- 03.04.2014, 09:10:31
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Erfolgsbilanz neue Deutschkurse des AMS Wien: Kundenzufriedenheit gesteigert, Drop-out-Quote halbiert
Sozialminister Hundstorfer eröffnet "offene Bücherwände" an den AMS-Deutschkurs-Standorten zur Stärkung der Sprachkompetenzen
Utl.: Sozialminister Hundstorfer eröffnet "offene Bücherwände" an
den AMS-Deutschkurs-Standorten zur Stärkung der
Sprachkompetenzen =
Wien (OTS) - In Wien hat jede zweite Kundin bzw. jeder zweite Kunde
des AMS Migrationshintergrund - ist also selbst nach Österreich
zugewandert oder hat Eltern, auf die das zutrifft. Das AMS Wien hat
beim Umbau seiner Kurslandschaft hin zu mehr Kundenzufriedenheit
diese Zielgruppe bereits sehr früh ins Auge gefasst und vor einem
Jahr mit einem völlig neuen Deutschkurssystem für 18.000
Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb eines Jahres gestartet.
"Grundlage der Neugestaltung war die Überzeugung: Unterschiedliche
Menschen brauchen unterschiedliche Angebote", sagt Sozialminister
Rudolf Hundstorfer anlässlich eines Pressegesprächs über eine erste
Erfolgsbilanz der neuen Angebotsschiene. "Nicht alle haben dieselben
sprachlichen Vorkenntnisse, nicht alle haben dasselbe Lerntempo - das
neue Kurssystem trägt diesen Unterschieden Rechnung."
So werden die Lehrpläne in einer eigens eingerichteten Beratungs- und
Betreuungseinrichtung der Wiener Volkshochschulen nach den
individuellen Fähigkeiten ausgesucht. Wer es benötigt, kann auch eine
Lernbegleitung ("Nachhilfe") in Anspruch nehmen. Und: Der Abschluss
aller Kurse wird nach ÖSD-Norm (A1 bis B2) beurteilt, also einem für
Arbeitgeber und Behörden nachvollziehbaren Standard. Das
Abschlusszertifikat wird so zum wertvollen und vielerorts
einsetzbaren Zeugnis.
"Der Erfolg gibt uns Recht", freut sich AMS-Wien-Chefin Petra Draxl
angesichts der Evaluierung des Programms. "Die Drop-out-Quote hat
sich durch das neue System von rund 30 Prozent auf 15 Prozent
halbiert. Wir bieten also eine weitaus höhere Qualität, und das,
obwohl sich die Kurseintritte von 9000 auf 18.000 pro Jahr verdoppelt
haben."
Und: Im "alten" Kurssystem früherer Jahre hat sich bei den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder Unzufriedenheit über
sehr inhomogen zusammengesetzte Gruppen geregt. "In den neuen, nach
Sprachkenntnissen und Bildungsniveau sehr einheitlich
zusammengesetzten Gruppen gibt es nun kaum noch Beschwerden", sagt
Draxl. Diese Zufriedenheit ist auch messbar: Bei der
Teilnahmezufriedenheit gaben die Kundinnen und Kunden dem neuen
Kurssystem den phantastischen Wert von 1,48 (auf einer Skala von 1
bis 6).
Und auch der Arbeitsmarkterfolg ist durchaus beachtlich: Drei Monate
nach Kursende waren mehr als 24 Prozent der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer in einer Beschäftigung. Draxl: "Das zeigt, wie wichtig es
ist, dass wir Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache dabei helfen,
die Stolpersteine auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu überwinden."
Die Kosten für das Deutschkursangebot von zirka 22 Millionen Euro
(inkl. Beratungs- und Betreuungseinrichtung) trägt das AMS Wien. Die
Kurse führen bit, update training, ZIB, BFI, ip.center, die Berater,
Mentor und ibis acam für das AMS Wien durch.
Um das Deutschlernen leichter zu machen, eröffnet Sozialminister
Rudolf Hundstorfer im bit schulungscenter in Wien-Liesing eine
"offene Bücherwand" - die stellvertretend für die neu errichteten
Bücherwände an sämtlichen Deutschkurs-Standorten des AMS Wien steht,
die damit in Betrieb gehen. Die Idee: eine unkomplizierte
Literatur-Tauschbörse, bei der jeder kostenlos Bücher abgeben und
auch mitnehmen kann. Hundstorfer: "Meine Überzeugung ist, dass das
Lernen auch Spaß machen soll. Bücher zu lesen ist ein schöner
Zeitvertreib und fördert zugleich den Spracherwerb."
Die Idee für die Bücherwände hatte übrigens ein Teilnehmer an einem
Deutschkurs des AMS Wien. "Ein Herr aus dem Kurs hat sich an mich
gewandt und gemeint: Eine gute Schule braucht eine Bibliothek",
erzählt Petra Draxl. "Ich gebe ihm Recht - wir haben diese Anregung
sofort aufgenommen und in kürzester Zeit Tausende Bücher organisiert,
die nun Tausende Menschen beim Deutschlernen unterstützen sollen."
Für das bit Schulungscenter ist es das Ziel, so viele Menschen wie
möglich zum erfolgreichen Abschluss des ÖSD-Zertifikats zu führen,
betont Günter Kahr, Leiter der Wiener bit-Geschäftsstelle. "Im
Projekt offene Bücherwand sehen wir eine perfekte
Unterstützungsmöglichkeit, um das zu erreichen - denn unsere
Erfahrung zeigt, dass jedes Zusatzangebot zum Deutschtraining sehr
gern angenommen wird."
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