"Sicher in die Schule" - Bures und Thann präsentieren Verkehrssicherheitspaket für Schülertransporte

Striktes Alkoholverbot bei allen Schülertransporten - ÖBB beteiligen sich an Initiative und starten Pilotprogramm mit Alkolocks in 30 Postbussen

Wien (OTS/BMVIT) - 1,14 Millionen Schülerinnen und Schüler machen sich in Österreich täglich auf den Weg in den Unterricht. Damit sie sicher an- und nach der Schule sicher wieder heimkommen, legt Verkehrsministerin Doris Bures am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit KFV-Direktor Othmar Thann jetzt ein neues Maßnahmenpaket vor. Für SchülerInnentransporte, die im Gelegenheitsverkehr mit Pkws oder Kleinbussen durchgeführt werden, wird in Zukunft die 0,1-Promille-Grenze gelten. Außerdem soll es für die LenkerInnen, die SchülerInnen mit dem Pkw oder Kombi (Kleinbus) im Gelegenheitsverkehr transportieren, eine eigene Ausbildung geben. Und: Die ÖBB-Postbus GmbH unterstützt die Initiative "Sicher in die Schule" mit einem Pilotprogramm, bei dem 30 Postbusse, die im SchülerInnentransport zum Einsatz kommen, mit Alkolocks ausgestattet werden. ****

"Jeder Unfall im Straßenverkehr ist ein traumatisches Erlebnis für alle Beteiligten, das gilt für uns Erwachsene und gilt umso mehr für Kinder- und Jugendliche", so Verkehrsministerin Doris Bures, "das Verkehrsministerium setzt deshalb bei allen Hebeln an, damit die Kinder sicher in die Schule kommen." Was ihr besonders wichtig ist:
"Alkohol hat am Steuer nichts zu suchen, insbesondere wenn man Kinder und Jugendliche sicher an ihr Ziel bringen soll." Die Ministerin freut sich über die Unterstützung durch den ÖBB-Postbus: "Ich hoffe, dass dieses Beispiel, wie man den Fahrgästen mit neuen Ansätzen noch mehr Sicherheit bieten kann, Schule macht."

Mehr als 1,8 Millionen km wöchentlich legen Österreichs SchülerInnen in Schülertransporten im Gelegenheitsverkehr zurück, 70% davon in Pkws oder Kleinbussen. Dennoch gelten beim Schülertransport für den Lenker eines Kleinbusses weitaus geringere Sicherheitsmaßstäbe als für einen Omnibuslenker. "In beiden Fällen geht es aber um den sicheren Transport von Kindern! Nur weil bei der einen Variante weniger Kinder auf einmal befördert werden, heißt das nicht, dass ihr Schutz und ihre Gesundheit eine andere Priorität haben", betont Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Die Maßnahmen im Detail

* Kein Alkohol für LenkerInnen von Schulbussen

Wer heute in einem Pkw oder Kombi mit maximal 9 Sitzplätzen SchülerInnen transportiert, kann das mit dem Führerschein B machen. Hier gelten bisher keine gesonderten Vorschriften in puncto Alkohol am Steuer. Über eine Novelle des Gelegenheitsverkehrsgesetzes soll das geändert werden, statt 0,5 Promille gelten in Zukunft die 0,1 Promille wie für BerufskraftfahrerInnen. Die Novelle ist fertig ausgearbeitet und wird noch heute dem Spiegelressort übermittelt. Mit Zustimmung des Koalitionspartners kann die Novelle noch im Sommer im Parlament beschlossen und vor Beginn des neuen Schuljahrs in Kraft treten.

* Ausbildung für LenkerInnen im SchülerInnentransport

Die Ausbildungsvorschriften für SchülerInnentransporte nach dem Gelegenheitsverkehrsgesetz (im Pkw bzw. Kleinbus) sollen überarbeitet werden. Derzeit muss man für einen Schülertransportausweis mindestens drei Jahre lang einen B-Führerschein haben und eine fünfjährige Unbescholtenheit im Straßenverkehr aufweisen. Diese Bedingungen sollen bleiben, zusätzlich soll es eine maßgeschneiderte Ausbildung geben, bei der vor allem auf die besonderen Risikosituationen im SchülerInnentransport und den Umgang mit Kindern eingegangen wird. Gemeinsam mit Wirtschaftskammer und KFV soll der Ausbildungsinhalt im Detail ausgearbeitet werden. Umsetzen wird man das mit einer Novelle der Betriebsordnung zum Gelegenheitsverkehrsgesetz. Die neue Verordnung kann zeitgleich mit der Novelle zum Gelegenheitsverkehrsgesetz in Kraft treten.

