• 19.03.2014, 07:58:35
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Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss kritisiert Testungsstopp

Hinweis auf Datensicherheit fadenscheiniges Argument

Utl.: Hinweis auf Datensicherheit fadenscheiniges Argument =

Wien (OTS) - Standards, PISA, TIMSS, PIRLS etc. werden mit Papier und
Bleistift durchgeführt", stellt Angi Groß, Vorsitzende des B-SGA,
fest. "Wie das durch digitalen Datendiebstahl oder einen
Hackerangriff gefährdet werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis."

"Zur Auswertung werden die Daten digitalisiert. Damit kann das
BIFIE problemlos warten, bis die Datensicherheit gewährleistet ist.
Und das kann doch wohl nicht Monate dauern, wenn Experten beauftragt
werden", ergänzt Theodor Saverschel, selbst hauptberuflich im
IT-Projektmanagement und Datenschutz tätig.

11 der 28 EU-Staaten haben an PIRLS 2006, TIMSS 2007 und PISA 2012
teilgenommen. Schüler wurden im Alter von zehn Jahren (PIRLS; TIMSS)
und fünf Jahre später bei PISA in denselben Kompetenzbereichen
(Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) getestet. Während der
Sekundarstufe I kommt es zu markanten Verschiebungen zwischen diesen
11 EU-Staaten.

"In der vierten Schulstufe haben wir in Mathematik, Lesen und
Naturwissenschaft die Plätze 8, 8 und 6 erreicht, fünf Jahre später
die Plätze 3, 4 und 4. Das differenzierte Schulwesen der Unterstufe
reduziert also den Leistungsrückstand österreichischer Schüler -
nicht gerade ein Argument für die Gesamtschule", so Eckehard Quin.

"Wir können und sollen zweifellos eine breite Diskussion über die
Notwendigkeit mancher Studien und Testungen führen. Nach einer
solchen sollten wir entscheiden, ob - und wenn ja - welche Studien
gestrichen werden", fügt Jürgen Rainer hinzu. "Ein unüberlegter
Hüftschuss schadet aber nur der Reputation unseres Schulsystems."

"All diese Testungen werden aus Steuermitteln finanziert. Es ist
daher völlig inakzeptabel, dass die Rohdaten der Standardtestungen
nicht in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt werden",
kritisieren alle Schulpartner gemeinsam. "Bei PISA ist das eine
Selbstverständlichkeit."

Aus den Daten ließen sich viele interessante Fragen beantworten wie
etwa:

- In welchem Ausmaß gibt es Förderkurse für lernschwache bzw. für
besonders begabte Schüler?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von einer Lehrperson
unterrichtet, wie viele von zwei gemeinsam (Teamteaching)? Wie
unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter
Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund
etc.)?

- Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von Lehrern mit
entsprechender Fachprüfung unterrichtet, wie viele von Lehrern ohne
entsprechende Fachprüfung? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse
dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem
Background, Migrationshintergrund etc.)?

"Es drängt sich der Verdacht auf, dass politisch nicht opportune
Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen. Diese Daten
wurden um Steuergeld erhoben. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf,
dass sie transparent gemacht und genutzt werden", so die Schulpartner
abschließend.

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