Hundstorfer: Erwerbskarrierenmonitoring bestätigt Notwendigkeit der Ausbildungsverpflichtung

Rund 12.700 Jugendliche pro Jahr sind nicht in Ausbildung oder als Hilfskräfte beschäftigt

Wien (OTS/BMASK) - "Die aktuellen Daten des Erwerbskarrierenmonitoring belegen deutlich: der Bildungsabschluss beeinflusst die spätere Erwerbskarriere und schützt vor Armut und Arbeitslosigkeit. Daher gilt: Jeder Jugendliche soll einen über den Pflichtschulabschluss hinausgehenden Bildungs- oder Ausbildungsabschluss erlangen", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit AMS-Vorstand Johannes Kopf und Statistik Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer. Die aktuelle Erhebung hat gezeigt, dass 3.700 Jugendliche als Hilfskräfte beschäftigt sind und 9.000 Jugendliche weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, und auch nicht vom AMS betreut werden. "Diese 12.700 jungen Menschen sind unsere Zielgruppe für die Ausbildungsverpflichtung, die wir ab dem Ausbildungsjahr 2016/2017 umsetzen", so Hundstorfer. Die Daten des bildungsbezogenen Erwerbskarrierenmonitorings geben erstmals Aufschluss über Gründe, regionale Verteilung und Staatsbürgerschaft der Jugendlichen und sind eine wichtige Grundlage zur zielgerechten Umsetzung der Ausbildungsverpflichtung.

Jedes Jahr schließen mehr als 142.000 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren eine über die Pflichtschule hinausgehende duale, schulische bzw. akademische Ausbildung ab. 17.700 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren sind pro Jahr auch nach drei Monaten noch ohne Ausbildungsplatz und davon bedroht, die bildungsrelevanten Voraussetzungen für eine stabile Berufskarriere von Anfang an zu versäumen. "Von diesen 17.700 Jugendlichen arbeiten 3.700 junge Menschen bis zum 18. Lebensjahr als Hilfskräfte und sind gefährdet, ein Leben mit extrem hohem Arbeitslosigkeitsrisiko einzugehen. 9.000 Jugendliche, die jährlich keine Ausbildung nach der Pflichtschule beginnen oder ihre Ausbildung abbrechen, befinden sich auch nach mehreren Monaten noch ohne ersichtlichen Grund weder in Ausbildung noch in Erwerbstätigkeit und werden auch nicht durch das Arbeitsmarktservice betreut. Mit den AMS-Berufsberatungszentren versuchen wir dieser Entwicklung gezielt entgegenzusteuern, um die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl bestmöglich zu unterstützen und einen Ausbildungsabbruch zu verhindern", erklärte AMS-Vorstand Johannes Kopf.

"Das Erwerbskarrierenmonitoring ist ein seit 2011 erfolgreich umgesetztes gemeinsames Projekt von Sozialministerium, AMS und der Statistik Austria, das eine statistische Vollerhebung der Erwerbskarrieren aller in Österreich wohnhaften Personen nach Abgang aus einer formalen Bildungseinrichtung auswertbar macht", so Konrad Pesendorfer, der Generaldirektor der Statistik Austria.

"Die Ausbildungsverpflichtung ist ein notwendiger Schritt, um die Beschäftigungs- und Einkommenschancen dieser insgesamt jährlich rund 12.700 betroffenen jungen Menschen zu erhöhen. Sie kann durch einen weiterführenden Schulbesuch, das Absolvieren einer dualen Ausbildung oder durch die Inanspruchnahme eines außerschulischen Qualifizierungsangebotes erfüllt werden. Im Rahmen der österreichischen Ausbildungsstrategie bieten wir bereits jetzt eine Vielzahl an Angeboten wie z.B. dem Jugend- und Lehrlingscoaching, dem "Ausbildungsfit" und den Produktionsschulen. Diese gilt es permanent weiterzuentwickeln", unterstrich Hundstorfer.

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