BR Dönmez: Islamgesetz neu ist begrüßenswert, aber der Dialog wird wieder nur gezielt mit den konservativen Gruppierungen gesucht

Ein wiederholter politischer Kniefall vor den islamisch-konservativen Gruppierungen!

Linz (OTS) - Dass das Islamgesetz aus dem Jahre 1912 reformiert und auf Höhe der Zeit gebracht werden soll, ist begrüßenswert. Weniger erfreulich ist, dass trotz über 100 Jahre Islam in Österreich, nach wie vor von einer monolithischen Religionsgemeinschaft ausgegangen wird. Die Pluralität innerhalb des Islam und ihre unterschiedlichen Strömungen sowie Vertreter, wie die Schiiten und mittlerweile auch laut VfGH-Entscheidung anerkannten islamisch-alevitische Religionsgesellschaft (Alevi) wurden bei diesem sogenannten Dialog nicht miteinbezogen, wie es fälschlicher Weise seitens der offiziellen Stellen dargestellt wird.

"Dies, weil manche der offiziellen Vertreter der IGGÖ Österreich ein Problem damit haben, wenn auch andere anerkannte Vertreter auf gleicher Augenhöhe mit am Verhandlungstisch sitzen. Es ist ein deutlicher Kniefall der Minister Ostermayer und Kurz vor den konservativen islamischen Gruppierungen, welche ihren Einfluss in Österreich, mit Hilfe der Regierungsparteien, auch immer weiter ausbauen", betont der Grüne Bundesrat Efgani Dönmez.

Für die überwiegende Mehrheit der Muslime stellt sich gar nicht die Frage, ob das österreichische Recht im Widerspruch zum Islam stehe. Jene die dies anders sehen, sind - wenn überhaupt - in den eigenen Reihen der IGGÖ zu finden bzw. gehören keiner offiziellen anerkannten Gruppierung an, wie Wanderprediger und salafistische Bewegungen.

Es fühlen sich auch gar nicht alle Muslime von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) vertreten, wie es immer wieder fälschlicher Weise in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Zur Erinnerung, an der letzten Wahl der IGGÖ konnten nur 26 000 der Muslime ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen.

"Dass ein neues Islamgesetz Verbesserungen vorsieht, wie zum Beispiel die Ausbildung von Imamen in Österreich ist absolut begrüßenswert. Auf diese Notwendigkeit haben Herr Dr. Mouhanad Khorchide und ich bereits im Jahre 2008 hingewiesen, schön, wenn dieser Vorschlag, wenn auch mit Verspätung aufgegriffen wird", betont Dönmez.
Gerade die Republik Österreich und Europa sind auf die Mitarbeit und die Mithilfe der liberalen Strömungen des Islams, wie die Aleviten und Vordenker wie Ednan Aslan und Mouhanad Khorchide angewiesen um dem fundamentalistischen Gedankengut des Main-Stream Islam entgegen wirken zu können.

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