Leitl zu IWF-Prognose: Trotz mehr Wachstum Reformen in Europa und Österreich notwendig

Österreich droht 2019 Wachstumsvorsprung auf Eurozone zu verlieren

Wien (OTS/PWK244) - Angesichts der gestern, Dienstag, veröffentlichten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstreicht Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl die Warnung des IWF vor einem Aufschub notwendiger Reformen in Europa nur auf Grund kurzfristig besserer Wachstumsaussichten: "Denn die derzeitigen Wachstumsraten reichen nicht aus; dies zeigt sich insbesondere darin, dass die hohe Arbeitslosigkeit und die Schuldenstände in Europa sich nicht reduzieren. Mehr Anstrengungen sind notwendig - bei Reformen darf nicht nachgelassen werden."

Die Weltwirtschaft hat seit der tiefen Rezession zwar an Fahrt gewonnen, die Erholung verläuft jedoch uneinheitlich, wobei die Dynamik zunehmend von den Industrieländern ausgeht. In Summe haben sich gemäß IWF die Risiken gegenüber der letzten Prognose (Oktober 2013) reduziert, gleichzeitig sind aber neue Risiken dazugekommen. Österreichs Wirtschaft soll in den Jahre 2014 und 2015 real um jeweils 1,7 Prozent wachsen, damit hält Österreich vorläufig den Wachstumsvorsprung gegenüber der Eurozone für die beiden Jahre. "Alarmierend" stuft Leitl aber die Prognosen für das Jahr 2019 ein:
"Österreich soll demnach im Jahr 2019 nur mehr um 1,4 Prozent wachsen. Damit liegt die IWF-Wachstumsprognose für 2019 unter jener der Eurozone und unter dem Potenzialwachstum Österreichs". Auch Österreichs wichtigste Absatzmärkte Deutschland und Italien weisen mittelfristig deutlich geringere Wachstumsraten auf.

Leitl abschließend: "Um die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können, braucht Österreich eine innovationsorientierte Wachstumspolitik. Es braucht mehr Mut für Reformen, denn für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung des langfristigen Wachstumspotenzials sind strukturelle Reformen in den Bereichen Verwaltung, Pensionen, Gesundheit und Bildung notwendig. Gleichzeitig müssen Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Innovation forciert werden. Gebot der Stunde muss sein: Mehr Reformen und weniger Belastungen, denn Österreichs Unternehmen und der Wirtschafts-und Arbeitsstandort Österreich stehen im internationalen Wettbewerb. Die Wirtschaft gewinnt an Dynamik; Stagnation in der Politik und Reformmüdigkeit sind mittelfristig die größten Gefahren für das Erfolgsmodell Österreich." (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Stabsabteilung Wirtschaftspolitik
Dr. Christoph Schneider
Telefon: +43 (0)5 90 900 4499
Christoph.Schneider@wko.at
Internet: http://wko.at/wp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003