• 08.05.2014, 12:22:27
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2. Casinos Austria Kultur Talk - Einhelliges Bekenntnis zur Leermedienabgabe

Kulturexperten diskutierten über praktikable Lösungen für heimische Kunst- und Kulturszene

Utl.: Kulturexperten diskutierten über praktikable Lösungen für
heimische Kunst- und Kulturszene =

Wien (OTS) - Im Rahmen des zweiten Casinos Austria Kultur Talks lud
Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher gestern Abend zu einer hochkarätig
besetzten Diskussions-Soiree ins Café des Wiener Justizpalastes. Dem
Titel der Veranstaltung entsprechend - "Für die Kunst leben, von der
Kunst leben" - bildete die aktuelle Situation von heimischen
Künstlerinnen und Künstlern, im Spannungsfeld zwischen Urheberrecht,
Leermedienabgabe und fairer Entlohnung, den Mittelpunkt der
Gespräche.

Neben Kulturminister Josef Ostermayer und
Interims-Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann nahmen Paulus
Hochgatterer, Schriftsteller und Kinderpsychiater, Thomas Gratzer,
Direktor des Rabenhof-Theaters, Paul Hertel, Komponist sowie der
Musiker Andy Baum am Podium Platz. Durch den Abend führte die
ORF-Moderatorin und Autorin Clarissa Stadler.

Mit einer kleinen Anekdote über ein Treffen mit Willi Resetarits
brachte Vorstandsdirektor Hoscher zu Beginn die aktuellen
Lebensumstände heimischer Kreativer auf den Punkt. "Jetzt stehst du
ohnehin schon auf der Bühne und machst Musik - jetzt willst du auch
noch Geld dafür", hatte man damals zu Resetarits gesagt. Heute ist
diese Situation künstlerischer Alltag. Geistiges und künstlerisches
Eigentum sei ebenso schützenswert wie andere Vermögenswerte. Dafür
aber, so Hoscher, "braucht es ein funktionierendes Urheberrecht und
die Institutionalisierung einer fairen Abgabe für Künstlerinnen und
Künstler".

Für Casinos Austria ist die Förderung von Kunst und Kultur eine
gesellschaftspolitische Verantwortung und seit jeher fester
Bestandteil der Unternehmensphilosophie. "Viele langjährige
Kooperationen in den Bereichen Musik, Theater, Museen und Literatur
tragen diesem Umstand Rechnung und dienen nicht nur dem
künstlerischen, sondern auch dem kulturpolitischen Diskurs", betonte
Hoscher.

Kulturminister Ostermayer hielt fest, dass in Deutschland bereits
seit 2008 eine rechtskräftige Regelung in Kraft getreten sei und
mittlerweile 21 von 28 EU-Mitgliedsstaaten eine Lösung wie die
Festplattenabgabe gesetzlich verankert hätten. Nun sollen
entsprechende Schritte auch in Österreich folgen. "Es besteht Konsens
darüber, dass Kunst einen Wert hat und geistige Schöpfungen
abzugelten sind. Jetzt geht es darum, eine verfassungs- und
EU-rechtlich kompatible Lösung zu Papier zu bringen", so Ostermayer.
Inhaltlich gelte es, die Möglichkeiten einer adäquaten Abgeltung des
Urheberrechts sowie die Definition der "Privatnutzung" abzuklären.
Zudem werde gerade intensiv an einer gesetzlichen Fixierung der
jährlichen Filmförderung im Rahmen des Film- und Fernsehabkommens mit
dem ORF in der Höhe von acht Millionen Euro gearbeitet. Und auch die
Verbesserung der Bedingungen im Künstlersozialversicherungsfonds
stehe auf seiner Agenda.

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass künstlerisches
Schaffen einen ökonomischen Wert hat. Nicht nur aus dem Blickwinkel
eines Schriftstellers, sondern auch als Psychiater ortete Paulus
Hochgatterer eine Form von "Regression" im Umgang mit Kunst - "Wir
erwarten uns, dass Kunst und Kultur selbstverständlich da sind, wenn
wir sie brauchen und wollen. Dahinter steckt aber eine Leistung, und
dafür braucht es eine finanzielle Abgeltung wie für jede andere
Arbeit." Zwar setze langsam ein gesellschaftliches Umdenken ein, doch
seien nach wie vor viele Kreative weiterhin mit prekären
Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert. "Es gibt gerade im
Theaterbereich viele, durchaus auch prominente Fälle, die sich die
Kunst des Schauspielens nur mehr dank eines Nebenjobs leisten
können", führte Rabenhof-Chef Thomas Gratzer aus. Die interimistische
Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann schlug in dieselbe Kerbe:
"Immer öfter kommt es zu temporären Arbeitsverträgen, das Ensemble
kann nicht mehr ganzjährig beschäftigt werden."

Andy Baum bekräftigte die Forderung der Kunstschaffenden nach einer
Lösung des Leermedienabgabe-Streits. In den letzten Jahren habe sich
die geltende Leerkassettenvergütung für die Gesellschaft der Autoren,
Komponisten und Musikverleger (AKM) finanziell um mehr als die Hälfte
verringert. Nun brauche es moderne, rechtliche Rahmenbedingungen. In
Zeiten des allgegenwärtigen Internets wäre es ein Trugschluss zu
glauben, dass Kunst kostenlos zu haben sei. "Auch hier ist absolut
nicht gratis. Im Gegenteil: Es ist sehr viel Geld im Spiel, das aber
vielfach nicht bei den Künstlerinnen und Künstlern ankommt", verlieh
Paul Hertel abschließend den Worten seines Vorredners Nachdruck.

Informationen zur Kunst- und Kulturförderung von Casinos Austria
sowie Bilder des zweiten Casinos Austria Kultur Talks stehen unter
www.sponsoring.casinos.at zum Download zur Verfügung.

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