• 25.04.2014, 11:36:15
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Sozialminister Hundstorfer will gesunde und stressfreie Arbeitsplätze

ArbeitnehmerInnenschutzgesetz greift - EU-Offensive "Gesunde Arbeitsplätze - den Stress managen"

Utl.: ArbeitnehmerInnenschutzgesetz greift - EU-Offensive "Gesunde
Arbeitsplätze - den Stress managen" =

Wien (OTS/BMASK) - Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien hat
Sozialminister Rudolf Hundstorfer heute eine erste Bilanz über ein
Jahr Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes im Hinblick auf
psychische Belastungen am Arbeitsplatz gezogen. "Mittlerweile wissen
ArbeitgeberInnen, dass sie - wie mit der Novelle des
ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes 2013 klargestellt - nicht nur die
körperliche, sondern auch psychische Gesundheit von ArbeitnehmerInnen
zu schützen haben. So sehr ich begrüße, dass das neue
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz erste, vielversprechende Früchte trägt,
werde ich mich erst zufrieden geben, wenn alle Betriebe - vor allem
auch die mittleren und kleinen - mitziehen und ihre Hausaufgaben im
Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes erledigt haben", stellte der
Sozialminister klar.****

Nun soll ein Maßnahmenbündel, bestehend aus "mehr Aktionen, mehr
Kontrolle, mehr Information, mehr Motivation", sowie eine
großangelegte EU-Kampagne für weniger Stress und mehr gesunde Psyche
an österreichischen Arbeitsplätzen sorgen.

"Die Umsetzung des Gesetzes erfolgt im Interesse aller - denn
psychisch belastete MitarbeiterInnen sind nicht nur einem hohen
Leidensdruck ausgesetzt, sie verursachen auch hohe Kosten für
Betriebe und Staat", erklärte Hundstorfer.

"Stress macht krank!"

Anhaltender Stress am Arbeitsplatz ist ein besonders häufiger
Grund für lange Krankenstände, die mit durchschnittlich 31,9 Tagen
rund dreimal so lange dauern wie Krankenstände, die durch körperliche
Beschwerden verursacht werden. Obwohl Krankenstände insgesamt weniger
werden, nehmen Krankenstände auf Grund typischer psychischer
Belastungen drastisch zu. Echte Krankmacher sind beispielsweise
Zeitdruck, Lärm, Multitasking, mangelnde Arbeitsorganisation bzw.
schlechtes Arbeitsklima. Die Folgen reichen von Depressionen und
Schlafstörungen über Burnout und Magen-Darm-Störungen bis hin zu
gefährlichen körperlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-
und Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Stress-Prävention rechnet sich

"Stress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz als nicht
wichtig abzutun kann teuer kommen", rechnet Dr.in Anna
Ritzberger-Moser, Sektionsleiterin der Arbeitsinspektion im
Sozialministerium, vor. "Die Verringerung der Produktivität, die
Erhöhung der Personalfluktuation, vermehrte Fehlzeiten und erhöhte
Unfallgefahr führen auch zu massiven finanziellen Einbußen", so die
oberste Arbeitsinspektorin. Ein zeitgemäßes, zugleich kostengünstiges
Instrument, um dagegen anzukämpfen, ist die Prävention. So zeigt eine
aktuelle Studie der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, an der
sich Unternehmen aus 19 Ländern, darunter auch Österreich,
beteiligten, dass jeder Euro der für Prävention ausgegeben wird, mehr
als das Doppelte an Einsparungen mit sich bringt.

Arbeitsinspektion: Unterstützen, kontrollieren, motivieren,
beraten

Bei den Kontrollen des Arbeitsinspektorates wurde bereits viel
erreicht. Wurden im Jahr 2012 insgesamt 3040 Betriebe geprüft, waren
es 2013 bereits 5.600, was einer Steigerung von 54 Prozent
entspricht. "Das Arbeitsinspektorat wird diese Kontrollen
unvermindert fortsetzen, aber nicht mit erhobenen Zeigefinger,
sondern vielmehr als Partner, der kompetente Beratung anbietet.
Insgesamt stehen österreichweit 320 MitarbeiterInnen als
Ansprechpartner zur Verfügung, die unterstützen und die Evaluierung
begleiten", informiert Ritzberger-Moser. Aufschluss bietet auch die
Website der Arbeitsinspektion www.arbeitsinspektion.gv.at , wo unter
anderem ein "Leitfaden zur Bewertung der Arbeitsplatzevaluierung
psychischer Belastungen" sowie ein Überblick über standardisierte,
kostenfrei erhältliche Messverfahren heruntergeladen werden können.
Betriebe unter 50 ArbeitnehmerInnen werden darüber hinaus kostenfrei
von der AUVAsicher zur Umsetzung einer Arbeitsplatzevaluierung
beraten.

Start der EU-Kampagne am Tag des Arbeitsschutzes am 28. April

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am
Arbeitsplatz mit Sitz in Bilbao, die von der Österreicherin Dr.
Christa Sedlatschek geleitet wird, rückt das Thema aufgrund seiner
Dringlichkeit ebenfalls in den Fokus. Die aktuelle und bislang
weltweit größten Kampagne zum Thema Arbeitsschutz "Gesunde
Arbeitsplätze - den Stress managen", wurde Anfang April in Brüssel
vorgestellt. Wichtiger Bestandteil der Kampagne ist ein Wettbewerb,
bei dem Unternehmer ihre besten Lösungsvorschläge zum Thema
Stressmanagement einreichen können und damit die Chance haben, als
Top-Arbeitgeber Europas ausgezeichnet zu werden. Die österreichische
Auftaktveranstaltung findet am 5. Juni 2014 im Haus der Musik in Wien
statt. Mehr Informationen zur Kampagne unter
www.healthy-workplaces.eu

Stress am Arbeitsplatz managen ist bewerkstelligbar

"Menschengerechte Arbeitsbedingungen sind kein Luxus, den wir uns
nur leisten wollen, wenn es unserer Wirtschaft gut geht.
ArbeitnehmerInnenschutz ist ein wesentliches und unverzichtbares
Thema jeder sozialen Gesellschaft und jeder erfolgreichen
Volkswirtschaft. Um Arbeitsplätze stressfrei zu gestalten, genügen
oft schon kleine organisatorische Maßnahmen. Stress am Arbeitsplatz
zu managen, ist bewerkstelligbar", appelliert Sozialminister
Hundstorfer an die Unternehmer/innen - "Sie müssen nur beginnen", so
der Minister abschließend.

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