- 04.05.2014, 10:05:59
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FSG-Wien-Peschek: Arbeitsrecht gilt auch für Plachutta
Bei den Lehrlingen wird oft Ausbeutung mit Ausbildung verwechselt.
Utl.: Bei den Lehrlingen wird oft Ausbeutung mit Ausbildung
verwechselt. =
Wien (OTS/FSG) - "Auch für Herrn Plachutta gilt das Arbeitsrecht und
ich wünsche mir von ihm mehr Respekt vor den Leistungen der
ArbeitnehmerInnen. Leider gab es bereits Verhaltensauffälligkeiten,
denn beispielsweise die Beschimpfung der Jugendlichen als
'unbrauchbare Analphabeten' und 'Spiegelbild einer völlig verotteten
Gesellschaft' sind mir noch in Erinnerung und völlig inakzeptabel.
Denn eines muss auch Herr Plachutta verstehen: Was wäre der
Tafelspitz ohne KöchInnen?", stellt der Vorsitzende der
FSG-Wien-Jugend, Christoph Peschek, nach dem gestrigen Flashmob in
der Wiener Innenstadt gegen die neuerliche Entgleisung - inzwischen
schon "Zuckergate" genannt - des Tafelspitzkönigs fest.++++
Peschek: "Herr Plachutta ist leider kein Einzelfall. Der Respekt vor
den Leistungen der ArbeitnehmerInnen fehlt oft. Das Betriebsklima
wird rauer, die Arbeitsbelastung steigt und der Druck auf
ArbeitnehmerInnen wird immer größer. Immer mehr leisten, in immer
weniger Zeit und dies bei geringeren Ressourcen. Viele Menschen
kommen mit dem Einkommen nicht mehr aus, werden in prekäre
Beschäftigungsverhältnisse gedrängt, leisten unbezahlte Überstunden
und die Arbeitszeit verschmilzt zunehmend mit der Freizeit." Und der
FSG-Wien-Jugendvorsitzende meint weiter: "Während also einige
Geschäftsführer und Eigentümer am liebsten wie Dagobert Duck im
Geldbunker schwimmen, ist für den überwiegenden Teil der
ArbeitnehmerInnen die Bewältigung des täglichen Lebens zu einer
Kraftanstrengung am Leistungsmaximum geworden. Wir brauchen Einkommen
zum Auskommen, eine sechste Urlaubswoche und Arbeitszeitverkürzung
für mehr Arbeitsplätze und Lebensqualität."
Peschek: "Leider gibt es immer wieder Betriebe, die Lehrlinge nicht
als junge Auszubildende sehen, sondern als billige Arbeitskräfte.
Offenbar werden Ausbildung und Ausbeutung miteinander verwechselt.
Die Arbeits- und Ausbildungssituation im Gastgewerbe verschärft sich
auch noch durch die von FPÖ/ÖVP eingeführten längeren Arbeitszeiten,
einer Vielzahl von unbezahlten Überstunden, oftmalige
Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Schutzbestimmungen und die geringe
Anzahl von Berufsschulunterrichtsstunden." In drei Lehrjahren haben
beispielsweise Lehrlinge im Gastgewerbe durchschnittlich nur 1080
Unterrichtsstunden, in den anderen Lehrberufen sind es Großteils
1260. "Unter Berücksichtigung der immer höheren Anforderungen in der
Arbeitswelt ist auch dieser Wert zu gering, weshalb eine generelle
Ausweitung der Berufsschulzeit notwendig ist. Die Lehrlingsstelle der
Wirtschaftskammer sowie das Arbeitsinspektorat sind aufgefordert,
Schwerpunktkontrollen durchzuführen, um auf die Einhaltung der
Gesetze zu achten. "Insgesamt benötigt es mehr Qualität in der
Lehrausbildung. In Wien führen wir daher gerade einen
'Qualitätssiegel für Lehrbetriebe' ein, allerdings wären bundesweite
gesetzliche Qualitätsstandards wünschenswert", stellt der
FSG-Wien-Jugendvorsitzende fest.
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