- 28.04.2014, 12:28:41
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MARTIN PFUNDNER: DIE FORMEL 1 IN ÖSTERREICH - VON DEN FLUGPLATZRENNEN ZUM RED BULL RING
BÖHLAU 2014. 297 S. 449 s/w- u. farb. Abb. EUR 34,90 ISBN 978-3-205-79540-7

Utl.: BÖHLAU 2014. 297 S. 449 s/w- u. farb. Abb. EUR 34,90
ISBN 978-3-205-79540-7 =
Wien (OTS) - Die Formel 1 kehrt nach Österreich zurück, genau fünfzig
Jahre nach dem ersten Welt-meisterschaftslauf auf österreichischem
Boden. Damals, im Jahre 1964, fand das Rennen auf dem Flugplatz
Zeltweg statt und sah Lorenzo Bandini auf Ferrari als Sieger. Jochen
Rindt, 22 Jahre jung, saß zum ersten Male in einem echten Formel
1-Wagen, einem Brabham-BRM des Whisky-Magnaten Rob Walker. Er lag in
dem illustren Feld zeitweilig auf Platz 10, fiel aber schließlich mit
Lenkungsschaden aus. Bei den Fachleuten hinterließ er dennoch einen
so starken Eindruck, dass er für 1965 von Cooper einen Formel
1-Werksvertrag bekam.
Martin Pfundner war damals Rennleiter des Großen Preises von
Österreich in Zeltweg und hat dieses Flugplatzrennen seit 1959 bis
zum WM-Lauf entwickelt. Er schildert die Geschichte des
Automobil-Rennsports in Österreich, der bis 1956 ein sehr
bescheidenes Nachkriegsdasein fristete. Seit dem ersten
internationalen Flugplatzrennen auf dem europäischen Kontinent 1957
in Wien-Aspern war Österreich kein weißer Fleck mehr auf der
rennsportlichen Landkarte Europas. Pfundner hatte das englische
Vorbild des Militärflugplatzes Silverstone im Auge. Im Alter von 26
Jahren war er der Initiator der österreichischen Flugplatzrennen und
wurde zum Rennleiter in Wien-Aspern bestellt.
Eine höchst beachtliche Serie von 61 internationalen
Flugplatzrennen in den Jahren 1957 bis 1977 wurde für Generationen
österreichischer Fahrer zur rennsportlichen Volksschule, unter
anderen für Jochen Rindt, Niki Lauda, Dieter Quester oder Helmut
Marko. Etwa zwei Drittel dieser Rennen wurden vom ÖASC unter dessen
Präsident Willy Löwinger veranstaltet. Sie waren sehr bald bei
Privatfahrern weit über Mitteleuropa hinaus ungemein beliebt. In
Zeltweg wurde 1959 erstmals in Österreich ein Formel 2-Rennen
gefahren. Ab 1961 folgten drei Formel 1-Rennen, bis die FIA dem
vierten heimischen Formel 1-Rennen WM-Status verlieh. All diesen
Flugplatzrennen auf dem Weg zur Formel 1 setzt der Autor ein längst
überfälliges Denkmal. Ohne sie hätten Rindt und Lauda nicht viermal
die Weltmeisterschaft gewonnen, ohne sie gäbe es weder den
Österreichring noch den Salzburgring.
Nach den ersten vier Formel 1-Rennen auf Flugplätzen folgte in den
Jahren von 1970 bis 2003 nicht weniger als 25 Formel 1-WM-Läufe auf
dem bloß zwei Kilometer oberhalb des Militärflugplatzes Zeltweg
errichteten Österreichring. Die Tradition ist also ungebrochen, auch
wenn die Rennstrecke zum A1-Ring umgebaut wurde und heute als Red
Bull-Ring seine Wiederauferstehung erlebt. Nach den Weltmeistern
Rindt und Lauda beleuchtet das Buch auch die erfolgreichen Formel
1-Laufbahnen von Gerhard Berger und Alexander Wurz. Dazu aber haben
auch alle großen ausländischen Stars ihren Auftritt.
Zwar verabschiedete sich die Formel 1 im Jahre 2003 vorläufig aus
Österreich, doch trat in der Formel 1 dafür das österreichische Red
Bull Team auf den Plan. Von Dietrich "Didi" Mateschitz ins Leben
gerufen, setzte sich das Team gegen die Konkurrenz sämtlicher
berühmter Konzerne und Teams so nachhaltig durch, dass Red Bull
viermal in Folge die Konstrukteurs-WM mit dem Vierfach-Weltmeister
Sebastian Vettel als Piloten errang. Womit der Rückkehr der Formel 1
nach Österreich, auf den Red Bull Ring, nichts mehr im Wege steht.
MARTIN PFUNDNER
geboren 1930 in Wien als Sohn eines autobegeisterten
Glockengießers, nahm in den 1950er Jahren an sieben Österreichischen
Alpenfahrten und vielen anderen Rallyes teil. Im Alter von 26 Jahren
war er Initiator und Rennleiter des ersten internationalen
Flugplatzrennens auf dem europäischen Kontinent in Wien-Aspern und
baute dann das Flugplatzrennen Zeltweg bis zum Großen Preis von
Österreich 1964 als Formel 1-Weltmeisterschaftslauf auf.
Jochen Rindt half er 1965 beim Einstieg in die Formel 2, genau wie
sieben Jahre später auch Niki Lauda.
Als Vorstandsmitglied der Fédération Internationale de
l'Automobile (FIA) in Paris und Vizepräsident ihrer Internationalen
Sportkommission (CSI) hat er die weltweiten Geschicke des
Automobilsports ein Jahrzehnt lang wesentlich mitbestimmt. Ein halbes
Jahrhundert nach seiner Wahl in die FIA wurde er kürzlich in Paris
als "der Mann, der die Formel 1 nach Österreich brachte" mit dem FIA
Heritage Cup ausgezeichnet.
Hauptberuflich war er anfangs in der gleichnamigen Glockengießerei
in Wien tätig und ist auch heute noch Besitzer der weltweit größten
Sammlung alter Kirchenglocken. In späteren Jahren war er
Vorstandsdirektor von General Motors Austria, bis er im Alter von 66
in den "Unruhestand" eintrat. Als Ehrenvorsitzender der
Österreichischen Automobil-Importeure in der Industriellenvereinigung
ist er noch heute eng mit der Automobilwirtschaft verbunden.
Daneben war Martin Pfundner sein Leben lang auch
schriftstellerisch tätig. Er war Mitgründer der "autorevue" sowie
lange Jahre Chefredakteur von "Auto-Jahr" (Lausanne). Seinen bisher
zehn automobilhistorischen Büchern fügt er nun "Die Formel 1 in
Österreich" als elftes hinzu.
Er ist Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um
die Republik Österreich.
BISHER BEI BÖHLAU ERSCHIENEN:
Jochen Rindt. Eine Bildbiografie
Mit Autos und Glocken durchs 20. Jahrhundert
100 Jahre Alpenfahrt
Austro Daimler und Steyr. Rivalen bis zur Fusion. Die frühen Jahre
des Ferdinand Porsche
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