Schule fürs Leben: "Österreich darf nicht sitzenbleiben. Lehrer in der Krise?" und "Südkorea: Die Schulsklaven" am 19. März im ORF

"Menschen & Mächte" und "WELTjournal+" im Zeichen der ORF-Initiative

Wien (OTS) - Im Rahmen der ORF-Initiative "Schule fürs Leben" analysiert die "Menschen & Mächte"-Dokumentation "Österreich darf nicht sitzenbleiben. Lehrer in der Krise?" von Thomas Grusch und Matthias Tschannett am Mittwoch, dem 19. März 2014, um 22.30 Uhr in ORF 2, warum der Beruf des Lehrers in wenigen Jahrzehnten so viel an Anerkennung verloren hat. Das "WELTjournal+" zeigt um 23.25 Uhr, wie hart Kinder und Jugendliche in Südkorea arbeiten, um Spitzenleistungen zu erbringen - und welche Konkurrenz für Europa und die USA hier letztendlich heranwächst.

Menschen & Mächte: "Österreich darf nicht sitzenbleiben. Lehrer in der Krise?"

"Wer gar nichts kann, wird Lehrer" - nicht erst seit dem "PISA-Schock" und den unzähligen Verhandlungen rund um das neue Lehrerdienstrecht leiden die einstigen Respektspersonen hierzulande unter einem schlechten Image. Was man ihnen vorwirft: Im Vergleich zur Normalbevölkerung hätten sie einen "Halbtagsjob" bei einer ständig steigenden Gehaltskurve und dazu noch 14 Wochen Ferien im Jahr - und somit keinen Grund, sich zu beschweren. Die Realität schaut, auch unter Berücksichtigung des kürzlich beschlossenen und 2019 voll wirksam werdenden neuen Lehrerdienstrechts, anders aus:
Lärm, Aggression, Burn-out-Syndrom, Mobbing, sozial und emotional verwahrloste Schüler/innen, ganze Klassen ohne Deutschkenntnisse, übermotivierte Eltern und ein reformträges Schulsystem lassen diesen Job zunehmend zur Herausforderung werden.

Wer hat Schuld: die Politik? Unfähige Eltern, die die Kinderbetreuung vernachlässigen? Eine Gesellschaft, in der Sozialberufe keinen Wert haben? Die Lehrer selbst? Oder handelt es sich hier um eine Stellvertreterdiskussion: Ist die Kritik an den Lehrern vor allem eine Kritik am österreichischen Bildungssystem und seiner Reformträgheit? Welchen Stellenwert hat Bildung hierzulande, leben wir tatsächlich in einer Kultur der Abwertung statt der Anerkennung? Was müsste in Österreich passieren, dass diesem "wichtigsten aller Berufe" wieder mehr Respekt entgegengebracht wird? Wie werden wir in Zukunft lernen und lehren und wie können Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen zusammen zeitgemäße Reformen anstoßen? "Die österreichischen Schulen funktionieren nicht wegen der politischen Steuerung, sondern trotz der politischen Steuerung", so der Bildungsexperte Stefan Hopmann. Ein ausführlicher Ausflug in die Geschichte zeigt, wie Lagerdenken, Parteibuchwirtschaft, Proporz und die Zwei-Klassen-Gesellschaft die heute bestehenden starren Strukturen hervorgebracht haben. Immer wieder gab es einzelne Reformversuche engagierter Bildungsexperten und Schulpolitiker.

Die Dokumentation zieht auch Bilanz über die 2008 eingeführte "Neue Mittelschule". Sie sollte die in Verruf geratenen Hauptschulen ablösen und durch modernisierte Pädagogik wie Teamteaching, Individualisierung und Differenzierung wieder attraktiver machen. Bildungspolitisch eine erste Annäherung, ein erster Schritt zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Doch das scheint nicht ganz gelungen zu sein. So zum Beispiel im Bereich des angedachten Wechsels von AHS-Lehrern und -Lehrerinnen in die Neue Mittelschule. Sie unterrichten nach wie vor lieber in der AHS als an ehemaligen Hauptschulen. Und wer kann, schickt sein Kind weiterhin auf ein Gymnasium und nicht in die Neue Mittelschule. Oder gleich in eine Privatschule - ein Besuch im renommierten Salzburger Erzbischöflichen Knabengymnasium Borromäum zeigt, dass die Zweiklassengesellschaft in Österreich auch vor Bildungsfragen nicht haltmacht.

Ein Ausflug an die 2011 mit dem deutschen Schulpreis prämierte Integrative Gesamtschule Göttingen zeigt, wie das "Lernen der Zukunft" stattfinden könnte. Ein offenes Konzept, das den Lehrenden möglichst viel Vertrauen, Autonomie und Respekt entgegenbringt, eine kinderfreundliche Architektur, die Auseinandersetzung mit neuesten Erkenntnissen aus der Hirnforschung und eine aktive Elternrolle machen diese Schule zum Vorbild in ganz Europa.

WELTjournal+: "Südkorea - Die Schulsklaven"

Südkoreas Schüler/innen zählen zu den besten der Welt. Bei der jährlichen PISA-Studie belegen sie regelmäßig Spitzenplätze. Ihre Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften liegen weit über dem internationalen Schnitt. Junge Südkoreaner/innen sind besser ausgebildet als Gleichaltrige in jedem anderen Land: 80 Prozent aller südkoreanischen Schüler/innen besuchen die Universität, damit halten sie den Weltrekord.

Südkoreas massive Investitionen in Bildung tragen Früchte und sind die Grundlage für den rasanten Aufstieg zu einer der führenden Wirtschaftsmächte der Welt. Doch die Kosten sind hoch: Kinder und Jugendliche werden, oft mit militärischem Drill, in einen Lernmarathon bis zur totalen Erschöpfung getrieben. 14-Stunden-Tage für Schüler sind keine Seltenheit, die anschließenden Extra-Lernkurse dauern bis spät in die Nacht. Fürs Schlafen bleiben kaum mehr als fünf Stunden. Stressbedingte Erkrankungen steigen ebenso wie die Suizidrate unter Jugendlichen. Der französische Reporter Sebastien Daguerresard begleitet die 17-jährige Nagyang und ihre zehnjährige Schwester Mangyong in ihrem Schulalltag in Seoul.

Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar. Nähere Informationen zur ORF-Initiative "Schule fürs Leben" sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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