FSG-Wien-Peschek: Arbeitsrecht gilt auch für Plachutta

Bei den Lehrlingen wird oft Ausbeutung mit Ausbildung verwechselt.

Wien (OTS/FSG) - "Auch für Herrn Plachutta gilt das Arbeitsrecht und ich wünsche mir von ihm mehr Respekt vor den Leistungen der ArbeitnehmerInnen. Leider gab es bereits Verhaltensauffälligkeiten, denn beispielsweise die Beschimpfung der Jugendlichen als 'unbrauchbare Analphabeten' und 'Spiegelbild einer völlig verotteten Gesellschaft' sind mir noch in Erinnerung und völlig inakzeptabel. Denn eines muss auch Herr Plachutta verstehen: Was wäre der Tafelspitz ohne KöchInnen?", stellt der Vorsitzende der FSG-Wien-Jugend, Christoph Peschek, nach dem gestrigen Flashmob in der Wiener Innenstadt gegen die neuerliche Entgleisung - inzwischen schon "Zuckergate" genannt - des Tafelspitzkönigs fest.++++ Peschek: "Herr Plachutta ist leider kein Einzelfall. Der Respekt vor den Leistungen der ArbeitnehmerInnen fehlt oft. Das Betriebsklima wird rauer, die Arbeitsbelastung steigt und der Druck auf ArbeitnehmerInnen wird immer größer. Immer mehr leisten, in immer weniger Zeit und dies bei geringeren Ressourcen. Viele Menschen kommen mit dem Einkommen nicht mehr aus, werden in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt, leisten unbezahlte Überstunden und die Arbeitszeit verschmilzt zunehmend mit der Freizeit." Und der FSG-Wien-Jugendvorsitzende meint weiter: "Während also einige Geschäftsführer und Eigentümer am liebsten wie Dagobert Duck im Geldbunker schwimmen, ist für den überwiegenden Teil der ArbeitnehmerInnen die Bewältigung des täglichen Lebens zu einer Kraftanstrengung am Leistungsmaximum geworden. Wir brauchen Einkommen zum Auskommen, eine sechste Urlaubswoche und Arbeitszeitverkürzung für mehr Arbeitsplätze und Lebensqualität."

Peschek: "Leider gibt es immer wieder Betriebe, die Lehrlinge nicht als junge Auszubildende sehen, sondern als billige Arbeitskräfte. Offenbar werden Ausbildung und Ausbeutung miteinander verwechselt. Die Arbeits- und Ausbildungssituation im Gastgewerbe verschärft sich auch noch durch die von FPÖ/ÖVP eingeführten längeren Arbeitszeiten, einer Vielzahl von unbezahlten Überstunden, oftmalige Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Schutzbestimmungen und die geringe Anzahl von Berufsschulunterrichtsstunden." In drei Lehrjahren haben beispielsweise Lehrlinge im Gastgewerbe durchschnittlich nur 1080 Unterrichtsstunden, in den anderen Lehrberufen sind es Großteils 1260. "Unter Berücksichtigung der immer höheren Anforderungen in der Arbeitswelt ist auch dieser Wert zu gering, weshalb eine generelle Ausweitung der Berufsschulzeit notwendig ist. Die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer sowie das Arbeitsinspektorat sind aufgefordert, Schwerpunktkontrollen durchzuführen, um auf die Einhaltung der Gesetze zu achten. "Insgesamt benötigt es mehr Qualität in der Lehrausbildung. In Wien führen wir daher gerade einen 'Qualitätssiegel für Lehrbetriebe' ein, allerdings wären bundesweite gesetzliche Qualitätsstandards wünschenswert", stellt der FSG-Wien-Jugendvorsitzende fest.

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