Kurienkardinal Kasper für Frauen in Leitungsaufgaben an der Kurie

"Absurd", dass sie in Päpstlichen Räten bisher keine wichtige Rolle spielen

Brixen, 07.04.14 (KAP) Frauen sollten in römischen Kurie Leitungsaufgaben übernehmen, die nicht unbedingt an die Priesterweihe gebunden sind. Das hat der emeritierte "Ökumeneminister" des Vatikans, Kardinal Walter Kasper, im Interview mit der Südtiroler Kirchenzeitung "Sonntagsblatt" (6. April) erklärt. "Absurd" sei etwa, dass Frauen in den Päpstlichen Räten für Familie, Kultur, Soziale Kommunikation und Laien bisher keine wichtige Rolle spielen. Schließlich sei die Kirche ohne Frauen bloß "ein verstümmelter Körper". Viele kirchliche Aktivitäten oder auch die Pfarrgemeinden seien ohne Mitwirkung der Frauen "undenkbar".

Aufsehen hatte Kasper zuletzt durch einen Vortrag vor dem Kardinalstreffen in Rom auf Einladung des Papstes erregt, der auch den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen thematisierte. Niemand - auch er selbst nicht - stelle die Unauflöslichkeit einer sakramentalen Ehe infrage, Ehebrecher seien folglich "Sünder", betonte Kasper gegenüber dem "Sonntagsblatt". Dennoch sei die Sündenvergebung Teil des Credos. "Wenn ein geschiedener Wiederverheirateter das Versagen in seiner ersten Ehe bereut, wenn er in seiner zweiten nur zivil geschlossenen Ehe im Glauben lebt und seine Kinder christlich erzieht, sollten wir ihm dann das Sakrament der Buße und die Kommunion verweigern?", so der Kardinal.

Jede Reform im Vatikan beginne mit einer Änderung der Mentalität, so der 81-jährige Kardinal, "also die Bekehrung hin zu einem Geist des Dienstes". Papst Franziskus hat laut Kasper bereits in seinem ersten Amtsjahr ein "Klima der Zuversicht, Hoffnung und Freude" entstehen lassen und den Stil in der Kurie reformiert. Der Pontifex wolle eine "offene Diskussion", wobei ihm zugutekomme, dass er selbst keine Berührungsängste gegenüber der heutigen Welt habe.

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