- 10.04.2014, 10:42:40
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Barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnologie als Wirtschaftsfaktor
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs verweist auf Nutzen von barrierefreien Webangeboten
Utl.: Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
verweist auf Nutzen von barrierefreien Webangeboten =
Wien (OTS) - Die Verfügbarkeit neuester Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT) hat unseren Alltag total verändert.
PCs, Tablets und Smartphones mit Internetzugang haben eine wahre
Revolution ausgelöst. Nahezu jeder hat Zugriff auf Bildung, Wissen
und Information. Wirklich jeder? Nicht ganz: In Österreich gelten
630.000 Personen als behindert im engeren Sinn, das sind 7,6 % der
Bevölkerung. Etwa 318.000 Personen aus dieser Gruppe sind visuell
beeinträchtigt und können Websites nur nutzen, wenn diese
barrierefrei sind.
Barrierefreies Webdesign
Barrierefreies Webdesign bedeutet, Websites so zu gestalten, dass
deren Inhalte auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind.
Sie bieten u. a. individuell einstellbare Schriftgrößen und Kontraste
und erlauben den Einsatz Assistierender Technologien, wie z. B.
Vergrößerungssoftware für sehbehinderte Anwender sowie Braillezeilen
und Screenreader (Vorleseprogramme) für blinde User.
Dass Barrierefreiheit und modernes Design kein Widerspruch sind,
beweist der neue Webauftritt der Hilfsgemeinschaft. "Unter
www.hilfsgemeinschaft.at findet man klar und übersichtlich
strukturierte Infos sowie einfach bedienbare Formulare in
ansprechender Optik. Die Benutzerfreundlichkeit der barrierefreien
Website in Responsive Design für mobile Endgeräte ist auch für
sehende User von Vorteil", zeigt sich Geschäftsführerin Irene Vogel
überzeugt.
Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt oder
sinnesbehindert sind, aber auch ältere Personen sind besonders
angewiesen auf die Nutzung barrierefreier Webangebote, wie
Online-Shops, Mobile Banking, Social Media oder Online-Reiseportale.
"Behinderte Menschen müssen als Konsumenten wahrgenommen werden, ihre
Rechte sind im Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz definiert.
Trotzdem wird die Kaufkraft dieser großen Zielgruppe als
Wirtschaftsfaktor weitgehend ignoriert", kritisiert Irene Vogel.
Konsumgüter als Hilfsmittel
Ganz neue Chancen für visuell beeinträchtigte Konsumenten ergeben
sich durch Smartphones mit integrierter Sprachausgabe und
Zoomfunktion. Kostenlose, barrierefreie Apps machen diese Geräte zu
wertvollen Hilfsmitteln im Alltag. Sie funktionieren z. B. als
Leuchtlupe, erkennen Farben und Produkte, lotsen zur nächsten
Öffi-Haltestelle, entschlüsseln Barcodes oder stellen
Medikamenten-Infos oder akustische Bildbeschreibungen von Kinofilmen
bereit.
Dieser Trend zum "Design for all" bei Konsumgütern, die auch von
behinderten Menschen ohne kostenintensive Zusatzausstattung genutzt
werden können, hat positive Effekte: Die von
Behindertenorganisationen geforderte Inklusion wird zumindest in
diesem Bereich nach und nach realisiert.
Lehrgang "WebAccessibility"
Um IT-Dienstleistern und Webdesignern das nötige Wissen für die
Umsetzung von barrierefreien Websites zu vermitteln, wurde im Vorjahr
der Lehrgang "WebAccessibility" ins Leben gerufen. Entwickelt wurde
das Schulungsangebot von incite, der Qualitätsakademie des
Fachverbandes UBIT der WKO und Experten der Hilfsgemeinschaft.
Termine und Infos zum Lehrgang gibt es unter www.incite.at.
Usability-Tests
Darüber hinaus führt die Hilfsgemeinschaft umfassende
Usability-Tests für barrierefreie Websites von öffentlichen Stellen,
Finanzdienstleistern und privaten Anbietern durch und testet Apps auf
ihre Nutzbarkeit für visuell beeinträchtigte User.
Fotomaterial zum kostenlosen Download gibt es unter
http://www.hilfsgemeinschaft.org/categories/presse
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