Finanzbuddha: Aktuelle deutsche Urteile gegen UniCredit Bank AG auch für Österreich relevant

Richter spricht von "Beratungsdesaster" bei Zinssatzswap mit Währungskomponente

Wien (OTS) - Zwei Urteile des Landgerichts München gegen die UniCredit Bank AG könnten auch Folgen für Österreich haben. Vergleichbare Produkte, für das die deutschen Richter die Bank mit einer deftigen Begründung zu hundertprozentigem Schadensersatz verurteilt haben, wurden von der Bank Austria auch in Österreich vertrieben. Das erklärt der gerichtlich beeidete Sachverständige für Derivate, Sascha Stadnikow von der Beratungsplattform Finanzbuddha. Österreichische Bankkunden, denen von der Bank Austria ein Zinssatzswap mit Währungskomponente verkauft wurde, sollten sich jedenfalls beraten lassen.

Die Urteile des Landesgerichts München betreffen eine Klage gegen die UniCredit Bank AG, in der es um Schadensersatz aus Currency-Related-Swapgeschäften (sogenannte CRS-Verträge) geht. Hierbei handelt es sich um wechselkursabhängige Spekulationsgeschäfte, die von der UniCredit Bank AG ab Januar 2006 unter dem Namen "Zinsswap mit Währungskomponente" zur Senkung bestehender Zinsaufwendungen an ihre damaligen TOP-Kunden verkauft wurden. An Stelle der in Aussicht gestellten Zinsreduzierung sieht sich die damalige Zielgruppe für diese Geschäfte, in der Regel mittelständische Betriebe, heute mit finanziellen Schäden in Millionenhöhe konfrontiert, die nicht selten sogar deren Existenz gefährden. Vergleichbare Produkte wurden auch von der UniCredit in Österreich angeboten, erklärt Stadnikow. Der hierzulande aufgetretene Schaden daraus dürfte sich in Summe auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen, meint der Sachverständige.

Eine Vielzahl geschädigter Anleger hat sich in Deutschland gegen die ruinösen Zahlungsverpflichtungen aus diesem Finanzprodukt zur Wehr gesetzt. Dies mit Erfolg. Aktuell sind in dieser Angelegenheit die ersten beiden Entscheidungen ergangen. Dabei wurde gerichtlich festgestellt, dass die aus diesen CRS-Verträgen entstandenen Schäden von der UniCredit Bank vollständig zu ersetzen sind und hierauf keine Zahlungen geleistet werden müssen. Die erstinstanzlichen Urteile des Landesgerichts München I wurden im Jänner und Februar dieses Jahres gefällt.

"Meisterleistung der Wortverdrehung"

Die beiden für die Verfahren zuständigen Kammern folgten der Argumentation der deutschen Anwaltskanzlei Dr. Greger & Collegen, die die Kläger vertrat, wonach die Risikoaufklärung der Bank verharmlosend und beschwichtigend erfolgte. Die für die beiden Verfahren zuständigen Richter fanden deutliche Worte. Sie sprachen nicht nur von einer massiven fehlerhaften Beratung, einem Beratungsdesaster oder einer Meisterleistung der Wortverdrehung, sondern auch von einer bewussten Irreführung durch die Bank. Die Art und Weise der Darstellung dieses Spekulationsgeschäftes sei eine Beschönigung und ein massives Indiz dafür, den Kunden nicht adäquat aufklären, sondern "beschwatzen" zu wollen.

Gute Chancen für CRS-Geschädigte auch in Österreich

Sascha Stadnikow sieht nach diesen Münchner Urteilen auch für österreichische Anleger, denen solche Produkte verkauft wurden, gute Chancen, entstandene Schäden nicht ausgleichen zu müssen. Die Judikatur betreffend die Produktaufklärung ist in Österreich nicht viel anders als in Deutschland. Die Produktaufklärung in Deutschland wurde vom Gericht als beschönigend, falsch und irreführend gerügt. "Sollte sie auch in Österreich zum Einsatz gekommen sein, wäre das deutsche Urteil auch für Österreich brisant und wegweisend," so Stadnikow. Betroffene Anleger sollten daher zeitnah und individuell von Experten überprüfen lassen, ob die Möglichkeit auf Ausgleich eines angefallenen Schadens auch in Österreich besteht.

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