* 30 ÖBB-Postbusse mit Alkolocks

Die ÖBB unterstützen die Initiative "Sicher in die Schule". Auf eigene Kosten wird die ÖBB-Postbus GmbH 30 Postbusse, die im SchülerInnentransport eingesetzt werden, mit Alkolocks ausstatten. Das Alkohol Interlock System, kurz Alkolock, stellt sicher, dass der Lenker, die Lenkerin nur dann das Fahrzeug in Betrieb nehmen kann, wenn zuvor bei der Abgabe einer Atemluftprobe der eingestellte Grenzwert nicht überschritten wird. Die 3.880 Postbus-MitarbeiterInnen transportieren mit ihren 2.200 Bussen pro Jahr 228 Millionen Fahrgäste; sie fahren rund 146 Millionen km pro Jahr im Linienverkehr und rund 300.000 km im SchülerInnengelegenheitsverkehr. Das Unternehmen setzt seit 2009 verstärkt auf interne Weiterbildungsmaßnahmen der MitarbeiterInnen, mit einem zählbaren Erfolg, die Unfallzahlen sind seither um 15 % zurückgegangen. Der Pilotversuch beim Postbus wird vom KFV begleitend evaluiert.

Vielversprechende Pilotversuche mit Alkolocks

Im Oktober 2010 hat das Verkehrsministerium gemeinsam mit dem Fachverband für Güterbeförderung in der WKO das erste Alkolock-Projekt in Österreich gestartet. 31 Lkws wurden mit Alkolocks ausgestattet. Das KFV hat den Praxistest begleitet und evaluiert. Die Rückmeldungen sowohl der Frächter als auch der FahrerInnen waren positiv. Die Praxistauglichkeit der Geräte wurde bestätigt (60 % bescheinigen eine gute Handhabbarkeit) und 70 % befürworten Alkolocks als Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit.

Ein weiteres Pilotprojekt mit Pkw-LenkerInnen, die ihren Führerschein wiederholt wegen Alkohol am Steuer abgeben mussten, ist noch im Laufen. Das Konzept sieht vor, dass mit dem freiwilligen Einbau von Alkolocks die Führerscheinentzugsdauer verkürzt werden kann. Ergebnisse aus diesem Projekt werden bis zum Sommer/Herbst erwartet.

Sehr gute Erfahrungen mit Alkolocks im Schülertransport wurden bei KFV-Projekten in Oberösterreich, Salzburg und Wien gemacht. Eltern, Schüler und auch die Betreiber waren von dem Projekt überzeugt. "Alkohol-Fahrten - vor allem wenn es um Kinder geht - müssen in Österreich nicht nur verboten, sondern sollen auch tatsächlich nicht mehr möglich sein. Die Alkohol-Wegfahrsperre verhindert, dass ein Fahrzeug im alkoholisierten Zustand in Betrieb genommen werden kann und ist daher eine gute Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit", so Thann.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Rund 1,14 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit Österreichs Schulen
  • Im SchülerInnen-Gelegenheitsverkehr sind 71 % der eingesetzten Fahrzeuge Kfz bis 3,5 t (Pkws oder Kombis/Kleinbusse mit bis zu neun Sitzplätzen) und 29 % Omnibusse.
  • Knapp 4.000 Fahrzeuge sind im Gelegenheitsverkehr an jedem Schultag im Einsatz und legen jede Woche 1,8 Mio. Kilometer zurück.
  • Jedes Jahr ereignen sich durchschnittlich 25 Unfälle mit rund 40 Verletzten im Schülertransport auf Österreichs Straßen (Gelegenheitsverkehr und Linienverkehr).
  • Ein Drittel dieser Unfälle passiert mit Pkws oder Kleinbussen
  • Zuletzt gab es einen deutlichen Rückgang, 2011 gab es 20 Unfälle mit 33 verletzten Kindern und 2012 sieben Unfälle mit 17 verletzten Kindern.

(Schluss)

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Tel.: 0577077 - 1919
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