- 21.03.2014, 14:13:42
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BR Dönmez: Islamgesetz neu ist begrüßenswert, aber der Dialog wird wieder nur gezielt mit den konservativen Gruppierungen gesucht
Ein wiederholter politischer Kniefall vor den islamisch-konservativen Gruppierungen!
Utl.: Ein wiederholter politischer Kniefall vor den
islamisch-konservativen Gruppierungen! =
Linz (OTS) - Dass das Islamgesetz aus dem Jahre 1912 reformiert und
auf Höhe der Zeit gebracht werden soll, ist begrüßenswert. Weniger
erfreulich ist, dass trotz über 100 Jahre Islam in Österreich, nach
wie vor von einer monolithischen Religionsgemeinschaft ausgegangen
wird. Die Pluralität innerhalb des Islam und ihre unterschiedlichen
Strömungen sowie Vertreter, wie die Schiiten und mittlerweile auch
laut VfGH-Entscheidung anerkannten islamisch-alevitische
Religionsgesellschaft (Alevi) wurden bei diesem sogenannten Dialog
nicht miteinbezogen, wie es fälschlicher Weise seitens der
offiziellen Stellen dargestellt wird.
"Dies, weil manche der offiziellen Vertreter der IGGÖ Österreich ein
Problem damit haben, wenn auch andere anerkannte Vertreter auf
gleicher Augenhöhe mit am Verhandlungstisch sitzen. Es ist ein
deutlicher Kniefall der Minister Ostermayer und Kurz vor den
konservativen islamischen Gruppierungen, welche ihren Einfluss in
Österreich, mit Hilfe der Regierungsparteien, auch immer weiter
ausbauen", betont der Grüne Bundesrat Efgani Dönmez.
Für die überwiegende Mehrheit der Muslime stellt sich gar nicht die
Frage, ob das österreichische Recht im Widerspruch zum Islam stehe.
Jene die dies anders sehen, sind - wenn überhaupt - in den eigenen
Reihen der IGGÖ zu finden bzw. gehören keiner offiziellen anerkannten
Gruppierung an, wie Wanderprediger und salafistische Bewegungen.
Es fühlen sich auch gar nicht alle Muslime von der Islamischen
Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) vertreten, wie es immer wieder
fälschlicher Weise in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Zur
Erinnerung, an der letzten Wahl der IGGÖ konnten nur 26 000 der
Muslime ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen.
"Dass ein neues Islamgesetz Verbesserungen vorsieht, wie zum Beispiel
die Ausbildung von Imamen in Österreich ist absolut begrüßenswert.
Auf diese Notwendigkeit haben Herr Dr. Mouhanad Khorchide und ich
bereits im Jahre 2008 hingewiesen, schön, wenn dieser Vorschlag, wenn
auch mit Verspätung aufgegriffen wird", betont Dönmez.
Gerade die Republik Österreich und Europa sind auf die Mitarbeit und
die Mithilfe der liberalen Strömungen des Islams, wie die Aleviten
und Vordenker wie Ednan Aslan und Mouhanad Khorchide angewiesen um
dem fundamentalistischen Gedankengut des Main-Stream Islam entgegen
wirken zu können.
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