- 30.04.2014, 08:19:36
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GLOBAL 2000: Wer profitiert wirklich von gentechnisch veränderten Pflanzen?
Neuer Bericht von Friends of the Earth International zeigt: Gentechnik weltweit rückläufig
Utl.: Neuer Bericht von Friends of the Earth International zeigt:
Gentechnik weltweit rückläufig =
Wien/Brüssel (OTS) - 30. April 2014: Weltweit sinkt die Akzeptanz für
gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen. Auch die Zahl der Länder, die
Gentechnik anbauen, ist erstmals rückläufig. Das zeigt der heute
veröffentlichte Bericht von Friends of the Earth International [1].
90 Prozent des Gesamtanbaus von GV-Mais in Europa fällt auf Spanien
Immer mehr Länder distanzieren sich vom Anbau gentechnisch
veränderter Organismen. Der internationale Bericht 'Who Benefits from
GM Crops?' (Wer profitiert von gentechnisch veränderten Pflanzen?)
zeigt, dass der Anbau der einzigen in Europa für den Anbau
zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanze, des GV-Mais MON 810
von Monsanto, weiter zurückgeht. Lediglich in Spanien wird weiter
GV-Mais angebaut. 90 Prozent des Gesamtanbaus von GV-Mais in Europa
fällt auf Spanien. Weltweit werden GV-Pflanzen vor allem in den USA,
Brasilien, Argentinien und Indien angebaut.
Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000, der
österreichischen Organisation von Friends of the Earth: "Der
Widerstand gegenüber gentechnisch veränderten Organismen besteht
längst nicht mehr nur in Europa. Er wächst weltweit. Wir sehen, dass
der Anbau drastische ökologische aber auch soziale und
wirtschaftliche Auswirkungen auf die Bevölkerung hat. Die Bauern und
Bäuerinnen lassen sich nicht mehr auf die falschen Versprechen der
Agro-Biotech-Industrie ein."
Weniger Pestizide durch GV-Pflanzen? Diese Rechnung ist nicht
aufgegangen.
Denn mit den GV-Pflanzen werden auch die entsprechenden Pestizide
angeboten. Die GV-Pflanzen sind so verändert, dass sie gegenüber den
Herbiziden der Agro-Chemie-Kozerne resistent sind. Die Konzerne
bieten GV-Saatgut und Herbizide aus einer Hand. Einzig, das
Versprechen, dass durch den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen
weniger Pestizide verwendet werden müssen, ist nicht aufgegangen.
Folgen: Immer resistentere Pflanzen, stärkerer Pestizideinsatz
In den USA etwa, wo GV-Pflanzen großflächig seit den 1990ern angebaut
werden, melden 49 Prozent der US-amerikanischen LandwirtInnen, dass
sie immer mehr Probleme mit Unkräutern haben, die auf die Herbizide
der Agro-Chemiekonzerne resistent geworden sind. Die Konsequenz ist,
dass immer mehr noch giftigere Herbizide verwendet werden, die
massive Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit
haben können.
In Afrika werden GV-Pflanzen derzeit in drei Ländern angebaut:
Südafrika, Burkina Faso und Sudan. Der Druck auf den Kontinent steigt
aber seitens der Biotech-Konzerne. Kenya ist durch seine
Entscheidung, GV-Pflanzen zu verbieten, massiv in Bedrängnis geraten
[2].
EU: neuer Vorschlag für nationales Selbstbestimmungsrecht wird
verhandelt
In der EU wird derzeit über einen neuen Vorschlag zu einem nationalen
Selbstbestimmungsrecht verhandelt. Damit sollen Mitgliedsstaaten
entscheiden können, ob sie den Anbau von GV-Pflanzen verbieten
wollen. Der derzeitige Vorschlag räumt den Biotech-Konzernen
allerdings auch hier ein überproportionales Mitspracherecht ein.
Gentechnik ist keine Lösung für den Welthunger
Heidemarie Porstner:"Ein nationales Anbauverbot ist wichtig, löst
aber bei weitem nicht die generelle Problematik der Praxis der
Anbauzulassungen für GV-Pflanzen. Was wir brauchen, ist die Förderung
einer wirklich nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft, in Europa,
in den USA und weltweit. Gentechnik ist keine Lösung, nicht für den
Welthunger und nicht für eine zukünftige Landwirtschaft."
Mehr Informationen:
[1] Friends of the Earth International, Who Benefits from GM crops,
an industry built on myths, April 2014:
http://www.foeeurope.org/who-benefits-gm-crops-industry-myths-280314
[2] Africa Biotechnology Stakeholders Forum, African Agricultural
Technology Foundation, International Service for the Acquisition of
Agri-biotech Applications, Program for Biosafety Systems, Africa
Harvest Biotech Foundation International
USDA GAIN Report (2012). Kenya Bans Genetically Modified Imports,
http://gain.fas.usda.gov/Recent%20GAIN%20Publications/Kenya%20Bans%20
Genetically%20Modified%20Food%20Imports_Nairobi_Kenya_11-27-2012.pdf
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