Budgetknappheit: Staatsopern-Chef schließt Rücktritt nicht aus

Erhöhung der Kartenpreise "auf Geheiß"

Wien (OTS) - Nach 14 Jahren ohne Subventionsanpassung kann die Staatsoper unter den aktuellen Bedingungen in der nächsten Spielzeit trotz Rekordauslastung nicht mehr ausgeglichen bilanzieren. Ein Minus wie das Burgtheater zu produzieren kommt für Direktor Dominique Meyer allerdings nicht infrage. In einem Interview für die heute erscheinende NEWS-Ausgabe schließt er auf Anfrage auch den Rücktritt nicht aus. "Ich habe noch nie in meinem Leben ein Minus gemacht und bin nicht bereit, damit zu beginnen. Der Minister sagt, dass wir zusammen eine Lösung finden müssen. Ich vertraue ihm und glaube, dass er die Situation versteht." Laut Minister Ostermayer steht allerdings nicht mehr Geld zur Verfügung - tritt der Direktor im Fall eines Minus zurück?"Ich bin ein freier Mensch und werde mich vielleicht einmal entscheiden müssen. Unter keinen Umständen begebe ich mich in eine Situation, in der die Voraussetzungen nicht stimmen. Das heißt:
die mich zwingt, ein Minus zu machen. Ich will nicht drohen, das ist nicht meine Art. Aber die Situation ist sehr ernst."

Sämtliche Rücklagen, mit denen man sich seit 2005 beholfen habe, wären aufgebraucht, "bis auf Null. Mit der aktuellen finanziellen Ausstattung sind wir für die kommende Spielzeit in einer Situation, in der nichts mehr weitergeht." Deshalb werden in der nächsten Saison "auf Geheiß" die Preise erhöht. "Ich tue das ungern, weil ich die Preise in einigen Kategorien schon jetzt für sehr hoch halte. Wenn auch lange nicht so hoch wie in London oder Mailand beispielsweise." Auch diese Maßnahme reiche indes nicht.

Den entlassenen Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann lädt Meyer ein, seine Inszenierung von Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" neu einzustudieren. Auch eine Neuproduktion mit Hartmann ist möglich: "Als Künstler steht er für mich nicht infrage."

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