- 10.04.2014, 14:44:03
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FMMI zu 12-Stunden-Tag-Diskussion: Seriös ist anders
Worüber beim Thema Arbeitszeit eigentlich diskutiert werden müsste
Utl.: Worüber beim Thema Arbeitszeit eigentlich diskutiert werden
müsste =
Wien (OTS) - Der Fachverband der Maschinen und Metallwaren Industrie
(FMMI) sieht die aktuelle 12-Stunden-Tag-Diskussion als klare
Themenverfehlung und fordert mehr Seriosität im Interesse des
Standortes.
"Wer behauptet, es ginge darum, dass Arbeitnehmer generell 12
Stunden arbeiten müssen, kann entweder nicht lesen oder stiftet
bewusst Verwirrung. Das ist unseriös und macht einen konstruktiven
Dialog der Sozialpartner fast unmöglich", sagt FMMI-Obmann Mag.
Christian Knill und ergänzt: "Bei diesem neuen Ansatz der Regierung
geht es lediglich um Detailfragen betreffend die Gleitzeit und
Reisezeiten. Das ist auch wichtig und musste angegangen werden. Aber
auf die große Herausforderung der Unternehmen - nämlich den Umgang
mit Konjunktur- und Auftragsschwankungen - gehen diese
Regierungsvorschläge überhaupt nicht ein."
Was der Standort aus Sicht der Maschinen- und Metallwaren
Industrie wesentlich dringender braucht, ist mehr Flexibilität bei
der Arbeitszeit, damit die Unternehmen mit dem veränderten Marktfeld
mit extremen Auftragsschwankungen umgehen können. Die Betriebe der
MMI sind gezwungen, immer längere Flauten am Markt zu überstehen und
rasch und flexibel zu reagieren, wenn Aufträge extrem kurzfristig
eingehen. Eine massive Herausforderung für die Personal- und
Ressourcenplanung.
Laut Knill ein weiterer Stolperstein in der aktuellen Diskussion:
"Was viele nicht begreifen, ist, dass Österreich mit seinen
steigenden Arbeitskosten dabei ist, sich auf den internationalen
Märkten selbst aus dem Rennen zu nehmen. In der Industrie muss ich
aber Produkte verkaufen, um meine Mitarbeiter bezahlen zu können.
Immer mehr Betriebe wandern gezwungenermaßen aus Österreich ab.
Gleichzeitig höre ich, dass wir mit sechster Urlaubswoche,
Arbeitszeitverkürzung und immer neuen Zu- und Aufschlägen noch teurer
produzieren sollen. Da frag ich mich schon, wer kann da nicht
rechnen?"
Der FMMI-Obmann verweist auf den nach wie vor hohen
Beschäftigungsstand bei sehr hohem Lohnniveau in der MMI, den es zu
sichern gilt. Das wichtigste Instrument dabei sind flexible
Arbeitszeiten: "Es geht nach wie vor darum, dass wir nur arbeiten
können, wenn Arbeit da ist - und dann müssen wir auch wirklich
können. Darauf braucht es Antworten."
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