- 30.04.2014, 21:00:31
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 1. Mai 2014 von Manfred Mitterwachauer "Druck an allen Fronten"
Die Bergbahnenstudie gibt beiden Lagern im Kalkkögel-Streit einiges an Munition mit auf den Weg. Der Startschuss für einen harten Showdown ist damit gefallen.
Utl.: Die Bergbahnenstudie gibt beiden Lagern im Kalkkögel-Streit
einiges an Munition mit auf den Weg. Der Startschuss für einen
harten Showdown ist damit gefallen. =
Innsbruck (OTS) - Die entscheidende Schlacht um das Ruhegebiet
Kalkkögel hat begonnen. Auch wenn es Landeshauptmann Günther Platter
(ÖVP) nicht wahrhaben will. Noch übt er sich im stillen Spagat. Hier
der grüne Koalitionspartner, den es weiter zu befrieden gilt, dort
die parteiinterne Seilbahn- und Tourismuslobby, die nicht länger
stillhalten will. Für Letztere ist die im Auftrag von Stadt und TVB
Innsbruck erstellte Bergbahnenstudie der in Zahlen gegossene Beweis,
dass das Ruhegebiet einer besseren wirtschaftlichen Zukunft des
Skigroßraums Innsbruck im Wege steht. Und endlich einer
Verbindungsbahn zwischen Lizum und Schlick Raum geben muss.
Für den Alpenverein wäre dies der naturschutzrechtliche Sündenfall
schlechthin - daher kämpft man umso heftiger dagegen an. So, wie es
die oppositionellen Grünen damals bei der Erschließung des Piz Val
Gronda taten - und scheiterten. Jetzt, als Regierungspartner und mit
einer wegen des Argargesetzes aufmuckenden Parteibasis im Genick,
werden die Grünen den Teufel tun, die Kalkkögel dem Koalitionsfrieden
zu opfern. Zumal auch bei der großen Lösung ein Defizit droht.
Vor einem koalitionären Kräftemessen steht auch die Stadt. Auch hier
sind die Grünen in der Regierung. Die Kalkkögel-Überquerung steht im
koalitionsfreien Raum. Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI)
drängt auf die große Lösung und will am Patscherkofel-Skibetrieb in
vollem Umfang festhalten. Damit unterwandert sie aber die Empfehlung
der Studie, die oberen Kofel-Sektionen zu schließen. Die Grünen
halten den Kofel auch ohne Brückenschlag und Skibetrieb für
überlebensfähig. Zwei unversöhnliche Standpunkte. Die
Bergbahnenstudie hat in erster Linie eines ausgelöst: Der Druck für
eine Entscheidung steigt an allen Fronten.
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