• 01.05.2014, 09:11:36
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Brückenbauer, Europäer, medialer Glücksfall: Kirche feiert Bünkers 60. Geburtstag

Zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft gratulierten dem Bischof

Utl.: Zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft
gratulierten dem Bischof =

Wien (OTS/epdÖ) - Mit einem großen Fest feierte die Evangelische
Kirche A. und H.B. den Geburtstag des evangelisch-lutherischen
Bischofs Michael Bünker. Zahlreiche Gäste aus den evangelischen
Kirchen, der Ökumene und der Religionsgemeinschaften, der Politik,
Zivilgesellschaft und Wissenschaft kamen ins Albert Schweitzer Haus
Wien, um Bischof Bünker, der am 26. April 60 Jahre alt wurde, zu
gratulieren.

"Du trittst als geistlicher Mahner auf und sorgst für die
Verkündigung des Evangeliums", erklärte Peter Krömer, Präsident der
Synode A.B. sowie der Generalsynode bei dem Fest. "Du bist dir auch
nicht zu gut, um in kleinen Predigtstationen Gottesdienste zu
feiern", so der Synodenpräsident weiter. Der emeritierte
römisch-katholische Weihbischof Helmut Krätzl gratulierte Bünker, mit
dem er viele Jahre etwa im Bereich Schule oder in der
katholisch-evangelischen Kommission zusammengearbeitet hat. Hier sei
auch Raum für kontroverse Diskussionen gewesen. "Man hat sich die
Meinung nie verschwiegen, aber mit Bischof Bünker immer nach einem
Konsens gesucht." Nationalratspräsidentin Barbara Prammer lobte
Bünker für seinen Einsatz für die Aufarbeitung der NS-Zeit, auch in
der eigenen Kirche. "Bischof Bünker erhebt immer dann das Wort, wenn
es in der Gesellschaft notwendig ist", so Prammer. "Wir harmonisieren
nicht erst, seit wir gemeinsam musizieren, sondern bereits zuvor
haben wir viele harmonische Gespräche geführt und harmonische
Aktivitäten gesetzt", würdigte Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg den
lutherischen Bischof.

Bei mehreren Gesprächsrunden wurde ein buntes und vielfältiges Bild
von Bischof Michael Bünker gezeichnet. "Wir sind zwei Menschen mit
selber Wellenlänge. Uns verbindet eine Freundschaft", so Christine
Mann, Leiterin des erzbischöflichen Amts für Unterricht und
Erziehung. Tarafa Baghajati strich hervor, dass Bünker sich immer
auch für die Muslime im Land stark gemacht habe. "Muslime und
Protestanten haben eine ähnliche Geschichte in Österreich. Als vor
ein paar Jahren die Minarett-Debatte aufkam, war Bischof Bünker der
erste, der sich dafür eingesetzt hat, dass Religion einen Platz im
öffentlichen Raum hat. Dafür sind wir sehr dankbar." Auf Bünkers
Engagement in der innerevangelischen Ökumene machte der
evangelisch-methodistische Superintendent und Vorsitzende des
Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich Lothar Pöll aufmerksam:
"Bischof Bünker ist ein Brückenbauer. Als die Methodisten 1997 zur
Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) dazu kamen, hat
sich Bünker bemüht, die Kirchengemeinschaft in Österreich mit Leben
zu füllen, etwa durch den gemeinsamen Religionsunterricht", betonte
Pöll.

Klára Tarr vom Präsidium der GEKE, hob lobend hervor, dass es Bünker,
der Generalsekretär der GEKE ist, gelingt, mit allen Menschen gute
Kontakte herzustellen. Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel beschrieb
Bünker als "großen Europäer, der Dinge, die unangenehm sind, immer
wieder anspricht". Der Bischof sei aber nicht nur ein großer
Europäer, sondern habe auch die restliche Welt im Blick, bestätigte
Diakonie-Direktor Michael Chalupka. "Als Schirmherr von █Brot für die
Welt█, die entwicklungspolitische Aktion der Evangelischen Kirchen,
sensibilisiert er Menschen für die Nöte der Entwicklungsländern",
sagte der Diakonie-Direktor. Eine gemeinsame Leidenschaft für
Erwachsenenbildung ortet EU-Kommissar Johannes Hahn, der auch
Präsident des Rings Österreichischer Bildungswerke ist.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitees, dankte Bünker für
seinen unermüdlichen Einsatz und seine Spontaneität wenn es darum
geht, schnell gegen Unrecht aktiv zu werden. Universitätsprofessor
Ulrich H.J. Körtner erinnerte an die Denkschriften, an denen Bünker
mitgearbeitet hat und betonte: "Bünker gelingt es, substantielle
Theologie in die Öffentlichkeit zu tragen." Als einen "medialen
Glücksfall" bezeichnete Doris Appel, Chefin der Religionsabteilung im
ORF-Radio, den lutherischen Bischof. "Es gibt kein Thema, zu dem er
nichts sagen könnte." Meinungsforscher Werner Beutelmeyer sieht in
Bünker einen "unerschrockenen Bischof", der trotz säkularen
Gegenwinds ein Vertrauens- und Hoffnungsträger für viele Menschen
sei. Bünker bedankte sich bei allen Gästen und Rednern sowie den
OrganisatorInnen der Feierlichkeit. "Das alles ist keine
Selbstverständlichkeit und daher ein besonderer Grund, dankbar zu
sein." Den Abschluss des Abends bildete ein Konzert der Band
"Kreuzweh" mit dem Bischof am Schlagzeug.

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