EU-Mahnung bestätigt Initiative der Kärntner Spitalsärzte

Reform mit Wahlmöglichkeit für Ärzte dringend nötig

Klagenfurt (OTS) - "Die Mahnung der EU-Kommission, dass heimische Spitalsärzte über Gebühr belastet werden, ist eine Bestätigung für eine Initiative in Kärnten. Wir fordern eine Herabsetzung der jetzt erlaubten Höchstgrenze von 72 Arbeitsstunden pro Woche. Jeder Arzt soll die Möglichkeit haben festzulegen, wie lange er maximal arbeitet", fordert der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef Huber mit.

Er verweist dabei auf das 48-60-Modell der Kurie der Spitalsärzte. Deren Obmann Vizepräsident Dr. Ingo Kager pocht auf diese Reform. "72 Stunden pro Woche, die viele Kollegen jetzt noch leisten müssen, sind untragbar. Das zeigt jetzt auch die Stellungnahme der EU-Kommission. Wir müssen das Selbstbestimmungsrecht der Ärzte stärken. Jeder soll frei entscheiden, wie lange er arbeiten möchte. Die Höchstgrenze soll zwischen 48 und 60 Wochenstunden liegen".

Huber und Kager gehen davon aus, dass die Republik keine EU-Klage riskieren wird. Es gibt daher akuten Änderungsbedarf. Mit diesem Rückenwind strebt die Ärztekammer eine rasche Arbeitszeitreform in den Kärntner Spitälern an.

Sie wäre auch im Interesse der Patienten. "Niemand will von einem übermüdeten Arzt behandelt werden", so Dr. Huber.
Die Spitalserhalter wären gut beraten, hier rasch Änderungen zuzulassen. "Wir brauchen klare Regeln, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass vage Bestimmungen mit einem gewissen Spielraum nur dazu führen, von Ärzten überlange Dienste abzuverlangen", betont Kager.

Auch jüngste Umfragen haben ergeben, dass zwei von drei Ärzten über überlange Dienste und zu viele Überstunden klagen.

Nur jene Ärzte, die freiwillig dazu bereit sind, sollen Zusatzstunden bis zu 60 pro Woche absolvieren. In einem Stück sollten nur mehr 25 und nicht wie bisher 32 Stunden erlaubt sein. Mit dieser Arbeitszeitreform müsse laut Ärzteschaft auch eine Besoldungsreform einhergehen. "Das bisherige System, dass Ärzte ein niedriges Grundgehalt bekommen und nur mit Überstunden ein adäquates Einkommen erhalten, ist nicht aufrecht zu erhalten." Man sieht jetzt wohin, man damit kommt zu einer Klagsandrohung der EU-Kommission", so Präsident Dr. Huber abschließend.

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