• 21.03.2014, 10:27:34
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Geringe Wahlbeteiligung bei AK-Wahl: Um die 30 Prozent werden befürchtet!

Gaby Tamandl (ÖAAB-FCG):" Wer Gerechtigkeit wählen will, muss nicht Kaske wählen!"

Utl.: Gaby Tamandl (ÖAAB-FCG):" Wer Gerechtigkeit wählen will, muss
nicht Kaske wählen!" =

Wien (OTS/ÖAAB-FCG) - Eine katastrophale Wahlbeteiligung zeichnet
sich bei der AK-Wahl in Wien ab. Wenn am Montag dem 24. März etwa um
Mitternacht das vorläufige Wahlergebnis für 2014 verkündet werden
wird, könnten nach heutigem Trend um etwa 10 Prozent weniger
Arbeitnehmer als im Jahre 2009 ihre Stimme abgegeben haben. "Und
schon damals waren es nur lächerliche 40 Prozent", meint Gaby
Tamandl, Vorsitzende der ÖAAB-FCG-Fraktion: "Das ist nicht nur
enttäuschend, das ist auch eine herbe Kritik der Wähler am
intransparenten und komplizierten AK-Wahlrecht sowie eine Ohrfeige
für die Demokratie."

Mit ein Grund für die niedrige Wahlbeteiligung, so Tamandl, sei die
extreme Wahlmüdigkeit der Menschen in den Betrieben. Motto: Die AK
gibt es ja sowieso, und der Präsident lacht doch ohnehin von jeder
Plakatwand. Dass die eigentlich überparteiliche
AK-Öffentlichkeitsarbeit und die FSG-Fraktion bei Inseraten und
Plakaten wie im Paarlauf unterwegs waren, um für die Liste Rudi Kaske
unverschämt teure Schleichwerbung um mehrere Millionen Euro aus
AK-Mitgliedsbeiträgen zu betreiben, wird noch die interne Revision
und vermutlich sogar den Korruptions-Staatsanwalt interessieren. Der
plakatierte Sinnspruch über "Gerechtigkeit" könne so durchaus noch
eine andere Bedeutung bekommen, meint Tamandl.

Angesichts des penetranten Persönlichkeits-Wahlkampf des amtierenden
AK-Präsidenten und jetzigen FSG-Kandidaten Rudi Kaske sei die geringe
Wahlbeteiligung auch kein Wunder. Tamandl: "Mit nur einem Gesicht und
zwei, drei Schlagworten lockt man heute keine Menschen mehr in die
Wahlzellen."

Tamandl ist überzeugt, dass die AK-Wahlordnung absolut
reformbedürftig sei und das mediale Verschweigen der elf anderen
wahlwerbenden und meist überparteilichen Gruppierungen letztlich
auch beigetragen hat, dass die Arbeitnehmer den Wahllokalen
ferngeblieben sind. Dass sogar in Gewerkschaftsmedien - außer in
Berichten über Kaske - die AK-Wahl kaum wahrgenommen werden konnte,
müsste aufrechte Demokraten eigentlich erschüttern. Genauso wie die
Tatsache, dass Wählern sogar im Wahllokal noch von der Wahlkommission
ein Wiener Stadtplanbuch mit dem Kaske-Portrait auf dem Deckblatt als
"Dankeschön" ausgehändigt worden ist.
Tamandl: "Wir werden unmittelbar nach der Wahl eine Änderung der
Wahlordnung beantragen. Und hoffen auf die Zustimmung der anderen
Fraktionen. Sonst können wir die Demokratie in der AK langsam aber
sicher zu Grabe tragen."

"Ich appelliere an alle Wahlberechtigten am Montag doch noch von
ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Wer Gerechtigkeit wählen will,
muss aber nicht Kaske wählen", versucht Tamandl die Wahlmüdigkeit zu
brechen. Was die viel zitierte Gerechtigkeit sei, wisse man nämlich
beim den Christlichen Gewerkschaftern genau: Im Matthäus-Evangelium
ist sie der Schlüsselbegriff, der verschiedenen Gruppen von
Menschen, die zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören, die
Teilnahme an der Herrschaft verspricht. . .

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