- 11.04.2014, 13:19:38
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Industrie zu Bildung: Brauchen Abkehr von einzementierten Positionen - hin zu einer Bildungsdebatte
IV-Präsident Kapsch: Lehrervertreter sollten sich aktiv an Hebung bekannter Effizienzpotenziale beteiligen - Größere Schulklassen in Hauptfächern vermeiden
Utl.: IV-Präsident Kapsch: Lehrervertreter sollten sich aktiv an
Hebung bekannter Effizienzpotenziale beteiligen - Größere
Schulklassen in Hauptfächern vermeiden =
Wien (OTS/PdI) - Als "wenig konstruktiv" bezeichnete der Präsident
der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, das jüngste
Schreiben der Lehrergewerkschaft zu den Sparvorhaben des
Bildungsministeriums. "Es braucht eine Abkehr von einzementierten
Positionen und ideologischen Diskussionen hin zu einer
Bildungsdebatte. Die Gewerkschaft ist aufgerufen, nicht ständig zu
jedem Vorschlag 'Nein' zu sagen, sondern sich aktiv an der Hebung der
bekannten Effizienzpotenziale im Schulsystem zu beteiligen. Dies wäre
im Sinne der Schülerinnen und Schüler wie unseres dringend
reformbedürftigen Bildungswesens", betonte Kapsch.
Der Spardruck sei groß und betreffe auch das Bildungsministerium. Vor
diesem Hintergrund seien die Maßnahmen bedauerlich aber prinzipiell
ausgewogen, dass im Verwaltungsbereich begonnen werde, sei richtig.
Außerdem dürfe nicht vergessen werden, "dass viel in Elementarbildung
und Ganztagsschulen investiert wird und das sind
Zukunftsinvestitionen", so Kapsch. Kritisch sehe die IV, dass es in
Hauptfächern der neunten Schulstufe zu größeren Klassen kommen
könnte. "Deutsch, Englisch, Mathematik sind Schlüsselfächer, hier
nicht für einen optimalen Unterricht zu sorgen wäre der falsche Weg",
warnte Kapsch. Es wäre daher ratsam, "weiteres Sparpotenzial im
Verwaltungsbereich zu heben. Zur Not könnte man auch einen -
allerdings nur geringen - Teil der Mittel für die Ganztagsschulen
hier vorübergehend einsetzen, um dieses Problem zu beheben", so der
IV-Präsident.
Grundsätzlich wolle die Industrie "gemeinsam mit Regierung und
Lehrern an einem Bildungssystem arbeiten, das Chancen gerecht
verteilt, Begabungen und Talente - individuell und gesellschaftlich -
ausschöpft. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, dass Bildung nicht
mehr vererbt wird. Ziel muss ein Schulsystem sein, in dessen
Mittelpunkt die Bedürfnisse und Chancen der Schülerinnen und Schüler
stehen, das effizient und zeitgemäß organisiert ist, die frühe
Selektion beendet und zu ausgezeichneten Ergebnissen und Leistungen
führt."
"Die Herausforderungen im Schulsystem sollten auch für die
Gewerkschaft auf der Hand liegen. Input und Output korrelieren nicht:
Während unsere durchschnittlichen Bildungskosten pro Schülerin und
Schüler ein Drittel über dem OECD-Schnitt liegen, sind die Ergebnisse
durchschnittlich oder darunter. Unsere Bildungspolitik ist fest in
parteipolitischer Hand, speist sich aus verhärteten Standpunkten, die
sachliche Diskussion verunmöglichen. Verwaltungsdschungel und
unübersichtlicher Kompetenzwirrwarr behindern pädagogisches Handeln,
fördern Angst vor Haftungen und Neid. Engagierte Pädagoginnen und
Pädagogen werden im System vielfach aufgerieben. Eine sachliche
Diskussion und das gemeinsame finden von nachhaltigen Lösungen wären
daher dringend angeraten", so der IV-Präsident.
Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien
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