• 08.04.2014, 13:57:02
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HOSI-Wien-Obleute beim Runden Tisch mit ÖVP-MinisterInnen

Wien (OTS) - Heute Vormittag nahmen Cécile Balbous und Christian
Högl, die Obleute der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, am Round
Table mit VertreterInnen der Lesben- und Schwulenbewegung über offene
Forderungen in Sachen Gleichstellung von Eingetragener Partnerschaft
(EP) und Ehe teil, zu dem Familienministerin Sophie Karmasin
gemeinsam mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizminister
Wolfgang Brandstetter geladen hatte.

"Wir haben bei der Gelegenheit in sehr amikaler Atmosphäre unsere
Positionen dargelegt", erklärt Balbous nach dem Gespräch. "Die
wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang sind natürlich die
EP-Schließung am Standesamt und die gemeinsame (Fremdkind-)Adoption."

"Die meisten der noch offenen Punkte mögen letztlich zwar nur
wenige Personen in ihrem Alltag betreffen, aber es geht hier vor
allem auch um die symbolische Ebene: Jede benachteiligende
Ungleichbehandlung ist ein Ausdruck dafür - und damit auch ein
negatives Signal an die Gesellschaft -, dass Lesben und Schwule eben
nicht als gleichberechtigte BürgerInnen angesehen werden", ergänzt
Högl. "Und es gibt auch Unsinnigkeiten, die ins EP-Recht aufgenommen
wurden, etwa die unterschiedlichen Begriffe 'Familienname' und
'Nachname', wobei wir dafür eintreten, den Begriff 'Familienname'
generell, also auch für die heterosexuelle Ehe, durch den Begriff
'Nachname' zu ersetzen."

"Überhaupt müsste das Eherecht ja umfassend reformiert werden",
betont Balbous weiter, "nicht zuletzt, damit es für Lesben und
Schwule attraktiv wird. Es gibt daher durchaus Ungleichbehandlungen,
die wir als Vorteil betrachten und uns daher überhaupt nicht stören,
wie etwa der Umstand, dass eine EP erst mit 18 Jahren geschlossen
werden darf, oder die etwas weniger strengeren
Scheidungsbestimmungen", betont Balbous. "Wir denken, die Zeit wäre
reif für ein modernes Ehe- und Scheidungsrecht auf der Höhe des 3.
Jahrtausends, das dann auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten
könnte und sollte."

"Wir hoffen, dass dies in absehbarer Zeit möglich sein wird, zumal
Teile der ÖVP offenbar bereit sind, sich in dieser Frage zu bewegen
und ernsthaft zu Reformen bereit sind", zeigt sich Högl nach dem
Gespräch vorsichtig optimistisch.

Die differenzierten Forderungen der HOSI Wien zum Partnerschafts-
und Familienrecht sind im Detail nachzulesen unter:
http://www.hosiwien.at/forderungsprogramm/

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