• 15.04.2014, 11:31:12
  • /
  • OTS0091 OTW0091

Nach Morddrohungen an BR Efgani Dönmez: Täter zeigt Reue

Talat_Dönmez beim Verein Neustart

Linz (OTS) - Aufgrund der Ermittlungen wegen gefährlicher Drohung
gegen das Mitglied des Bundesrates Efgani Dönmez im Zuge der
Pro-Erdogan-Kundgebungen vom vergangenen Sommer konnte mittlerweile
einer der Beschuldigten von der Polizei ausfindig gemacht werden.
Damals skandierten Demonstranten zu Tausenden auf Wiens Straßen unter
anderem: "Wir sind Erdogans Soldaten und Yavuz Sultan Selims Enkel".

Diesen Auflauf quittierte der grüne Bundesrat Dönmez mit der Aussage:
"5000 One-Way-Tickets und keiner würde denen eine Träne nachweinen",
was ihm Zuspruch aus der Bevölkerung entgegenbrachte, aber auch
massive Drohungen bis hin zu Mordaufrufen. Dönmez brachte daraufhin
Anzeige gegen Unbekannt ein und stand unter Polizeischutz.

Bei der Gerichtsverhandlung im Februar konnte der Beschuldigte, Talat
A. die Verantwortung für seine Tat übernehmen. Der
oberösterreichische Abgeordnete Dönmez beantragte daraufhin von sich
aus die Durchführung einer Mediation im Rahmen des außergerichtlichen
Tatausgleichs beim Verein NEUSTART.

Dazu BR Dönmez: "Mir geht es nicht um die Bestrafung der Täter,
sondern um die Auseinandersetzung und Einsicht, dass man auch andere
Meinungen und Haltungen einnehmen kann, insbesondere in einer
funktionierenden Demokratie."

Im Rahmen der Mediationsgespräche bei NEUSTART sagte Talat A.: "Es
tut mir aufrichtig leid, dass ich mich zu so etwas hinreißen habe
lassen. Herr Dönmez hat meine Entschuldigung angenommen und ich habe
durch den Tatausgleich erkannt, dass die Versöhnungsbereitschaft und
der gegenseitige Respekt von Herrn Efgani Dönmez einen nachhaltigen
positiven Eindruck bei mir hinterlassen haben. Mein Bild von der
Persönlichkeit des Herrn Dönmez hat sich durch die Gespräche mit ihm
entscheidend gewandelt. Ich möchte hiermit jenes Bild korrigieren,
welches ich vergangenen Sommer durch türkische Medien und durch
diverse Vereine verzerrt vermittelt bekommen habe".

BR Efgani Dönmez verurteilte die gegen ihn gerichteten Drohungen,
Drohanrufe und Beschimpfungen: "Ich möchte solche Angriffe auch in
weiterer Zukunft nicht tolerieren und werde durch verbale Attacken
meine grundsätzliche Meinung auch nicht ändern. Durch die Heftigkeit
der gegen mich gerichteten verbalen Beschimpfungen und Bedrohungen
fühle ich in meiner Meinung auch bestätigt. Mit meiner Bereitschaft
zum Tatausgleich wollte ich mir ein persönliches Bild von der Person
machen, die so eine Drohung gegen mich ausgesprochen hat. Ich konnte
mich überzeugen, dass er dies aus Unkenntnis über meine Person und
meinen Einstellungen getan hat. Die Mediation war mir sehr wichtig,
so wurde einem jungen Menschen nicht durch einen Strafregistereintrag
seine Zukunft verbaut" so BR Dönmez.

Bundesrat Dönmez abschließend: "Die Politik der Herkunftsländer darf
nicht nach Österreich hereingetragen werden und hier zu
gesellschaftlichen Spannungen führen. Wir haben genug eigene
Probleme, da brauchen wir nicht noch welche zu importieren."

Foto: Talat A. (l), BR Efgani Dönmez (r)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel