• 19.03.2014, 10:33:05
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Zukunft Österreich: Agrarwüste ohne Vögel

BirdLife warnt vor drastischen Kürzungen der Naturschutzmittel beim Programm Ländliche Entwicklung

Utl.: BirdLife warnt vor drastischen Kürzungen der Naturschutzmittel
beim Programm Ländliche Entwicklung =

Wien (OTS) - Die österreichischen Verhandlungen zum europäischen
Programm für Ländliche Entwicklung befinden sich in der Endphase. Die
Bundesregierung plant bis Mitte April den fertigen Programmentwurf
zur Begutachtung in Brüssel vorzulegen. Sollten die aktuellen Pläne
der Agrarpolitik umgesetzt werden, sieht die Vogelschutzorganisation
BirdLife eine Beschleunigung des Vogelsterbens in unserer
Kulturlandschaft als vorprogrammiert. "Budgetmittelkürzungen von bis
zu 100 Mio. Euro im Agrarumweltprogramm (ÖPUL) sowie Kürzungen von
ca. 30% bei den Naturschutzausgaben gefährdet nicht nur die Vogelwelt
sondern auch unsere Lebens- und Naturräume mit denen Österreich
zumindest touristische alljährlich wirbt", warnt Gerald Pfiffinger,
Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife.
Das EU-Programm der Ländlichen Entwicklung ist aufgrund seiner
enormen Gesamtsumme und seiner flächendeckenden Wirkung das
wichtigste Mittel zur Verwirklichung von Naturschutz- und
Umweltzielen. BirdLife Österreich und andere NGOs geben sich daher
äußerst alarmiert und warnen insbesondere Bundesminister Andrä
Rupprechter vor möglichen Fehlentscheidungen mit dramatischer
Folgewirkung für die österreichische Artenvielfalt.

Feldvögel jetzt schon in höchster Bedrängnis

Bereits jetzt ist der Schwund von Feldlerche, Braunkehlchen und Co
dramatisch: In Österreich war ein Rückgang von 31,7% alleine zwischen
1998 und 2011 zu verzeichnen. Europaweit ist die Zahl der Vogelarten
in der Kulturlandschaft seit 1980 um 52% zurückgegangen, das sind um
300 Millionen Vögel weniger. Die Versprechen der bisherigen
Agrarumweltpolitik haben diese Entwicklung nicht aufhalten können. Z.
B. ist das ehemals häufige Rebhuhn mittlerweile in ganz Vorarlberg
ausgestorben. Die ebenfalls im Kulturland brütenden Kiebitze und
Feldlerchen verschwindet derzeit aus mehr und mehr Gebieten des
Alpenvorlandes. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die mit
übermäßigem Gebrauch von Chemikalien und dem Ausräumen der Landschaft
einhergeht, ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung vieler
Ökosysteme in Österreich. "Als Folge der geplanten Mittelkürzungen
bei den Naturschutzmaßnahmen und im ÖPUL-Programm wird das
Vogelsterben rund um unsere Felder nicht gestoppt, sondern im
Gegenteil sogar beschleunigt", befürchtet Pfiffinger.

ÖPUL darf nicht zu ökologischem Feigenblatt verkommen

Für die Projektförderung im Naturschutz wurden zuletzt 23
Millionen pro Jahrausgegeben. Angesichts zusätzlicher Aufgaben
insbesondere zur verpflichtenden Umsetzung neuer Natura2000 Gebiete
fordern die Bundesländer zwei Millionen mehr pro Jahr. Geplant sind
derzeit jährlich allerdings nur maximal 17 Millionen, also 32% zu
wenig. Zusätzlich will Minister Rupprechter angeblich die
Bundesmittelanteile der Naturschutzförderungen von 16,2 Mio. auf 8,1
Mio. pro Jahr zurückfahren. Einen derartigen Budgetausfall würden die
meisten Bundesländer nicht ausgleichen können. Damit wären viele
dringend notwendige Projekte zum verbesserten Schutz der Natur für
viele Jahre in Frage gestellt. "Das inhaltlich in vielen
Teilbereichen positive, neue ÖPUL-Förderprogramm darf nicht durch
drastische Mittelkürzungen im Natur-und Umweltbereich zu einem
ökologischen Feigenblatt verkommen. Ganz im Gegenteil es braucht eine
dringende Mittelaufstockung für Naturschutzmaßnahmen, um den
anhaltenden Artenschwund zu stoppen", so Gerald Pfiffinger.

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