• 09.04.2014, 12:10:47
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"Sicher in die Schule" - Bures und Thann präsentieren Verkehrssicherheitspaket für Schülertransporte

Striktes Alkoholverbot bei allen Schülertransporten - ÖBB beteiligen sich an Initiative und starten Pilotprogramm mit Alkolocks in 30 Postbussen

Utl.: Striktes Alkoholverbot bei allen Schülertransporten - ÖBB
beteiligen sich an Initiative und starten Pilotprogramm mit
Alkolocks in 30 Postbussen =

Wien (OTS/BMVIT) - 1,14 Millionen Schülerinnen und Schüler machen
sich in Österreich täglich auf den Weg in den Unterricht. Damit sie
sicher an- und nach der Schule sicher wieder heimkommen, legt
Verkehrsministerin Doris Bures am Mittwoch in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit KFV-Direktor Othmar Thann jetzt ein neues
Maßnahmenpaket vor. Für SchülerInnentransporte, die im
Gelegenheitsverkehr mit Pkws oder Kleinbussen durchgeführt werden,
wird in Zukunft die 0,1-Promille-Grenze gelten. Außerdem soll es für
die LenkerInnen, die SchülerInnen mit dem Pkw oder Kombi (Kleinbus)
im Gelegenheitsverkehr transportieren, eine eigene Ausbildung geben.
Und: Die ÖBB-Postbus GmbH unterstützt die Initiative "Sicher in die
Schule" mit einem Pilotprogramm, bei dem 30 Postbusse, die im
SchülerInnentransport zum Einsatz kommen, mit Alkolocks ausgestattet
werden. ****

"Jeder Unfall im Straßenverkehr ist ein traumatisches Erlebnis für
alle Beteiligten, das gilt für uns Erwachsene und gilt umso mehr für
Kinder- und Jugendliche", so Verkehrsministerin Doris Bures, "das
Verkehrsministerium setzt deshalb bei allen Hebeln an, damit die
Kinder sicher in die Schule kommen." Was ihr besonders wichtig ist:
"Alkohol hat am Steuer nichts zu suchen, insbesondere wenn man Kinder
und Jugendliche sicher an ihr Ziel bringen soll." Die Ministerin
freut sich über die Unterstützung durch den ÖBB-Postbus: "Ich hoffe,
dass dieses Beispiel, wie man den Fahrgästen mit neuen Ansätzen noch
mehr Sicherheit bieten kann, Schule macht."

Mehr als 1,8 Millionen km wöchentlich legen Österreichs SchülerInnen
in Schülertransporten im Gelegenheitsverkehr zurück, 70% davon in
Pkws oder Kleinbussen. Dennoch gelten beim Schülertransport für den
Lenker eines Kleinbusses weitaus geringere Sicherheitsmaßstäbe als
für einen Omnibuslenker. "In beiden Fällen geht es aber um den
sicheren Transport von Kindern! Nur weil bei der einen Variante
weniger Kinder auf einmal befördert werden, heißt das nicht, dass ihr
Schutz und ihre Gesundheit eine andere Priorität haben", betont Dr.
Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Die Maßnahmen im Detail

* Kein Alkohol für LenkerInnen von Schulbussen

Wer heute in einem Pkw oder Kombi mit maximal 9 Sitzplätzen
SchülerInnen transportiert, kann das mit dem Führerschein B machen.
Hier gelten bisher keine gesonderten Vorschriften in puncto Alkohol
am Steuer. Über eine Novelle des Gelegenheitsverkehrsgesetzes soll
das geändert werden, statt 0,5 Promille gelten in Zukunft die 0,1
Promille wie für BerufskraftfahrerInnen. Die Novelle ist fertig
ausgearbeitet und wird noch heute dem Spiegelressort übermittelt. Mit
Zustimmung des Koalitionspartners kann die Novelle noch im Sommer im
Parlament beschlossen und vor Beginn des neuen Schuljahrs in Kraft
treten.

* Ausbildung für LenkerInnen im SchülerInnentransport

Die Ausbildungsvorschriften für SchülerInnentransporte nach dem
Gelegenheitsverkehrsgesetz (im Pkw bzw. Kleinbus) sollen überarbeitet
werden. Derzeit muss man für einen Schülertransportausweis mindestens
drei Jahre lang einen B-Führerschein haben und eine fünfjährige
Unbescholtenheit im Straßenverkehr aufweisen. Diese Bedingungen
sollen bleiben, zusätzlich soll es eine maßgeschneiderte Ausbildung
geben, bei der vor allem auf die besonderen Risikosituationen im
SchülerInnentransport und den Umgang mit Kindern eingegangen wird.
Gemeinsam mit Wirtschaftskammer und KFV soll der Ausbildungsinhalt im
Detail ausgearbeitet werden. Umsetzen wird man das mit einer Novelle
der Betriebsordnung zum Gelegenheitsverkehrsgesetz. Die neue
Verordnung kann zeitgleich mit der Novelle zum
Gelegenheitsverkehrsgesetz in Kraft treten.

