• 25.04.2014, 10:49:37
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Trend zum Online-Einkauf krempelt Handel um

Kunden unterscheiden nicht mehr zwischen Händler und Hersteller - Mobile Endgeräte im Vorfeld der Kaufentscheidung immer wichtiger - Social Media noch wenig relevant

Im Bild v.l.n.r.: Ernst Steininger (WKO), Christian
Adelsberger (Evolaris), Andreas Plamberger (PwC) und Thomas Stern
(Moderation, Braintrust)

Utl.: Kunden unterscheiden nicht mehr zwischen Händler und
Hersteller - Mobile Endgeräte im Vorfeld der Kaufentscheidung
immer wichtiger - Social Media noch wenig relevant =

Wien (OTS) - Miteinander, statt gegeneinander: Die Vorteile der
jeweiligen Verkaufskanäle zu nutzen, scheint derzeit das
Erfolgsmodell zu sein, um in der Shopping-Welt von morgen noch eine
Rolle zu spielen. Das ist das Resümee einer Podiumsdiskussion im
Rahmen der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in
Wien.

"Wir glauben nicht, dass der Laden tot ist", brach Andreas
Plamberger vom Beratungsunternehmen PwC Österreich eine Lanze für den
stationären Handel. Möglicherweise würden Geschäftsgrößen und
Sortimentsumfang aber schrumpfen und nur mehr die Funktion eines
"Showrooms" erfüllen. Denn Interaktion - das Berühren und
Ausprobieren der Produkte - gehöre weiterhin zum Einkaufserlebnis
dazu. Wichtig sei hier auch, die gewünschten Artikel gleich mitnehmen
zu können.

Eine Gefahr für die etablierten Händler bestehe darin, dass Kunden
keinen Unterschied mehr machen, ob sie das gewünschte Markenprodukt
auf herkömmlichem Weg oder direkt beim Hersteller erwerben. Immer
häufiger werde dieser Zwischenschritt übersprungen. Beim
Online-Einkauf selbst bevorzugen die Konsumenten derzeit eindeutig
den PC gegenüber Smartphones und Tablets. Mobile Endgeräte würden
aber in den vorgelagerten Phasen der Kaufentscheidung immer
wichtiger.

Die Ansicht, dass sich soziale Medien bald zum unverzichtbaren
Vertriebskanal entwickeln würden, scheint hingegen ein Mythos zu
sein. "Nur wenige kaufen über Social Media ein. Dieser Bereich sollte
aber trotzdem nicht vernachlässigt werden, weil er über alle
Vertriebskanäle hinweg für Stimulation sorgt und einen
unverzichtbaren Kommunikationskanal darstellt", sagte Plamberger.
Wichtig sei, die Kanäle - Stichwort Multi-Channel-Strategie - nicht
einzeln zu betrachten, weil sie sich gegenseitig befruchten.

KMUs profitieren vom "Sofort-Konsum"

"Die Zukunft liegt darin, den Mehrwert des jeweiligen Kanals zu
identifizieren, miteinander zu verknüpfen und so die Bedürfnisse des
Kunden wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen", gab
sich auch Christian Adelsberger vom Kompetenzzentrum Evolaris
überzeugt. KMUs würden etwa von kurzen Wegen profitieren, weil der
"Sofort-Konsum" an Bedeutung gewinne. "Ein wesentlicher Treiber des
Kaufs ist die Verfügbarkeit", so der Experte.

Zuerst müsse man aber überhaupt gefunden werden, im Internet am
besten mit Öffnungszeiten und Adresse - und das auch bei mobilen
Abfragen. Außerdem sollte für den Online-Auftritt die
Sortimentsgestaltung überdacht werden. Bei Nischenprodukten sei
beispielsweise der Preis nicht so wichtig. Ein Klischee sei, dass am
Handy keine größeren Anschaffungen getätigt werden. "Das verschwimmt
komplett", so Adelsberger.

Jedenfalls biete die Möglichkeit, auch international zu verkaufen,
große Chancen für die heimischen Betriebe. Beim grenzüberschreitenden
Handel dürfe aber nicht auf die rechtlichen Implikationen vergessen
werden, ergänzte PwC-Experte Plamberger. Das stellt wiederum kleinere
Betriebe vor Schwierigkeiten.

Hohe Kosten für Versand bremsen Internethandel

"Die meisten kleinen Händler machen das Online-Geschäft nebenbei
und experimentieren, um neue Kunden zu finden", so Ernst Steininger,
Berufszweigobmann Versand- und Internethandel der Wirtschaftskammer
Wien. Wichtig sei, nicht nur mit seinem Unternehmen, sondern auch den
Produkten im Web vertreten zu sein. Allerdings würden viel zu wenig
Händler die Chancen durch das Internetgeschäft nutzen.
Hauptverantwortlich dafür seien technisches Unwissen und die Scheu,
Geld für etwas auszugeben, dessen Potenzial man nicht einschätzen
könne.

Ein Problem sieht der Fachmann in den exorbitanten Kosten für die
Logistik. "Das trifft den Internethandel massiv. Teilweise kostet der
Versand eines Produkts von Österreich nach Deutschland dreimal so
viel wie umgekehrt", sagte Steininger. Das mache das Geschäft mit
günstigen Produkten - etwa Handyschutzhüllen - hierzulande praktisch
unmöglich.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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