• 18.03.2014, 12:10:48
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Schule fürs Leben: "Österreich darf nicht sitzenbleiben. Lehrer in der Krise?" und "Südkorea: Die Schulsklaven" am 19. März im ORF

"Menschen & Mächte" und "WELTjournal+" im Zeichen der ORF-Initiative

Utl.: "Menschen & Mächte" und "WELTjournal+" im Zeichen der
ORF-Initiative =

Wien (OTS) - Im Rahmen der ORF-Initiative "Schule fürs Leben"
analysiert die "Menschen & Mächte"-Dokumentation "Österreich darf
nicht sitzenbleiben. Lehrer in der Krise?" von Thomas Grusch und
Matthias Tschannett am Mittwoch, dem 19. März 2014, um 22.30 Uhr in
ORF 2, warum der Beruf des Lehrers in wenigen Jahrzehnten so viel an
Anerkennung verloren hat. Das "WELTjournal+" zeigt um 23.25 Uhr, wie
hart Kinder und Jugendliche in Südkorea arbeiten, um
Spitzenleistungen zu erbringen - und welche Konkurrenz für Europa und
die USA hier letztendlich heranwächst.

Menschen & Mächte: "Österreich darf nicht sitzenbleiben. Lehrer in
der Krise?"

"Wer gar nichts kann, wird Lehrer" - nicht erst seit dem
"PISA-Schock" und den unzähligen Verhandlungen rund um das neue
Lehrerdienstrecht leiden die einstigen Respektspersonen hierzulande
unter einem schlechten Image. Was man ihnen vorwirft: Im Vergleich
zur Normalbevölkerung hätten sie einen "Halbtagsjob" bei einer
ständig steigenden Gehaltskurve und dazu noch 14 Wochen Ferien im
Jahr - und somit keinen Grund, sich zu beschweren. Die Realität
schaut, auch unter Berücksichtigung des kürzlich beschlossenen und
2019 voll wirksam werdenden neuen Lehrerdienstrechts, anders aus:
Lärm, Aggression, Burn-out-Syndrom, Mobbing, sozial und emotional
verwahrloste Schüler/innen, ganze Klassen ohne Deutschkenntnisse,
übermotivierte Eltern und ein reformträges Schulsystem lassen diesen
Job zunehmend zur Herausforderung werden.

Wer hat Schuld: die Politik? Unfähige Eltern, die die Kinderbetreuung
vernachlässigen? Eine Gesellschaft, in der Sozialberufe keinen Wert
haben? Die Lehrer selbst? Oder handelt es sich hier um eine
Stellvertreterdiskussion: Ist die Kritik an den Lehrern vor allem
eine Kritik am österreichischen Bildungssystem und seiner
Reformträgheit? Welchen Stellenwert hat Bildung hierzulande, leben
wir tatsächlich in einer Kultur der Abwertung statt der Anerkennung?
Was müsste in Österreich passieren, dass diesem "wichtigsten aller
Berufe" wieder mehr Respekt entgegengebracht wird? Wie werden wir in
Zukunft lernen und lehren und wie können Eltern, Lehrer/innen und
Schüler/innen zusammen zeitgemäße Reformen anstoßen? "Die
österreichischen Schulen funktionieren nicht wegen der politischen
Steuerung, sondern trotz der politischen Steuerung", so der
Bildungsexperte Stefan Hopmann. Ein ausführlicher Ausflug in die
Geschichte zeigt, wie Lagerdenken, Parteibuchwirtschaft, Proporz und
die Zwei-Klassen-Gesellschaft die heute bestehenden starren
Strukturen hervorgebracht haben. Immer wieder gab es einzelne
Reformversuche engagierter Bildungsexperten und Schulpolitiker.

Die Dokumentation zieht auch Bilanz über die 2008 eingeführte "Neue
Mittelschule". Sie sollte die in Verruf geratenen Hauptschulen
ablösen und durch modernisierte Pädagogik wie Teamteaching,
Individualisierung und Differenzierung wieder attraktiver machen.
Bildungspolitisch eine erste Annäherung, ein erster Schritt zur
gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Doch das scheint nicht
ganz gelungen zu sein. So zum Beispiel im Bereich des angedachten
Wechsels von AHS-Lehrern und -Lehrerinnen in die Neue Mittelschule.
Sie unterrichten nach wie vor lieber in der AHS als an ehemaligen
Hauptschulen. Und wer kann, schickt sein Kind weiterhin auf ein
Gymnasium und nicht in die Neue Mittelschule. Oder gleich in eine
Privatschule - ein Besuch im renommierten Salzburger Erzbischöflichen
Knabengymnasium Borromäum zeigt, dass die Zweiklassengesellschaft in
Österreich auch vor Bildungsfragen nicht haltmacht.

Ein Ausflug an die 2011 mit dem deutschen Schulpreis prämierte
Integrative Gesamtschule Göttingen zeigt, wie das "Lernen der
Zukunft" stattfinden könnte. Ein offenes Konzept, das den Lehrenden
möglichst viel Vertrauen, Autonomie und Respekt entgegenbringt, eine
kinderfreundliche Architektur, die Auseinandersetzung mit neuesten
Erkenntnissen aus der Hirnforschung und eine aktive Elternrolle
machen diese Schule zum Vorbild in ganz Europa.

WELTjournal+: "Südkorea - Die Schulsklaven"

Südkoreas Schüler/innen zählen zu den besten der Welt. Bei der
jährlichen PISA-Studie belegen sie regelmäßig Spitzenplätze. Ihre
Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften liegen weit über dem
internationalen Schnitt. Junge Südkoreaner/innen sind besser
ausgebildet als Gleichaltrige in jedem anderen Land: 80 Prozent aller
südkoreanischen Schüler/innen besuchen die Universität, damit halten
sie den Weltrekord.

Südkoreas massive Investitionen in Bildung tragen Früchte und sind
die Grundlage für den rasanten Aufstieg zu einer der führenden
Wirtschaftsmächte der Welt. Doch die Kosten sind hoch: Kinder und
Jugendliche werden, oft mit militärischem Drill, in einen
Lernmarathon bis zur totalen Erschöpfung getrieben. 14-Stunden-Tage
für Schüler sind keine Seltenheit, die anschließenden Extra-Lernkurse
dauern bis spät in die Nacht. Fürs Schlafen bleiben kaum mehr als
fünf Stunden. Stressbedingte Erkrankungen steigen ebenso wie die
Suizidrate unter Jugendlichen. Der französische Reporter Sebastien
Daguerresard begleitet die 17-jährige Nagyang und ihre zehnjährige
Schwester Mangyong in ihrem Schulalltag in Seoul.

Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar. Nähere Informationen zur ORF-Initiative "Schule fürs Leben"
sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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