Industrie zu Freihandelsabkommen TTIP: Faktenbasierte Diskussion statt Panikmache

IV-GS Neumayer: Abkommen schafft bis zu 20.000 Arbeitsplätze in Österreich - Langfristige Steigerung des heimischen BIP um fast zwei Prozent

Wien (OTS/PdI) - "Das mögliche Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA ist mitentscheidend für künftige Arbeitsplätze in Europa. Für Österreich sind die USA die drittwichtigste Exportdestination. Rund 200 österreichische Betriebe produzieren in den USA. Diese beschäftigen etwa 31.000 Mitarbeiter. Weitere 400 österreichische Tochterfirmen haben Vertriebsniederlassungen und Repräsentanzen in den Vereinigten Staaten. Österreich hat 5,4 Mrd. Euro in den USA investiert. Umgekehrt haben die Vereinigten Staaten 18,1 Mrd. Euro in Österreich investiert. Wir brauchen daher eine ernsthafte, faktenbasierte Diskussion und keine Panikmache", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Mittwoch. "Die Fakten sind: die USA sind der wichtigste Handelspartner Europas und bereits heute einer der mit uns am engsten verflochtenen Wirtschaftsräume der Welt. Gemeinsam stehen die EU und die USA für 40 Prozent des weltweiten Handels, der Warenaustausch beträgt rund 1,4 Mrd. Euro pro Tag. Eine Beseitigung tarifärer und nicht-tarifärer Handelsbarrieren sowie eine regulatorische Angleichung relevanter Bereiche zwischen EU und USA würde dies weiter verstärken. Allein für die österreichische Wirtschaft würde das Abkommen eine langfristige Steigerung des BIP um fast zwei Prozent sowie bis zu 20.000 Arbeitsplätze bringen, die wir dringend brauchen."

Europäische Standards bleiben

Aus Sicht der Industrie finde eine sachliche Diskussion derzeit nur sehr begrenzt statt, da von unterschiedlicher Seite immer wieder Populismus und Polemik ins Feld geführt würden, die Diskussion werde "unnötig emotionalisiert". Eine regulatorische Angleichung in manchen Bereichen bedeute nicht, dass die hohen europäischen Standards -insbesondere im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit - über Bord geworfen würden. "Kein Mensch muss Angst vor 'Chlorhühnern' oder 'Hormonfleisch' haben. Beides ist in Europa nicht zugelassen und steht auch nicht zur Diskussion. Vielmehr würde im Einzelfall und unter Einhaltung entsprechender europäischer Standards zu prüfen sein, welche US-Produkte in Zukunft auf dem europäischen Markt zugelassen werden", so Neumayer. "Hier - gerade auch im EU-Wahlkampf - mit Ängsten zu spielen entbehrt jeder Grundlage."

Globale Führungsrolle für Europa erhalten

Darüber hinaus sei aber auch die strategische Fragestellung, wo die Standards und Normen der Zukunft gesetzt werden, entscheidend. "Gelingt ein EU-USA-Abkommen, stünden die Chancen gut, dass Europa auch in Zukunft wirtschaftlich eine globale Führungsrolle behält und damit seine Wettbewerbsfähigkeit stärkt", sagte Neumayer. Dazu brauche es aus Sicht der Industrie unter anderem die weitere Liberalisierung des Handels mit Waren und Dienstleistungen sowie die Beseitigung nicht-tarifärer Handelshemmnisse, vor allem Bürokratieabbau. "Gelingt uns das nicht, wird Europa tendenziell ins Abseits geraten. Andere integrierte Wirtschaftsräume, wie die sich anbahnende transpazifische Freihandelszone der aufstrebenden Länder Südostasiens und der USA, würden zweifellos an Dynamik gewinnen. Die Leidtragenden wäre die europäische Wirtschaft und zahllose Arbeitsplätze wären gefährdet - natürlich auch in Österreich", so der IV-Generalsekretär.

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