Telekom-Affäre: Gutachten enthüllt Schmiergeldzahlungen

Ex-Telekomchef Rudi Fischer soll über Briefkastenfirmen des Lobbyisten Hochegger von Lieferanten kassiert haben.

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner heute erscheinenden Ausgabe neue Ermittlungsakten aus der Telekomaffäre. Es geht dabei um Zahlungen des Telekom-Lieferanten Huawei, die über ein aus der Buwog-Affäre bekanntes Firmenkonstrukt liefen. Rund die Hälfte des Geldes soll letztlich beim damaligen Telekom-Chef Rudolf Fischer gelandet sein.

Die Firma Huawei Limited schloss demnach einen Vertrag mit der zypriotischen Firma Astropolis, die dem damals für die Telekom tätigen Lobbyisten Peter Hochegger zuzurechnen ist. Für alle Einkäufe, die die Telekom bei Huawei tätigte, flossen zehn Prozent der Summe an die Astropolis. Von dort flossen im konkret aufgerollten Fall laut Sachverständigengutachten 77 Prozent der Summe weiter an die ebenfalls aus der Buwog-Affäre bekannte Firma Omega LCC. Vom Konto der Omega LCC bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein wurden dann 173.900 Euro bar behoben und am selben Tag in selber Höhe auf das Konto der Whitestone Holdings Limited einbezahlt.

Wirtschaftlich berechtigter der auf St. Vincent und den Grenadinen gegründeten Whitestone Holdings Limited ist wiederum der damalige Telekom-Vorstand Rudolf Fischer. Im vorliegenden Fall landeten laut Gutachten knapp 50 Prozent der von Huawei bezahlten Summe letztlich bei Fischer.

Aus NEWS vorliegenden Schreiben von Fischers Liechtensteiner Anwälten geht zudem hervor, dass bei der Whitestone in Summe ein Vermögen von fünf Millionen Euro "entstanden" ist. Allerdings argumentieren Fischers Anwälte, dass das Geld aus früheren und legalen Tätigkeiten Fischers stamme.

Im Juni 2010 wurden die Vermögenswerte der Whitestone an eine Crane S.A. übertragen, deren Vermögenswerte dann an die EFG Bank in Singapur überwiesen wurden. In einem internen Bankbericht heißt es dazu, dass der Kunde Rudolf Fischer "mehr Vertrauen in das Bankgeheimnis von Singapur" habe.

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