Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss kritisiert Testungsstopp

Hinweis auf Datensicherheit fadenscheiniges Argument

Wien (OTS) - Standards, PISA, TIMSS, PIRLS etc. werden mit Papier und Bleistift durchgeführt", stellt Angi Groß, Vorsitzende des B-SGA, fest. "Wie das durch digitalen Datendiebstahl oder einen Hackerangriff gefährdet werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis."

"Zur Auswertung werden die Daten digitalisiert. Damit kann das BIFIE problemlos warten, bis die Datensicherheit gewährleistet ist. Und das kann doch wohl nicht Monate dauern, wenn Experten beauftragt werden", ergänzt Theodor Saverschel, selbst hauptberuflich im IT-Projektmanagement und Datenschutz tätig.

11 der 28 EU-Staaten haben an PIRLS 2006, TIMSS 2007 und PISA 2012 teilgenommen. Schüler wurden im Alter von zehn Jahren (PIRLS; TIMSS) und fünf Jahre später bei PISA in denselben Kompetenzbereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) getestet. Während der Sekundarstufe I kommt es zu markanten Verschiebungen zwischen diesen 11 EU-Staaten.

"In der vierten Schulstufe haben wir in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft die Plätze 8, 8 und 6 erreicht, fünf Jahre später die Plätze 3, 4 und 4. Das differenzierte Schulwesen der Unterstufe reduziert also den Leistungsrückstand österreichischer Schüler -nicht gerade ein Argument für die Gesamtschule", so Eckehard Quin.

"Wir können und sollen zweifellos eine breite Diskussion über die Notwendigkeit mancher Studien und Testungen führen. Nach einer solchen sollten wir entscheiden, ob - und wenn ja - welche Studien gestrichen werden", fügt Jürgen Rainer hinzu. "Ein unüberlegter Hüftschuss schadet aber nur der Reputation unseres Schulsystems."

"All diese Testungen werden aus Steuermitteln finanziert. Es ist daher völlig inakzeptabel, dass die Rohdaten der Standardtestungen nicht in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt werden", kritisieren alle Schulpartner gemeinsam. "Bei PISA ist das eine Selbstverständlichkeit."

Aus den Daten ließen sich viele interessante Fragen beantworten wie etwa:

- In welchem Ausmaß gibt es Förderkurse für lernschwache bzw. für besonders begabte Schüler?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von einer Lehrperson unterrichtet, wie viele von zwei gemeinsam (Teamteaching)? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von Lehrern mit entsprechender Fachprüfung unterrichtet, wie viele von Lehrern ohne entsprechende Fachprüfung? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?

"Es drängt sich der Verdacht auf, dass politisch nicht opportune Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen. Diese Daten wurden um Steuergeld erhoben. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass sie transparent gemacht und genutzt werden", so die Schulpartner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Angi Groß, Bundesschulsprecherin
angi.gross@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD
eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD juergen.rainer@goed.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOB0001