Geringe Wahlbeteiligung bei AK-Wahl: Um die 30 Prozent werden befürchtet!

Gaby Tamandl (ÖAAB-FCG):" Wer Gerechtigkeit wählen will, muss nicht Kaske wählen!"

Wien (OTS/ÖAAB-FCG) - Eine katastrophale Wahlbeteiligung zeichnet sich bei der AK-Wahl in Wien ab. Wenn am Montag dem 24. März etwa um Mitternacht das vorläufige Wahlergebnis für 2014 verkündet werden wird, könnten nach heutigem Trend um etwa 10 Prozent weniger Arbeitnehmer als im Jahre 2009 ihre Stimme abgegeben haben. "Und schon damals waren es nur lächerliche 40 Prozent", meint Gaby Tamandl, Vorsitzende der ÖAAB-FCG-Fraktion: "Das ist nicht nur enttäuschend, das ist auch eine herbe Kritik der Wähler am intransparenten und komplizierten AK-Wahlrecht sowie eine Ohrfeige für die Demokratie."

Mit ein Grund für die niedrige Wahlbeteiligung, so Tamandl, sei die extreme Wahlmüdigkeit der Menschen in den Betrieben. Motto: Die AK gibt es ja sowieso, und der Präsident lacht doch ohnehin von jeder Plakatwand. Dass die eigentlich überparteiliche AK-Öffentlichkeitsarbeit und die FSG-Fraktion bei Inseraten und Plakaten wie im Paarlauf unterwegs waren, um für die Liste Rudi Kaske unverschämt teure Schleichwerbung um mehrere Millionen Euro aus AK-Mitgliedsbeiträgen zu betreiben, wird noch die interne Revision und vermutlich sogar den Korruptions-Staatsanwalt interessieren. Der plakatierte Sinnspruch über "Gerechtigkeit" könne so durchaus noch eine andere Bedeutung bekommen, meint Tamandl.

Angesichts des penetranten Persönlichkeits-Wahlkampf des amtierenden AK-Präsidenten und jetzigen FSG-Kandidaten Rudi Kaske sei die geringe Wahlbeteiligung auch kein Wunder. Tamandl: "Mit nur einem Gesicht und zwei, drei Schlagworten lockt man heute keine Menschen mehr in die Wahlzellen."

Tamandl ist überzeugt, dass die AK-Wahlordnung absolut reformbedürftig sei und das mediale Verschweigen der elf anderen wahlwerbenden und meist überparteilichen Gruppierungen letztlich auch beigetragen hat, dass die Arbeitnehmer den Wahllokalen ferngeblieben sind. Dass sogar in Gewerkschaftsmedien - außer in Berichten über Kaske - die AK-Wahl kaum wahrgenommen werden konnte, müsste aufrechte Demokraten eigentlich erschüttern. Genauso wie die Tatsache, dass Wählern sogar im Wahllokal noch von der Wahlkommission ein Wiener Stadtplanbuch mit dem Kaske-Portrait auf dem Deckblatt als "Dankeschön" ausgehändigt worden ist.
Tamandl: "Wir werden unmittelbar nach der Wahl eine Änderung der Wahlordnung beantragen. Und hoffen auf die Zustimmung der anderen Fraktionen. Sonst können wir die Demokratie in der AK langsam aber sicher zu Grabe tragen."

"Ich appelliere an alle Wahlberechtigten am Montag doch noch von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Wer Gerechtigkeit wählen will, muss aber nicht Kaske wählen", versucht Tamandl die Wahlmüdigkeit zu brechen. Was die viel zitierte Gerechtigkeit sei, wisse man nämlich beim den Christlichen Gewerkschaftern genau: Im Matthäus-Evangelium ist sie der Schlüsselbegriff, der verschiedenen Gruppen von Menschen, die zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören, die Teilnahme an der Herrschaft verspricht. . .

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