* 30 ÖBB-Postbusse mit Alkolocks

Die ÖBB unterstützen die Initiative "Sicher in die Schule". Auf
eigene Kosten wird die ÖBB-Postbus GmbH 30 Postbusse, die im
SchülerInnentransport eingesetzt werden, mit Alkolocks ausstatten.
Das Alkohol Interlock System, kurz Alkolock, stellt sicher, dass der
Lenker, die Lenkerin nur dann das Fahrzeug in Betrieb nehmen kann,
wenn zuvor bei der Abgabe einer Atemluftprobe der eingestellte
Grenzwert nicht überschritten wird. Die 3.880
Postbus-MitarbeiterInnen transportieren mit ihren 2.200 Bussen pro
Jahr 228 Millionen Fahrgäste; sie fahren rund 146 Millionen km pro
Jahr im Linienverkehr und rund 300.000 km im
SchülerInnengelegenheitsverkehr. Das Unternehmen setzt seit 2009
verstärkt auf interne Weiterbildungsmaßnahmen der MitarbeiterInnen,
mit einem zählbaren Erfolg, die Unfallzahlen sind seither um 15 %
zurückgegangen. Der Pilotversuch beim Postbus wird vom KFV begleitend
evaluiert.

Vielversprechende Pilotversuche mit Alkolocks

Im Oktober 2010 hat das Verkehrsministerium gemeinsam mit dem
Fachverband für Güterbeförderung in der WKO das erste
Alkolock-Projekt in Österreich gestartet. 31 Lkws wurden mit
Alkolocks ausgestattet. Das KFV hat den Praxistest begleitet und
evaluiert. Die Rückmeldungen sowohl der Frächter als auch der
FahrerInnen waren positiv. Die Praxistauglichkeit der Geräte wurde
bestätigt (60 % bescheinigen eine gute Handhabbarkeit) und 70 %
befürworten Alkolocks als Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit.

Ein weiteres Pilotprojekt mit Pkw-LenkerInnen, die ihren
Führerschein wiederholt wegen Alkohol am Steuer abgeben mussten, ist
noch im Laufen. Das Konzept sieht vor, dass mit dem freiwilligen
Einbau von Alkolocks die Führerscheinentzugsdauer verkürzt werden
kann. Ergebnisse aus diesem Projekt werden bis zum Sommer/Herbst
erwartet.

Sehr gute Erfahrungen mit Alkolocks im Schülertransport wurden bei
KFV-Projekten in Oberösterreich, Salzburg und Wien gemacht. Eltern,
Schüler und auch die Betreiber waren von dem Projekt überzeugt.
"Alkohol-Fahrten - vor allem wenn es um Kinder geht - müssen in
Österreich nicht nur verboten, sondern sollen auch tatsächlich nicht
mehr möglich sein. Die Alkohol-Wegfahrsperre verhindert, dass ein
Fahrzeug im alkoholisierten Zustand in Betrieb genommen werden kann
und ist daher eine gute Maßnahme zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit", so Thann.

Zahlen, Daten, Fakten

* Rund 1,14 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit
Österreichs Schulen
* Im SchülerInnen-Gelegenheitsverkehr sind 71 % der eingesetzten
Fahrzeuge Kfz bis 3,5 t (Pkws oder Kombis/Kleinbusse mit bis zu neun
Sitzplätzen) und 29 % Omnibusse.
* Knapp 4.000 Fahrzeuge sind im Gelegenheitsverkehr an jedem Schultag
im Einsatz und legen jede Woche 1,8 Mio. Kilometer zurück.
* Jedes Jahr ereignen sich durchschnittlich 25 Unfälle mit rund 40
Verletzten im Schülertransport auf Österreichs Straßen
(Gelegenheitsverkehr und Linienverkehr).
* Ein Drittel dieser Unfälle passiert mit Pkws oder Kleinbussen
* Zuletzt gab es einen deutlichen Rückgang, 2011 gab es 20 Unfälle
mit 33 verletzten Kindern und 2012 sieben Unfälle mit 17 verletzten
Kindern.

(Schluss)

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