ländliche Raum ist entscheidender
Impulsgeber für ein lebenswertes Österreich. Zwei Drittel der
Österreicherinnen und Österreicher leben in ländlich geprägten
Regionen. Als Siedlungsraum sowie als Wirtschafts-, Natur- und
Erholungsraum sind die ländlichen Gebiete für Österreich von enormer
Bedeutung", betonte Bundesminister Andrä Rupprechter anlässlich der
internationalen Konferenz "Der ländliche Raum hat Zukunft" in
Wildschönau (Tirol).

An der Konferenz unter dem Vorsitz von Forum-Alpbach-Präsident Franz
Fischler nahmen Politiker aus ganz Europa teil - unter anderen die
Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (Deutschland), Dejan Zidan
(Slowenien), Nicos Kouyialis (Zypern) und Byurhan Abasov (Bulgarien).
Mit hochrangigen Vertretern der EU-Institutionen, der Bundesländer
und der Sozialpartner diskutieren auch die EU-Spitzenkandidaten der
ÖVP, Othmar Karas und Elisabeth Köstinger.

Der Ländliche Raum und die Umwelt

Bundesminister Rupprechter hob besonders die Bedeutung der Ländlichen
Entwicklung für den Umwelt- und Naturschutz hervor.
"Klimafreundliche Bewirtschaftungsformen leisten einen wertvollen
Beitrag zum Schutz unserer Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft
und tragen zur Erhaltung unserer artenreichen Kulturlandschaft bei",
betonte Rupprechter.

Der Klimaschutz ist das Kernelement des Agrarumweltprogramms (ÖPUL),
an dem sich rund 110.000 Betriebe beteiligen. Für Natur- und
Umweltschutzmaßnahmen stehen insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro für
2014 und 2015 zur Verfügung.
Gefördert werden u.a. Bewirtschaftungsformen, die günstige
Auswirkungen auf das Klima haben, etwa bodenverbessernde Maßnahmen
(Humusaufbau) und die biologische Wirtschaftsweise. Weniger
Düngemitteleinsatz sowie schonende Bodenbearbeitung führen zur
Reduktion landwirtschaftlicher Treibhausgasemissionen. Dazu kommen
Investitionen in erneuerbare Energien und umweltfreundliche
Mobilitätslösungen. Die Reduktion von CO2-Emissionen wird z.B. über
die Investitionsförderung für Anlagen zur energetischen Nutzung
nachwachsender Rohstoffe sowie für PV-Anlagen erreicht.

Im Bereich Naturschutz stellt das ÖPUL-Programm die Erhaltung von
rund 81.000 ha an wertvollen Flächen sicher. Diese Maßnahme ist mit
42. Mio. Euro pro Jahr dotiert. Weiters werden Nationalparks, auch im
Rahmen von LEADER Projekten, mit rund 15 Mio. Euro gezielt
unterstützt. Naturschutzprojekte wie z.B. das Management von
Schutzgebieten, naturschutzfachliche Planungen, Grundankauf zu
Naturschutzzwecken oder Renaturierung von schützenswerten Flächen
(Trockenrasen oder Feuchtgebieten) werden in Summe mit rund 120 Mio.
Euro gefördert. Auch die Erhaltung von Streuobstbeständen (etwa 8.500
ha) oder die Bewirtschaftung von Bergwiesen (ca. 1.700 ha) wird mit
dem ÖPUL-Programm gefördert.
Wesentlich für den Ländlichen Raum ist der Schutz vor Naturgefahren.
Bis 2018 werden jährlich 200 Millionen Euro in den Schutz der
Bevölkerung investiert. Rupprechter: "Mit der Hochwassermilliarde
machen wir Österreich sicherer."

Zusammenarbeit, Innovation und Wirtschaftskraft

Die Hauptthemen der Konferenz wurden in vier Podiumsdiskussionen
behandelt - geleitet von den ehemaligen Landwirtschaftsministern
Josef Riegler, Franz Fischler, Wilhelm Molterer und Nikolaus
Berlakovich. Diskutiert wurde über die ländliche europäische
Wirtschaft im globalen Wettbewerb mit Schwerpunkt auf Innovation,
grenzübergreifende, regionale Zusammenarbeit sowie Kultur und
Tourismus.

Bundesminister Rupprechter: "Mein Ziel ist die nachhaltige Sicherung
der Lebens- und Naturqualität im ländlichen Raum. Das Kernelement ist
eine multifunktionale, nachhaltige und wettbewerbsorientierte Land-
und Forstwirtschaft, die möglichst flächendeckend ist. Durch
intelligentes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum können wir den
ländlichen Raum als attraktiven Lebens-, Wirtschafts- und
Erholungsraum weiterentwickeln und stärken."

EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger verwies auf den wichtigen Beitrag
der EU für die Entwicklung des Ländlichen Raums und der Regionen. Es
gehe darum, den Lebensraum für rund 6 Millionen Menschen aktiv zu
gestalten und in den Landgemeinden Arbeitsplätze und Infrastruktur zu
schaffen. "Auch die EU leistet durch das Zusammenspiel der
Finanzierungs-Fonds einen wichtigen Beitrag. Ohne das Programm für
Ländliche Entwicklung wäre etwa eine flächendeckende, umweltgerechte
Bewirtschaftung durch wettbewerbsfähige bäuerliche Familienbetriebe
nicht denkbar. 530.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt von
der Landwirtschaft abhängig."

Deutschlands Landwirtschaftsminister Christian Schmidt betonte die
Bedeutung des Prinzips Nachhaltigkeit bei der Umsetzung der
Gemeinsamen Agrarpolitik. "Nur durch eine verantwortungsvolle Nutzung
der vorhandenen Potentiale übernehmen wir tatsächlich die
Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt. Wir brauchen in Europa
eine starke, nachhaltige Landwirtschaft und eine starke ländliche
Entwicklung. Das eine ist ohne das andere nur schwer vorstellbar", so
Minister Schmidt.

Für Dejan Zidan, Minister für Landwirtschaft und Umwelt der Republik
Slowenien, ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit "eine der
großen Stärken der Europäischen Union". Die Erhaltung der Landschaft,
nachhaltige Landnutzung und die Anpassung an den Klimawandel seien
die wichtigsten Ziele, die es jetzt umzusetzen gelte.

Die internationale Konferenz fand in der Heimat des früheren
ÖVP-Politikers Sixtus Lanner statt, der als Pionier der Entwicklung
des ländlichen Raums gilt. Lanner, der am 12. Mai seinen 80.
Geburtstag feiert, war Ehrengast der Konferenz.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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