BIFIE: Bewertungsschlüssel für Englisch-Matura ist fair und sichert Vergleichbarkeit

Variabler Cut Score bei der Benotung berücksichtigt Schwierigkeitsgrad der Aufgaben

Wien (OTS) - "Das österreichische Modell der Englisch-Matura wurde 2013 mit dem British Council Innovation Award ausgezeichnet, es gilt als hervorragendes Beispiel eines fairen, schülernahen Verfahrens", so BIFIE-Direktor Martin Netzer zur aktuellen Diskussion um die Beurteilungskriterien bei der Englisch-Matura. "Die Aufregung rund um den Benotungsschlüssel möchte ich klären. Das BIFIE hat in Schulungen und auch in Schreiben an alle Schulleitungen und die Schulaufsicht immer von 60 % als Richtwert gesprochen, der je nach Schwierigkeitsgrad der Prüfungen variieren kann. Das bedeutet: Wenn eine Prüfung vergleichsweise schwierig ist, dann müssen etwas weniger Punkte erreicht werden im Vergleich zu Prüfungen, die tendenziell etwas leichter sind. Dieses Vorgehen sorgt für Fairness und Vergleichbarkeit", so Netzer.

"Heuer wurden aus dem Pool an möglichen Aufgaben Prüfungspakete bestimmt, die tendenziell etwas leichter sind, deshalb müssen etwa die Schüler/innen an AHS in Englisch 63 % erreichen. Das ist korrekt und entspricht dem neuen Benotungsprinzip. Und es ändert auch nichts am Ablauf der Matura selbst", unterstreicht Netzer. "Über diese neue Art der Benotung waren Schüler/innen und Lehrer/innen informiert, die Bundesschülervertretung im Rahmen des Treffens mit Vertreter/innen des BMBF am 10. Dezember 2013. Den Schulleiter/innen und der Schulaufsicht hat das BIFIE im April umfassende Informationen per E-Mail zukommen lassen", stellt Netzer klar.

Carol Spöttl, unter deren Leitung das Prüfungsmodell für die lebenden Fremdsprachen an der Universität Innsbruck maßgeblich mitentwickelt wurde, ergänzt: "Wir können anhand von tausenden Schülerarbeiten belegen, dass das neue Beurteilungsmodell fairer und transparenter ist als die bisherige Praxis. Die positiven Erfahrungen der letzten Jahre unterstreichen das ausnahmslos", so Spöttl weiter.

Die Bedeutung des sogenannten Cut Scores, der aktuell für Diskussionen sorgt, erklärt Spöttl wie folgt: "Der Cut Score trägt dem Umstand Rechnung, dass es nicht möglich ist, Texte für die Überprüfung der Lesekompetenz zu finden, die bei jedem Matura-Termin exakt gleich schwierig sind. Dasselbe gilt auch für die Hörbeispiele. Um die Matura fair und auf konstantem Anspruchsniveau zu halten, muss also ein Bewertungsmaßstab geschaffen werden, der sicherstellt, dass schwierigere Aufgaben weniger ins Gewicht fallen als leichtere Aufgaben."

"Ein Cut Score von 63 % bedeutet keineswegs, dass die Kandidatinnen und Kandidaten mehr können müssen, um eine positive Note zu erhalten. Fakt ist: Weil diese Matura einige etwas leichtere Aufgabenstellungen beinhaltet, die Matura insgesamt aber nicht leichter sein soll als die Matura im Folgejahr oder die Matura beim Nebentermin im Herbst, muss der Cut Score leicht angehoben werden. Bei einer Matura, die einige etwas schwierigere Aufgaben enthält, muss der Cut Score hingegen etwas niedriger sein, weil es unfair wäre, bei schwierigen Aufgaben genau dieselbe Lösungsquote zu verlangen wie bei leichteren", unterstreicht auch der internationale Berater des Projekts, Prof. Charles Alderson von der Universität Lancaster.

"Ich bin überzeugt, dass die Ergebnisse der Matura auch dieses Jahr - ebenso wie in den Schulversuchen der vorangegangenen Jahre -überwiegend positiv sein werden", so Carol Spöttl abschließend.

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