• 09.04.2014, 09:37:31
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Coface: Zehn Schwellenländer auf den Fersen der BRICS-Länder

Wien (OTS) - Nach zehn Jahren außerordentlichen Wachstums bremsen
sich die BRICS-Länder ein: Das von Coface für 2014 erwartete Wachstum
liegt um 3,2% unter dem Durchschnittswert des vergangenen Jahrzehnts.
Gleichzeitig beschleunigen andere Schwellenländer ihre
wirtschaftliche Entwicklung. Coface hat die "Top 10"-Länder
definiert, die gute Aussichten haben, ihre Produktion zu steigern und
zudem über die nötigen finanziellen Mittel für Expansion verfügen.

Kolumbien, Indonesien, Peru, die Philippinen und Sri Lanka sieht
Coface dabei aufgrund des besseren Geschäftsumfelds einen Schritt
weiter als Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und Äthiopien.

Trotz einer weiter günstigen Nachfrage seitens der Verbraucher
wachsen die BRICS-Länder langsamer. Ursachen sind zum einen die
erforderlichen Anpassungen in den Bereichen Produktion und
Zulieferung, zum anderen ein deutlicher Rückgang an Investitionen.
Die einheimischen Produzenten verfügen somit nicht mehr über
ausreichende Kapazitäten, um die weiter starke Nachfrage befriedigen
zu können.

Finanzierung als wichtiges Wachstumskriterium

Bei der Identifizierung dieser "Top 10"-Länder achtet Coface vor
allem auf ein starkes und beschleunigtes Wachstum. Außerdem muss die
Wirtschaft diversifiziert und robust genug sein, um
Wachstumseinbrüche aushalten zu können. Weitere Kriterien sind das
ausreichende Kapital zur Finanzierung des Wachstums und
Mindestreserven. Diese helfen dabei, die Abhängigkeit vom
Auslandskapital zu minimieren und reduzieren die Gefahr, Kreditblasen
zu produzieren.

Hohes Potenzial durch ein stabiles Geschäftsumfeld: Kolumbien,
Indonesien, Peru, die Philippinen und Sri Lanka

Coface hat zehn aufstrebende Länder identifiziert, die die
wichtigsten Kriterien erfüllen. Da sich die Staaten jedoch in ihrem
jeweiligen Geschäftsumfeld unterscheiden, unterteilt Coface die "Top
10" in zwei Gruppen:

- Kolumbien, Indonesien, Peru, die Philippinen und Sri Lanka haben
ein stabiles Geschäftsumfeld (Coface-Bewertung A4 oder B),
vergleichbar mit den BRICS-Ländern.

- Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und Äthiopien haben ein sehr
(C) oder extrem problematisches (D) Geschäftsumfeld, das deren
Wirtschaftswachstum erschweren könnte.

"Natürlich wird es für die zweite Gruppe schwieriger. Diese Länder
werden länger brauchen, um ihr Wachstumspotenzial voll zu entfalten.
Allerdings sind ihre Probleme mit dem Geschäftsumfeld relativ zu
sehen: Von 2001 an war die Governance in Brasilien, China, Indien und
Russland mit der heutigen in Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und
Äthiopien vergleichbar", sagt Julien Marcilly, Leiter Country Risk
Coface.

Wachstum der "neuen aufstrebenden" Länder wird anders
verlaufen als in den BRICS-Staaten

Zweifellos gibt es einige Schwächen der "neuen aufstrebenden"
Länder im Vergleich zu den BRIC-Ländern in den 2000er Jahren.
(BRIC-Länder statt BRICS-Länder, da Südafrika in den 2000er Jahren
noch nicht bei den wichtigsten Schwellenländern angeführt wurde und
daher hier nicht berücksichtigt wird.) Zum einen repräsentieren die
"Top 10"-Länder derzeit nur 11 Prozent der Weltbevölkerung, während
die BRIC 2001 zusammen 43 Prozent ausmachten. Zum anderen erreicht
ihr BIP nur 70 Prozent von dem der BRIC-Staaten im Jahr 2001.
Außerdem erwirtschafteten die BRIC-Länder im Durchschnitt einen
Leistungsbilanzüberschuss, während die "neuen aufstrebenden" Staaten
ein Defizit von rund sechs Prozent des BIP verbuchen.

"Da die Industrieländer aus strukturellen Gründen heute weniger
wachsen, werden die 'Top 10'-Länder - im Vergleich mit den BRIC in
den 2000er Jahren - weniger von den Exporten in die Industrieländer
profitieren. Ihre Wachstumsraten werden mehr vom Binnenmarkt sowie
vom Export in andere Schwellenländer abhängen", erklärt Julien
Marcilly.

Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen haben die "neuen
aufstrebenden" Länder auch Vorteile gegenüber den BRIC-Staaten im
Jahr 2001. Ihre Inflationsraten sind rund 2,8 Prozent niedriger als
damals jene der BRIC. Die Staatsverschuldung liegt bei rund 40
Prozent des BIP im Vergleich zu 54 Prozent der BRIC-Länder vor 13
Jahren.

Über Coface

Die Coface-Gruppe ist ein weltweit führender Kreditversicherer und
bietet Unternehmen auf der ganzen Welt Lösungen für das
Forderungsmanagement im Inlands- und Exportgeschäft. 2013 erreichte
die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. 4.400
Mitarbeiter in 66 Ländern bieten weltweiten Service vor Ort.
In Frankreich ist Coface Mandatar für die staatlichen
Exportkreditgarantien. Coface ist eine Tochtergesellschaft von
Natixis, einer Gesellschaft der Groupe BPCE für
Unternehmensfinanzierung, Investment Management und spezielle
Finanzservices.

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