• 18.03.2014, 13:02:52
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Freier Zugang in die Natur

Der Alpenverein warnt vor Begehrlichkeiten der Jagdlobby

Utl.: Der Alpenverein warnt vor Begehrlichkeiten der Jagdlobby =

Innsbruck (TP/OTS) - Der Alpenverein setzt sich für den freien Zugang
zur Bergnatur für alle Erholungssuchenden ein. Damit steht er für das
Recht auf Erholung, das allen unabhängig von Eigentum, Jagdrechten
oder Schipässen zusteht. Wird der Druck auf Natur und Wildtiere
gebietsweise zu groß oder kommt es zu Nutzungskonflikten, arbeitet er
an Lenkungsmaßnahmen mit. Dabei stehen Freiwilligkeit und
Sensibilisierung im Vordergrund.

"Der freie Zugang zur Natur darf nur eingeschränkt werden, wenn
dies zum Schutz und zum Erhalt gefährdeter Biotope, Arten und
Lebensräume unerlässlich ist", betont Andreas Ermacora,
ehrenamtlicher Präsident des Alpenvereins. Die Ausweisung von
verordneten Wildruhezonen und Sperrgebieten, in denen das Betreten
mit Strafe bedroht wird, lehnt der Alpenverein hingegen strikt ab.
Damit würde man dem Tourismusland Tirol und der bergsportbegeisterten
Bevölkerung einen Bärendienst erweisen.

Unerwartete Schützenhilfe

Der Tiroler Jägerverband ist offensichtlich bemüht, sein Image als
Tierschützer zu verbessern. Ob als Reaktion auf jenes Gamsvideo, das
im vergangenen Sommer die Bevölkerung empört hat oder als
Wegbereitung für geplante Betretungseinschränkungen im Zuge der
Jagdgesetznovelle sei dahingestellt.

Unerwartet kommt nun die Schützenhilfe des Alpenzoodirektors für
die Forderung des obersten Tiroler Waidmannes nach verordneten
Wildruhezonen und Sperrgebieten. Über die Motive dafür lässt sich
spekulieren. Wenn aber Tirols oberster Seilbahner in dasselbe Horn
stößt und den Schutz von Wildtieren vor Tourengehern fordert, wird
der Bock zum Gärtner. Denn kaum ein Schigebiet wirbt nicht mit
Freerideflächen. Und der geplante Schigebietszusammenschluss zwischen
St. Anton und Kappl beispielsweise dient ausschließlich dazu, das
Malfontal für Variantenfahrer zu erschließen. Die schönsten
Schitourengebiete unseres Landes wurden als erste mit Liften
erschlossen - jetzt soll der Rest Tabuzone für Tourengeher werden!?

Betretungsbeschränkungen müssen begründbar sein

Nach Ansicht des Alpenvereins ist es notwendig, genau zu prüfen,
ob eine Betretungseinschränkung wildökologisch begründbar ist oder
rein jagdliche Interessen befriedigt. Jedenfalls ist es unserer
Meinung nach mehr als unlauter, Tourengeher alleine für die
Beunruhigung des Wildes und Verbissschäden am Wald verantwortlich zu
machen. Dass ein kausaler Zusammenhang zwischen den massiv überhöhten
Wildbeständen und dem Verschwinden einzelner Baumarten, wie zum
Beispiel der Tanne aus den heimischen Wäldern besteht, ist schon
lange kein Geheimnis mehr. Intensive Fütterungen auch außerhalb von
winterlichen Notzeiten und wildökologisch falsche Jagdmethoden
schaffen weiteren Nährboden für Probleme.

"Dass die Diskussion aber ausgerechnet jetzt geführt wird, ist
kein Zufall", ist sich Gerald Aichner, der Vorsitzende des
OeAV-Landesverbands Tirol sicher. In der Tat soll noch im Jahr 2014
ein neues Jagdgesetz in Kraft treten. "Bereits im Entwurf von 2011
wurde die Einrichtung von Sperrflächen rund um alle Fütterungsanlagen
(sogar Rehwildfütterungen) und Einstandsflächen des Wildes
gefordert", weiß Aichner.

Der Alpenverein unterstützt die Bemühungen von LH-Stellvertreter
Geisler die Verständigung der verschiedenen Lebensraumpartner im
Dialog zu ermöglichen. Begehrlichkeiten, wonach die Natur in Tirol in
Zukunft nur mehr durch das Fenster "Alpenzoo" erlebt werden kann,
wird er aber entgegenwirken! Sollte sich herausstellen, dass der
Prozess nicht ehrlich und ergebnisoffen ist, wird sich der
Alpenverein davon distanzieren.

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