- 03.04.2014, 08:30:32
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NEWS: ÖVP-Schwarzgeldaffäre - Ermittler finden brisante Mails
"Haben wir eigentlich noch etwas am ÖVP-Guthaben?" - Partei-Direktor Keschmann wollte Konto noch 2012 nutzen.
Utl.: "Haben wir eigentlich noch etwas am ÖVP-Guthaben?" -
Partei-Direktor Keschmann wollte Konto noch 2012 nutzen. =
Wien (OTS) - Je länger die Justiz rund um das mutmaßliche
Schwarzgeldkonto der ÖVP bei der Agentur Mediaselect ermittelt, umso
näher rückt die Parteienfinanzierungsaffäre an das heutige
Parteimanagement heran. Und umso mehr wackelt die Argumentation der
ÖVP, die Vorwürfe seien nur ein "alter Hut". Das Nachrichtenmagazin
NEWS berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über E-Mails, auf die die
Justiz bei ihren Ermittlungen gestoßen ist. Eines davon zeigt, dass
Markus Keschmann, Direktor der ÖVP-Bundespartei, dieses Konto sogar
noch im Jahr 2012 nutzen wollte.
Laut Aktenlage schrieb Keschmann am 11. Jänner 2012 von seiner
ÖVP-E-Mail-Adresse in Bezug auf eine Auto-Rechnung an eine
Mediaselect-Mitarbeiterin: "Haben wir eigentlich noch etwas am
ÖVP-Guthaben? Dann könnten wir das von dort nehmen, oder?" Die
Mitarbeiterin teilte ihm in der Folge den Kontostand mit.
Das von der Mediaselect bei der Oberbank eingerichtete "ÖVP-Konto"
steht im Zentrum staatsanwaltlicher Ermittlungen. Gemäß Verdachtslage
gelangten hohe Geldbeträge von Telekom, Raiffeisenlandesbank OÖ und
Österreichischen Lotterien, die für die ÖVP gedacht waren, via
Abrechnung mutmaßlicher Scheinleistungen auf ein Geschäftskonto der
Mediaselect. Von dort wurde das Geld auf das "ÖVP-Konto"
weiterüberwiesen. Das Geld soll dann für den Nationalratswahlkampf
der ÖVP 2006 bzw. 2008 verwendet worden sein. Im November führte die
Justiz in der ÖVP-Zentrale in Wien umfassende Sicherstellungen durch.
Alle Betroffenen haben sämtliche Vorwürfe immer bestritten.
Keschmann wird in der Causa nicht als Beschuldigter geführt.
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