Roundtable zu LGBT-Rechten mit Minister_innen Karmasin, Mikl-Leitner und Brandstetter

Interessensvertreter_innen der LGBT-Community im Gespräch mit ÖVP-Minister_innen

Wien (OTS) - Für FAmOs - Familien Andersrum Österreich war Obfrau Barbara Schlachter anwesend. "Ich vertrete hier die Interessen unserer Kinder. In Österreich leben immer mehr Kinder in Regenbogenfamilien. Diese Kinder müssen gestärkt werden in dem man ihnen signalisiert, dass ihre Familien und die Partnerschaft ihrer Eltern gleich viel wert sind, wie andere Familien und Partnerschaften."

Als wichtigen Punkt streicht Barbara Schlachter die Aufklärungsarbeit und Schulung in pädagogischen Einrichtungen hervor.

"Für unsere Kinder ist es wichtig, das Pädagog_innen informiert sind und kompetent die Kinder aus Regenbogenfamilien unterstützen können und dass Familienvielfalt Thema in Kindergarten und Schule wird." Sehr erfreut wird hier die Bereitschaft von Familienministerin Karmasin registriert, sich des Themas anzunehmen und gemeinsam mit anderen zuständigen Behörden und FAmOs an Ideen zu arbeiten, hier etwas zu bewirken.

"Um sicherzugehen, dass Regenbogenfamilien in gesellschaftspolitischen Diskurs nicht übersehen und "mitgedacht" werden, haben wir ausserdem eine Aufnahme in den politischen Familienbeirat beantragt und hoffen, dass wir hierbei ebenso Unterstützung erhalten." so Barbara Schlachter weiter.

Ausserdem fordert FAmOs die automatische Elternschaft bei Inanspruchnahme von medizinisch unterstützter Fortpflanzung ab 2015, und eine Möglichkeit der gemeinsamen Obsorge für Elternpaare, die sich vor Einführung der Stiefkindadoption im August 2013 getrennt haben, aber nach wie vor gemeinsam für ihre Kinder zuständig sein wollen.

Auch die Fremdkindadoption bleibt eine wichtige Forderung. "Nur weil es in Österreich mehr adoptionswillige Paare als Kinder gibt", so Barbara Schlachter weiter,"ist das kein Grund homosexuellen Paaren keine Chance zu geben sich um eine Adoption zu bemühen. Ausserdem gibt es die Möglichkeit von Auslandsadoptionen z.B. in Südafrika und den USA, beides Länder, die Kinder an gleichgeschlechtliche Paare vermitteln."

Für bereits in Österreich lebende adoptierte Kinder, die im Rahmen der Einzeladoption von homosexuellen Menschen adoptiert worden sind, muss nach Meinung von FAmOs als erster Schritt eine Sukzessivadoption ermöglicht werden, damit Partner_innen des Vaters oder der Mutter als zweiter Elternteil gesetzlich anerkannt werden können.

Obwohl die anwesenden Minister_innen den LGBT-Vertreter_innen am Ende des Roundtables nur zusichern konnten das Standesamtverbot für Verpartnerungen aufzuheben, haben vor allem Justizminister Brandstetter und Familienministerin Karmasin zugesagt daran zu arbeiten, dass nach und nach auch weitere Diskriminierungen aufgehoben werden.

"Schon alleine die Tatsache, dass wir von drei Minister_innen der ÖVP zu diesem Roundtable geladen wurden, lässt die Hoffnung aufkommen, dass nun langsam endlich auch die ÖVP ihre Abwehrhaltung bezüglich Gleichberechtigung aufgibt." meint Barbara Schlachter nach diesem Roundtable. "Wir bleiben jedenfalls weiterhin wachsam und werden die zuständigen Minister_innen immer wieder daran erinnern, dass am Ende dieses Prozesses nur die vollkommene rechtliche Gleichstellung stehen kann."

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Barbara Schlachter
FAmOs - Familien Andersrum Österreich
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