Ikrath: "Anschlag auf bewährte Kreditfinanzierung für Mittelstand, EU-Kommission drängt KMUs ins Kapitalmarktrisiko."

Statt KMUs dem spekulativen Investmentbankgeschäft auszuliefern, sollte Barnier überschießende Regulierungen für klassische Kundenbanken raschest adaptieren.

Wien (OTS) - EU Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier veröffentlichte heute ein Grünbuch mit dem die Europäische Kommission das Angebot für langfristige Finanzierungen und Investitionen in Europa fördern möchte. "Damit reagiert Brüssel auf die Kritik der Sparkassen, dass EU-Regularien die Kreditvergabemöglichkeiten der klassischen Kundenbanken für die KMUs massiv einzuschränken drohen. Die heute präsentierten Konsequenzen führen aber in die völlig falsche Richtung. Es ist geradezu absurd, dass die Kommission die Banken für die Verminderung der Kreditvergabefähigkeit tadelt. Denn es sind gerade die regulatorischen Zwangsjacken ebendieser Kommission, die den traditionellen Kreditgebern des Mittelstandes die Finanzierungsluft abschnüren", betont Ikrath.

Für Ikrath entsprechen daher die heute vorgelegten Vorschläge dem sattsam bekannten Prinzip des "Haltet den Dieb!", mit dem Barnier die KMUs nun offenkundig in die spekulative Kapitalmarktfinanzierung als Ersatz der soliden Kreditfinanzierung drängen möchte. Damit stülpe er nicht nur das angloamerikanische Modell über die bewährte kontinentaleuropäische Mittelstandsfinanzierung, sondern liefere die KMUs jenen Investmentbanken aus, die durch die Bündelung und Verbriefung der Unternehmensanleihen neuerlich in die Rolle der potentiellen Brandstifter treten. "Wenn Barnier nicht der Biedermann der Brandstifter sein möchte, sollte er vielmehr die aktuell weit überschießenden Regulierungen der "boring banks" - Sparkassen und Genossenschaftsbanken - zur Vermeidung einer künftigen Kreditklemme raschest überarbeiten. Vorbild hierfür könnte die bei weitem sachgerechtere Basel III Umsetzung der USA für deren "community banks" sein", appelliert Ikrath an den Kommissar.

Grundsätzlich begrüßt Ikrath die Initiative der EU-Kommission, die langfristige Finanzierung der europäischen Wirtschaft und ergänzende Finanzierungsformen wie das Crowdfunding zu unterstützen. "Ohne aber eine massive regulatorische Entlastung der Kundenbanken, deren Kernfunktion die Finanzierung der Realwirtschaft und damit von Wachstum und Beschäftigung ist, vorzunehmen, wird das Konzept bestenfalls eine Placebowirkung haben und sich im schlimmeren Fall als giftige Pille für unseren unternehmerischen Mittelstand und die österreichische Volkswirtschaft erweisen", so Ikrath abschließend.

Diesen Text können Sie auch auf unserer Homepage unter
http://www.sparkassenverband.at/presse abrufen.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Sparkassenverband, Kommunikation
Nicola Frimmel, Tel. 05 0100 - 28426
E-Mail: nicola.frimmel@sv.sparkasse.at
Armand Feka, Tel. 05 0100 - 28425, Mobil: 05 0100 6 - 28425
E-Mail: armand.feka@sv.sparkasse.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSV0001