- 09.04.2014, 10:17:11
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Leitl zu IWF-Prognose: Trotz mehr Wachstum Reformen in Europa und Österreich notwendig
Österreich droht 2019 Wachstumsvorsprung auf Eurozone zu verlieren
Utl.: Österreich droht 2019 Wachstumsvorsprung auf Eurozone zu
verlieren =
Wien (OTS/PWK244) - Angesichts der gestern, Dienstag,
veröffentlichten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF)
unterstreicht Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl die Warnung
des IWF vor einem Aufschub notwendiger Reformen in Europa nur auf
Grund kurzfristig besserer Wachstumsaussichten: "Denn die derzeitigen
Wachstumsraten reichen nicht aus; dies zeigt sich insbesondere darin,
dass die hohe Arbeitslosigkeit und die Schuldenstände in Europa sich
nicht reduzieren. Mehr Anstrengungen sind notwendig - bei Reformen
darf nicht nachgelassen werden."
Die Weltwirtschaft hat seit der tiefen Rezession zwar an Fahrt
gewonnen, die Erholung verläuft jedoch uneinheitlich, wobei die
Dynamik zunehmend von den Industrieländern ausgeht. In Summe haben
sich gemäß IWF die Risiken gegenüber der letzten Prognose (Oktober
2013) reduziert, gleichzeitig sind aber neue Risiken dazugekommen.
Österreichs Wirtschaft soll in den Jahre 2014 und 2015 real um
jeweils 1,7 Prozent wachsen, damit hält Österreich vorläufig den
Wachstumsvorsprung gegenüber der Eurozone für die beiden Jahre.
"Alarmierend" stuft Leitl aber die Prognosen für das Jahr 2019 ein:
"Österreich soll demnach im Jahr 2019 nur mehr um 1,4 Prozent
wachsen. Damit liegt die IWF-Wachstumsprognose für 2019 unter jener
der Eurozone und unter dem Potenzialwachstum Österreichs". Auch
Österreichs wichtigste Absatzmärkte Deutschland und Italien weisen
mittelfristig deutlich geringere Wachstumsraten auf.
Leitl abschließend: "Um die Aufgaben und Herausforderungen der
Zukunft bewältigen zu können, braucht Österreich eine
innovationsorientierte Wachstumspolitik. Es braucht mehr Mut für
Reformen, denn für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung des
langfristigen Wachstumspotenzials sind strukturelle Reformen in den
Bereichen Verwaltung, Pensionen, Gesundheit und Bildung notwendig.
Gleichzeitig müssen Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und
Entwicklung sowie Innovation forciert werden. Gebot der Stunde muss
sein: Mehr Reformen und weniger Belastungen, denn Österreichs
Unternehmen und der Wirtschafts-und Arbeitsstandort Österreich stehen
im internationalen Wettbewerb. Die Wirtschaft gewinnt an Dynamik;
Stagnation in der Politik und Reformmüdigkeit sind mittelfristig die
größten Gefahren für das Erfolgsmodell Österreich." (BS)
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