- 09.04.2014, 09:26:29
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Situation von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen im Alter wird erhoben
Wien (OTS) - "Wir begrüßen die vorige Woche gestartete Ifes-Umfrage,
mit der die Bedürfnisse von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Transgender-Personen (LSBT) im Bereich Wohnen, Betreuung und Pflege
im Alter erhoben werden sollen", erklärt Cécile Balbous, Obfrau der
Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. "Wir sind fest davon überzeugt,
dass eine solche Bedarfserhebung unerlässlich ist, um auf deren
Grundlage die entsprechenden Dienstleistungen anbieten zu können.
Deshalb rufen wir auch dazu auf, unbedingt bei dieser Befragung
mitzumachen. Der Fragebogen richtet sich an alle Altersgruppen, denn
es geht ja vor allem um die Planung zukünftiger Angebote. Auch wer
heute noch nicht im Seniorenalter ist, sollte sich bereits Gedanken
darüber machen, wie er oder sie im Alter wohnen, betreut und gepflegt
werden möchte."
"Da die gesellschaftliche Anerkennung immer weiter voranschreitet
und dadurch auch ältere Lesben und Schwule vermehrt ihre sexuelle
Orientierung offen leben, ist es wichtig, dass sich auch
Betreuungseinrichtungen und Sozialdienstleister auf die Bedürfnisse
homosexueller KlientInnen bzw. PatientInnen einstellen. Voraussetzung
dafür ist natürlich die entsprechende Schulung und Sensibilisierung
von MitarbeiterInnen von Wohn- und Pflegeeinrichtungen, sodass ein
selbstbestimmtes und diskriminierungsfreies Altern in Würde möglich
ist", ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl.
Die HOSI Wien wird sich auf diesem Gebiet ebenfalls verstärkt
engagieren und ihre Gruppe für homo- und bisexuelle Menschen über 50
wiederbeleben. "Wir haben uns auch über Ansätze, Projekte und
Initiativen im Ausland informiert und vor zwei Wochen etwa an einem
internationalen Meeting über 'LSBT-Personen im Alter' in Breda
(Niederlande) teilgenommen", berichtet HOSI-Wien-Generalssekretär
Kurt Krickler: "Neben speziellen Einrichtungen nur für LSBT-Personen
geht der Trend international eindeutig in Richtung Integration in
Mainstream-Einrichtungen, wobei sexuelle Vielfalt nur einen von
mehreren Bereichen der Diversität darstellt. Damit diese Integration
gelingt, sind neben der erwähnten Schulung des Personals auch
Maßnahmen notwendig, um etwa mit allen HeimbewohnerInnen LSBT-Fragen
vorurteilsfrei zu thematisieren. In den Niederlanden gibt es für
LSBT-freundliche Pflege- und Betreuungseinrichtungen inzwischen mit
dem 'rosaroten Teppich' bzw. dem 'Regenbogen-Schlüssel' ein
spezielles Gütesiegel, das von einem unabhängigen
Zertifizierungsinstitut aufgrund einer gründlichen Prüfung nach
strengen standardisierten Kriterien verliehen wird. Mittlerweile
verfügen in den Niederlanden bereits mehr als 90 Einrichtungen über
dieses Gütesiegel, das übrigens zu einem wichtigen positiven Faktor
auf einem Markt mit ständig intensiver werdendem Wettbewerb geworden
ist."
Der Link zur Umfrage: https://www.ifes-umfrage.at/wohnen-im-alter
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