- 13.04.2014, 11:11:55
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"Akzeptieren unerlaubt lange Arzt-Arbeitszeiten nicht länger!"
Kärntner Ärztekammer fordert rasche Korrektur der Stellenpläne
Utl.: Kärntner Ärztekammer fordert rasche Korrektur der Stellenpläne =
Klagenfurt (OTS) - "Die Kärntner Ärztekammer wird es nicht hinnehmen,
wenn das Problem der dem EU-Recht widersprechenden überlangen
Arbeitszeiten der Spitalsärzte auf die lange Bank geschoben wird. Es
ist inakzeptabel, wenn das derzeitige System noch jahrelang
weitergelten soll, weil den Ländern eine mehrjährige Übergangsfrist
eingeräumt wird", kritisiert der Präsident der Kärntner Ärztekammer
Dr. Josef Huber. Es sei auch zu hoffen, dass die EU-Kommission, ein
solches Ausweichmanöver Österreichs mit jahrelangen möglichen
Rechtsverstößen nicht toleriert.
In Kärntens Krankenhäusern müssten Ärzte immer noch bis 72 Stunden
pro Woche und bis 49 Stunden an einem Stück arbeiten, das sei
unzumutbar. Die von der EU vorgegebene Höchstgrenze von 48
Wochenstunden sollte so rasch wie möglich eingehalten werden.
Auch der Ärztekammer sei klar, dass dies nicht von einem Tag auf
den anderen umsetzbar sei, aber es müsse eine klare Frist definiert
werden, die nicht unbestimmt "mehrere Jahre", wie von Politikern
verlangt, dauern könne. Und vor allem müssten kurzfristig Maßnahmen
gesetzt werden, denn "uns läuft gerade in Kärnten die Zeit davon",
mahnt Präsident Huber.
"Die Arzt-Stellenpläne in den Kärntner Krankenhäusern müssen noch
heuer so korrigiert werden, wie es die Erfüllung der EU-Richtlinie
erfordern würde. Dann wäre für jedermann klar ersichtlich, wie viele
Ärzte in den Spitälern fehlen", verlangen Dr. Huber und der Sprecher
der Kärntner Spitalsärzte Dr. Ingo Kager.
Der derzeit gültige KABEG-Stellenplan sehe sogar eine Verminderung
der Arztposten von heuer 889,5 auf 885 im kommenden Jahr vor. Das
gehöre im Licht des Verstoßes gegen die EU-Arbeitszeitrichtlinie
schleunigst revidiert.
Huber und Kager stellen mit Hinweis auf ein Interview von
Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser am 7. April in der "Presse" fest,
dass Kärnten von allen Bundesländern die schlechteste
Ausgangsposition habe. Kaiser habe nämlich in dem Interview
bestätigt, dass Kärnten österreichweit die wenigsten Spitalsärzte
habe. "Dies bedeutet, dass wir vom niedrigsten Personalsockel aus die
EU-Vorgaben erfüllen müssen", so Dr. Huber.
"Den Kärntner Spitalsärzten ist es nicht zumutbar, dass sie auf
die Erfüllung der EU-Richtlinie länger warten sollen als andere",
meint Dr. Kager. Man müsse auch das bisherige Lohnsystem für
Spitalsärzte, die nur aufgrund der überlangen Dienste ein adäquates,
ihrer Ausbildung entsprechendes Einkommen erreichen, verändern.
Eine rasche EU-konforme Lösung käme auch den Patienten zugute.
"Niemand will von einem übermüdeten Arzt behandelt werden", so Dr.
Kager abschließend.
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