SVA kämpft bei Gesetzgeber für Abschaffung der Pensionsbeiträge für erwerbstätige Pensionisten

McDonald: "Wir müssen Anreize schaffen, um das Arbeiten in der Pension attraktiver zu machen"

Wien (OTS) - Aktive Pensionisten sollen ab Erreichen des Regelpensionsalters künftig keine Pensionsbeiträge mehr bezahlen - so lautet der einstimmige Beschluss der gestrigen Vorstandssitzung in der SVA. "Wir wollen, dass Selbständige möglichst lange erwerbstätig bleiben und dazu braucht es gezielte Anreize", so SVA Obmann-Stv. Peter McDonald. In einem weiteren Beschluss bestimmt der Vorstand über die Unterstützungsleistung bei langer Krankheit: "Diese Unterstützungsleistung muss steuerfrei bleiben", so McDonald.

"Bereits heute ist die Selbständigenvorsorge für Pensionisten freiwillig. Damit ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung umgesetzt", betont McDonald. Auch das Pensionskonto, welches die Pensionsansprüche klar und transparent darstellt und der Pensionskontorechner, der ab Juni zur Verfügung steht, unterstützen dieses verständliche und transparente System. "Wer länger arbeitet, soll auch was davon haben", so McDonald. "Wenn man statt mit 62 mit 67 Jahren in Pension gehe - mache der Unterschied in der Pensionshöhe bis zu 44 Prozent aus. Selbständige arbeiten um zwei Jahre länger als Angestellte und gehen später in Pension und bereits heute arbeiten 10.000 Selbständige in der Pension weiter."

Auch bei der Unterstützungsleistung bei langer Krankheit sind sich alle im Vorstand vertretenen Fraktionen einig. Die SVA habe sich von Anfang an dafür eingesetzt, dass diese Leistung steuerfrei bleibt. "Für die Rechtssicherheit der Selbständigen muss im Gesetz klargestellt werden, dass die Unterstützungsleistung steuerfrei ist", so McDonald. Mit dem steuerpflichtigen Krankengeld sei die Unterstützungsleistung nicht zu vergleichen, handle es sich doch einerseits um einen Fixbetrag und andererseits werde diese Leistung für Selbständige in Notsituation, bei Existenzgefährdung eines Betriebes ausbezahlt - "eine solche Leistung darf nicht besteuert werden", betont McDonald - vergleichbare Leistungen seien bereits heute steuerfrei, wie beispielsweise die Unterstützung aus dem Unterstützungsfonds bei einer Überschwemmung.

Als dritten wichtigen Punkt beschließt der SVA-Vorstand, dass Selbständige künftig die Möglichkeit haben sollen, ihre Beitragsvorschreibungen flexibel zu gestalten. Die SVA tritt dafür ein, dass Versicherte die vorläufigen Beitragsgrundlagen zeitnah und entsprechend ihrer Einkommenssituation absenken oder erhöhen können. Derzeit werden die Beiträge quartalsweise einbezahlt. Künftig sollen die Versicherten die Möglichkeit haben auch monatlich einzubezahlen. "Die Unternehmer wissen selbst am besten, wie ihre wirtschaftliche Situation aussieht. Bei guten Gewinnen ist es sinnvoll, höhere Beiträge zu bezahlen, bei wirtschaftlich weniger guten Jahren kann man die vorläufige Beitragsgrundlage senken", erklärt McDonald.

Pensionen in Österreich:

Das Pensionsantrittsalter liegt in Österreich mit 58,4 Jahren um fast vier Jahre unter dem OECD-Durchschnitt. Noch im Jahr 1970 gingen die Österreicher mit über 61 Jahren in Pension - also beinahe 3 Jahre später. Während die Ausbildungszeit 1970 noch 19 Jahre betrug, sind es 2012 bereits über 23 Jahre, dafür arbeiten die Österreicher heute durchschnittlich nur 35 Jahre - 1970 waren es noch 43 Jahre. "Da auch die Lebenserwartung von damals 77 auf heute knapp 83 Jahre gestiegen ist, verbringt der Durchschnittsösterreicher heute 25 Jahre in der Pension - das sind zehn Jahre länger als noch 1970", erläutert McDonald. "Diese Zahlen verdeutlichen wie wichtig es ist, dass wir rasch gezielte Anreize schaffen, damit sich längeres Arbeiten für den Einzelnen lohnt und die nachhaltige Finanzierung für die Pensionen zukünftiger Generationen gesichert ist."

SVA - Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft

Die SVA ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Selbständige und betreut als gesetzliche Krankenversicherung rund 750.000 Kunden, davon 370.000 aktiv Erwerbstätige, 140.000 Pensionisten und 233.000 Angehörige. Als gesetzliche Pensionsversicherung ist die SVA für 390.000 Versicherte zuständig.

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